Gast der SPD darf nicht in die Mehrzweckhalle

Dießen bremst Lisa Fitz aus

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Abgelehnt: Lisa Fitz darf kurz vor den Kommunalwahlen in der Dießener Mehrzweckhalle nicht auftreten.

Dießen – Einen Antrag für eine „kulturelle Veranstaltung“ in der Mehrzweckhalle hatten Ortsverband und SPD-Fraktion zur jüngsten Gemeinderatssitzung eingebracht. Kurz vor der Kommunalwahl am 15. März sollte die Kabarettistin Lisa Fitz mit ihrem Programm „Flüsterwitz“ auftreten – am 10. März. Doch Hanni Baur und Kathrin Kubat fanden keine Zustimmung für die Neubelebung des SPD-Kulturprogrammes „Aufruf zur Phantasie“. Offizieller Grund: Dienstags wird die Mehrzweckhalle bis 22 Uhr von Sportvereinen genutzt.

Dass die inzwischen 68-jährige Lisa Fitz schon immer mit der SPD sympathisiert, ist allgemein bekannt. Kurz vor der für Dießen so wichtigen Kommunalwahl mit aktuell sieben Bürgermeister-Kandidaten, darunter Hanni Baur für die SPD, sah man es parteiübergreifend äußerst befremdlich, die Sportler auszusperren und dafür eine SPD-Veranstaltung zu genehmigen. Auch wenn Hanni Baur immer wieder betonte, es handle sich um eine Kultur- und nicht um eine Partei- oder gar Wahlveranstaltung.

Der Vorschlag, den Lisa Fitz-Abend pro forma von einem örtlichen Verein organisieren zu lassen, wurde von den beiden SPD-Damen „aus versicherungstechnischen Gründen“ abgelehnt. Der geplante Termin in Dießen sei rein zufällig so kurz vor die Kommunalwahl gerutscht, weil er im eng getakteten Tourneeplan von Lisa Fitz gerade frei war. Und nur in der Mehrweckhalle hätten genügend Zuschauer Platz, um die Gage der Kabarettistin einzuspielen. Im übrigen seien von der SPD auch weitere Kabarett-Abende namhafter Künstler geplant wie etwa mit Christian Springer oder Erwin Pelzig.

Petra Sander von den Grünen berief sich bei ihrer katego­rischen Ablehnung auf die Satzung der Mehrzweckhalle, die die Nutzung in erster Linie für Schulsport und Training von Dießener Vereinen vorsieht. Der Kompromissvorschlag von Franz Kubat (Dießener Bürger), sechs Monate vor Wahlen eine Sperrfrist für Parteiveranstaltungen festzulegen, wurde ebenfalls abgelehnt.

Dießens Rathaus-Geschäftsleiter Karl Heinz Springer befürchtete, dass nach einem Präzedenzfall alle Parteien in die Mehrzweckhalle wollten. Und selbst an Wochenenden oder in den Ferien sei dies nicht möglich, da hier die Hausmeister nur eingeschränkt zur Verfügung stünden.
Dieter Roettig

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