Amtsgericht Landsberg

Diebstahl im Doppelpack

Justitia
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Anklage in über 50 Punkten wurde gegen ein Pärchen erhoben, das sich durch Diebstahl, Einbruch und Computerbetrug bereicherte.
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landkreis/Hofstetten – Es war eine ellenlange Liste an Anklagepunkten, die einem Pärchen aus dem südlichen Landkreis vor dem Schöffengericht Landsberg zur Last gelegt wurde. Dem 27-jährigen Mann und der 38-jährigen Frau wurden Diebstahl, Einbruch und Computerbetrug in insgesamt fast 50 Fällen vorgeworfen.

Die Serie begann im September 2019. Laut Anklageschrift soll der Mann damals bei Handwerksarbeiten in einer Wohnung in Dießen Kreditkarten gestohlen haben. Damit, so der Vorwurf, kauften er und seine Lebensgefährtin in den folgenden Wochen in einer Vielzahl von Online-Shops, in Supermärkten und an Tankstellen in der Region ein. Sie sollen mit den Karten auch Bargeld abgehoben, Parkgebühren am Münchner Flughafen gezahlt und zu McDonald‘s gegangen sein – einmal für 94 Euro. Insgesamt beziffert die Staatsanwaltschaft den Schaden auf 9.500 Euro.

Im Dezember 2019 soll ihnen der Zufall eine weitere Möglichkeit, andere um ihr Eigentum zu erleichtern, in die Hände gespielt haben. Sie sollen den von außen steckenden Wohnungsschlüssel einer Nachbarin entwendet und später diverse Wertsachen aus der Wohnung geholt haben – Bargeld, Schmuck, Navis, CDs, Kosmetika und Briefmarkenalben im Gesamtwert von mindestens 3.500 Euro. Im Januar versuchten sie es offenbar ein zweites Mal, jetzt mit einem neuen Ersatzschlüssel, den sie als hilfsbereite Nachbarn von der ahnungslosen Wohnungsbesitzerin bekommen hatten. Doch dieses Mal fanden sie laut Anklage kein geeignetes Diebesgut mehr.

Ein andermal sollen sie den verlorenen Schlüssel eines Penzingers gefunden haben. Auch aus dessen Wohnung verschwanden Wertgegenstände – Schmuck, Lautsprecher und ein Notebook im Gesamtwert von 1.200 Euro. Vereitelt wurde der Einbruch in ein Einfamilienhaus im südlichen Landkreis – die Alarmanlage ging los, als die Täter versuchten, eine Außentür mit dem Schraubenzieher aufzuhebeln. Dabei entstand ein Sachschaden in Höhe von 400 Euro. Und schließlich listete die Anklageschrift noch Einbrüche in diverse Kellerabteile auf. Die Beute: eine Drohne, Messer, eine Tauchlampe, ein Waffeleisen sowie Münz- und Briefmarkensammlungen.

Der erste Verhandlungstag gegen den Fliesenleger und die Rechtsanwaltsfachangestellte endete bereits bald nach der Verlesung der Anklageschrift. Ein mehr als einstündiges Verständigungsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung scheiterte. Nun soll auf Antrag der Verteidigung zunächst ein medizinisches Gutachten darüber erstellt werden, inwieweit Drogenprobleme bei den Taten eine Rolle gespielt haben. Mit einem neuen Verhandlungstermin ist erst in einigen Monaten zu rechnen.

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