Ein Stück Natur kehrt zurück

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Peter Graser (links) von den Bayerischen Staatsforsten und Moorschützer Sebastian Werner (rechts) kümmern sich um die Renaturierung des „Dienhausener Mösle“. Rechts: ein inzwischen geschlossener Entwässerungsgraben mit typisch braun-rotem Moorwasser.

Dienhausen – Moorlandschaften haben oft etwas mystisches und sagenumwobenes an sich. Allerdings wurden in früheren Jahren viele Moore entwässert, man baute Torf abgebaut und opferte biotopischen Lebensraum. Heute hat ein Umdenken eingesetzt, Naturschützer kümmern sich um die Naturierung von Moorgebieten – so auch im „Dienhausener Mösle“.

Sebastian Werner ist passionierter Moorschützer aus Starnberg und kümmert sich derzeit zusammen mit Peter Graser von den Bayerischen Staatsforsten um ein kleines idyllisches Moorgebiet bei Dienhausen: das „Mösle“. Es handelt sich dabei um das einzige noch intakte Hochmoor im Sachsenrieder und Denklinger Rotwald. 

Dieses Gebiet wurde vor dem 1. Weltkrieg entwässert, weiß Peter Graser. Er freut sich, dass nun mit finanzieller Unterstützung durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und For­sten das „Dienhausener Mösle“ wieder saniert und renaturiert werden kann. Der finanzielle Aufwand ist gering: Für rund 12000 Euro werden in dem kleinen Hochmoor die Entwässerungsgräben mit Hilfe kleiner Torfdämme verschlossen – um das Wasserangebot für moortypische Pflanzen und Tiere zu verbessern. 

Für Flora und Fauna 

Und mittelfristig erwarten die Moorschützer eine Zunahme von Birken, Kiefern und Moorkiefern. Der Fichtenanteil soll sich durch die Renaturierung auf natürliche Weise verringern. Am Boden werden dann vor allem Wollgräser, die Rosmarinheide sowie Rausch-, Preisel- und Moosbeere zunehmen. Auch die Tierwelt soll von den Maßnahmen profitieren. Peter Graser rechnet damit, dass sich verschiedene Froscharten, die Waldeidechse und hochspezialisierte Libellen vermehren. 

Die kleinen Torfdämme werden mit Hilfe eines kleinen Baggers einer Denklinger Firma mit Baumstämmen zugemacht. Darüber wird aus der Umgebung Oberflächenmaterial aufgeschüttet. Die „Wasen“ brauchen allerdings ein paar Jahre, bis sie anwachsen. Deshalb bittet Graser alle „Mösle“-Besucher, die neu geschaffenen Torfdämme – im ersten Bauabschnitt sind es neun – zunächst nicht zu betreten. Er betont aber: „Das Moor bleibt weiterhin für Besucher zugänglich.“ 

Die Bayerischen Staatsforsten suchen noch Fotos vom „Dienhausener Mösle“ aus der Zeit zwischen 1930 und 1970. Ansprechpartner ist Peter Graser im Forstbetrieb Landsberg.

Siegfried Spörer

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