650 Kinder in 60 Jahren

Das erste in Deutschland: SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech feiert 60-Jähriges 

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Über das 60-Jährige des SOS-Kinderdorfes Ammersee-Lech freuen sich Landrat Thomas Eichinger und Einrichtungsleiterin Dr. Susanne Dillitzer (vorne). Hinten (von links) Ursula Buschhorn, Dr. Kay Vorwerk und Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch.
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Dr. Kay Vorwerk, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des Vereins SOS-Kinderdorf
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Landrat Thomas Eichinger
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Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch 
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Die Tänzerinnen des Kindertanztheaters des SOS-Kinderdorfs
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Die Anmoderation des Kindertanztheaters übernahm souverän die 13-Jährige Tara.
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Die Tänzerinnen des Kindertanztheaters des SOS-Kinderdorfs
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Die Tänzerinnen des Kindertanztheaters des SOS-Kinderdorfs

Dießen – Zu einem 60. Geburtstag kommt Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch normalerweise noch nicht persönlich zum Gratulieren. Beim Jubiläum des SOS-Kinderdorfs Ammersee-Lech aber machte er gerne eine Ausnahme. In seinem Grußwort lobte er die besonders gute Zusammenarbeit der Marktgemeinde mit der Institution, die sich stets den Bedürfnissen der Zeit anpasse. Ursprünglich gegründet als neues Zuhause für verwaiste und verlassene Kinder in der Nachkriegszeit, sei das SOS-Kinderdorf heute mit Hort und Kindertagesstätte offen auch für Dießener Familien. Und bei der Betreuung von Flüchtlingskindern habe man hier eine kompetente Anlaufstelle für schnelle Hilfe.

Über 800 Besucher, darunter 160 „Ehemalige“, konnte Einrichtungsleiterin Dr. Susanne Dillitzer beim „Dorffest“ anlässlich des Jubiläums begrüßen. Die stolze Zahl von 650 Kindern habe man hier großgezogen, resümierte sie stolz. Darunter nicht nur Waisen, sondern auch Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen und von überforderten Eltern im Zusammenwirken mit dem Landsberger Jugendamt.

Dafür dankte Landrat Thomas Eichinger, der als kleine Anerkennung einen Scheck über 500 Euro mitbrachte. Dr. Dillitzer erinnerte an die Anfangszeiten in Dießen, als die Hausmütter noch ledig sein mussten und katholische und evangelische Kinder getrennt untergebracht wurden. Heute gäbe es gottlob auch Hausväter und die Ehe sei kein Hindernis mehr.

Dr. Kay Vorwerk, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des Vereins SOS-Kinderdorf, sprach über die schwierigen Anfänge, als Gründer Hermann Gmeiner Spenden für das erste SOS-Kinderdorf im österreichischen Imst sammelte.

Über das 60-Jährige des SOS-Kinderdorfes Ammersee-Lech freuen sich Landrat Thomas Eichinger und Einrichtungsleiterin Dr. Susanne Dillitzer (vorne). Hinten (von links) Ursula Buschhorn, Dr. Kay Vorwerk und Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch.

Das erste SOS-Kinderdorf in Deutschland ist das 1958 in Dießen eröffnete Projekt. Inzwischen gibt es 16 SOS-Kinderdörfer in Deutschland und die nichtstaatliche, unabhängige und überkonfessionelle Organisation ist weltweit in 133 Ländern aktiv.

Höhepunkt des offiziellen Teils im extra errichteten Festzelt war der Auftritt des Kindertanztheaters unter der Leitung von Susanne und Roger Kretschmann. Für jedes Jahrzehnt in Dießen hatten die Kleinen einen Tanz einstudiert. Zu den Hits von Bill Haley, Abba, Michael Jackson, Los del Rio, Shakira und Will Smith tanzten sich die Kids die Seele aus dem Leib, pfiffig anmoderiert von der dreizehnjährigen Tara, die den Fortschritt der SOS-Kinderdorf-Idee und die daraus resultierenden Neuerungen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt erzählte.

Botschafterin Buschhorn

Begeistert von den Darbietungen zeigte sich auch Schauspielerin Ursula Buschhorn in ihrer Funktion als SOS-Botschafterin. Sie nutzt ihre Popularität aus Serien und Filmen wie „Unser Charly“, „Küstenwache“ oder „Familie Dr. Kleist“, um fleißig für „den Spirit der SOS-Kinderdörfer“ die Werbetrommel zu rühren.

Draußen erwartete die Besucher ein buntes Programm mit Zauberei und Spielen, Führungen durch das Dorf und Besichtigung der Häuser. In einem „Ehemaligen-Café“ tauschten SOS-Mütter und SOS-Kinder von gestern Erinnerungen aus. Alles in allem ein würdiges und trotzdem fröhliches Geburtstagsfest, so die einhellige Meinung der Besucher.

Dieter Roettig

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