Wer parken will, muss zahlen

Dießen: Saisonparkkarten für Badestellen

Voller Parkplatz in Utting mit Parkautomat
+
Parkautomaten wie hier am Uttinger Freizeitgelände werden demnächst auch an den Badestellen St. Alban und Riederau aufgestellt.

Dießen – In dieser Saison konnten sich die Badegäste in St. Alban und Riederau noch doppelt freuen. Zum einen wird seit der Umstellung der gemeindlichen Strandbäder auf „Freizeitgelände mit Badestellen“ kein Eintritt mehr erhoben. Dafür sollten aber laut Beschluss des Marktgemeinderates vom 20. Januar für die insgesamt 321 Parkplätze Gebühren erhoben werden, um die fehlenden Einnahmen wenigstens teilweise zu kompensieren. Doch die bis zum Saisonstart angekündigten Parkautomaten wurden bis heute nicht montiert. Also war in diesem Sommer zur Freude der Besucher noch freies Parken angesagt.

Bedanken können sich die Badegäste bei der Fraktion der Grünen im Dießener Gemeinderat. Sie hatte mit einem im Februar eingereichten Antrag einer Gebührenänderung für die Parkraumbewirtschaftung die Anschaffung der Parkautomaten zunächst ausgebremst. Ursprünglich war für die gebührenpflichtige Zeit von 9 bis 18 Uhr ein Tagesticket von drei Euro festgelegt worden. Zum Vergleich: In Utting kostet das Tagesticket fünf Euro, in Stegen sechs Euro. Für jede Stunde sollte eine Gebühr von einem Euro erhoben werden, wobei aber die erste Parkstunde generell kostenlos bleibt. Damit wollte man den vielen Kurzzeit-Badegästen entgegenkommen, die morgens, in der Mittagspause oder nach Feierabend schnell mal vorbeischauen, um sich im Ammersee zu erfrischen.

Die Grünen forderten in ihrem Antrag stattdessen einen Saisonparkausweis für Einheimische für 20 Euro und eine Tagesgebühr für auswärtige Besucher von fünf Euro.

Die rechtliche Zulässigkeit dieser „Einheimischenprivilegierung“ musste die Verwaltung erst auf den Prüfstand stellen und die Einschätzungen vom Landratsamt Landsberg und des Bayerischen Gemeindetags abwarten. Das Ende der letzten Legislaturperiode, die Kommunalwahlen und auch die Corona-Problematik sorgten schließlich dafür, dass die Parkraumbewirtschaftung der Badestellen erst in der September-Sitzung des neuen Gemeinderats auf die Agenda kam.

Unter Bezugnahme auf den Gleichbehandlungsgrundsatz von Einheimischen und auswärtigen Besuchern einigten sich die Gemeinderäte auf folgende Lösung: Ab 2021 können sowohl Dießener als auch Auswärtige im Rathaus für 30 Euro eine auf das jeweilige Kfz-Kennzeichen personalisierte Parkkarte erwerben, die vom 1. April bis zum 30. September gilt. Tagestickets für die gebührenpflichtige Zeit von 9 bis 18 Uhr werden an den bis dahin installierten Parkautomaten gezogen. Die Stundengebühr beträgt einen Euro, wobei wie gehabt die erste Parkstunde kostenlos bleibt.

Parken mit der App

Bei den Parkautomaten soll auch das sogenannte „Handy-Parken“ ohne Bargeld möglich sein. Über eine App meldet sich der Besucher bei An- und Abfahrt beim Betreiber, der dann die angefallenen Gebühren monatlich abbucht. Die „Parkschandis“ vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland erkennen auf ihren Geräten, ob das Auto über Handy angemeldet wurde.

Und damit Gebühren-Verweigerer nicht auf die Nebenstraßen ausweichen können, erwägt man hier noch zusätzlich die Einrichtung von Parklizenzbereichen.

Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ein neuer Skatepark für Dießens Jugend
Ein neuer Skatepark für Dießens Jugend
Corona-Ampel im Landkreis Landsberg steuert auf Dunkelrot zu
Corona-Ampel im Landkreis Landsberg steuert auf Dunkelrot zu
Wie früher: Zum Zelten an den Windachspeicher
Wie früher: Zum Zelten an den Windachspeicher
Eching beschließt den Mücken-Garaus
Eching beschließt den Mücken-Garaus

Kommentare