Zuschuss für Lastenfahrräder in Dießen

Wenn die Last auf dem Fahrrad zu schwer wird

Dießen - Lastenfahrrad - Förderung
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Der Einstieg in das Lastenräder-Förderprogramm der Gemeinde Dießen ist geschafft. Darüber freuen sich Thomas Höring, Florian Zarbo, Johann Rieß und Frank Fastl.

Dießen – Lastenräder sind flink, flexibel und umweltfreundlich. Nach Lieferdiensten und Handwerkern entdecken immer mehr Familien die Vorteile der sogenannten „Cargo-­Bikes“ als Alternative für den Zweitwagen. Auch in der Marktgemeinde sieht man inzwischen einige der klobigen, aber durchaus wendigen Spezialräder flitzen.

Eines davon gehört Gemeinde­rat und Metzgermeister Johann Rieß (FW), der seit Jahren geschäftlich wie privat ein Lasten-­Pedelec fährt und so nach eigenen Angaben „einige tausend Autokilometer“ einspart.

Mit seiner Begeisterung steckte er inzwischen seine Freien Wähler-Mitstreiter im Gemeinderat an. Vorsitzender Thomas Höring und Vize Florian Zarbo schlugen Bürgermeisterin Sandra Perzul und dem Gremium vor, ein gemeindliches Förderprogramm zum leichteren Einstieg in die Fahrrad-Elektromobilität aufzulegen. Bezuschusst werden sollten unter anderem E-Lastenräder und Radanhänger mit Elektro­antrieb.

Für diese beiden Vorschläge gab es mehrheitlich das „gemeindliche Einvernehmen“, allerdings nur für Privatpersonen mit Hauptwohnsitz in Dießen sowie gemeinnützige Vereine und Organisationen aus dem Ort. Eine Bezuschussung von Gewerbe­betrieben wurde abgelehnt. Die individuelle Förderung erfolgt mit 25 Prozent des Neupreises, maximal jedoch mit 1.000 Euro je E-Lastenrad. Für entsprechende Fahrradanhänger gibt es 25 Prozent des Neupreises bzw. maximal 500 Euro.

»Es gibt Wichtigeres«

Während die Freien Wähler ein Förderprogramm von 50.000 Euro auflegen wollten, genehmigte der Gemeinderat für ein erstes Erprobungsjahr lediglich 15.000 Euro. Das Geld kann allerdings erst nach der Verabschiedung des nächsten Gemeindehaushalts abgerufen werden. Hanne­lore Baur (SPD) hatte sich bei der lebhaften Diskussion gegen eine Bezuschussung ausgesprochen. Wegen des Corona-bedingten Einbruchs der Gewerbesteuer gäbe es wichtigere Pflichtaufgaben für die Gemeinde. Sie glaube auch nicht, dass wegen der Lastenräder der Autoverkehr vor allem aus den Ortsteilen ins Zentrum weniger werde.

Dem schloss sich Vize-Bürgermeister Roland Kratzer (CSU) an. Der Autoverkehr werde durch ein paar Lastenräder oder Rädern mit Anhänger nicht geringer. Und die Kosten seien in Corona-Zeiten schwer vermittelbar. Beatrice von Liel (Dießener Bürger) wollte die auf die Gemeinde zukommenden Corona-Belastungen erst mal abwarten und den FW-Antrag um vier Monate zurückstellen.

Dr. Holger Kramer (Grüne) wiederum sah das Förderprogramm als „Impuls und wichtigen Baustein in der Verkehrswende“. Ein wenig praxisfremd erschien der Vorschlag von Miriam Anton (Grüne). Demnach sollten Zuschüsse nur Familien bekommen, die nachweislich ihren Zweitwagen abschaffen und die Radlbatterien mit Ökostrom aufladen…

Die Initiative der Freien Wähler in Dießen wurde durch das erfolgreiche „Förderprogramm Radverkehr“ der Stadt Weilheim angeregt. Auch hier werden E-Lastenräder und E-Anhänger bezuschusst.
Dieter Roettig

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