Abstraktes bei Fritz-Winter

Dießen: ZEN 49 im Fritz-Winter-Atelier

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Abstraktes der Gruppe ZEN 49 sowie anderer Künstler ist noch bis zum 29. März in der Galerie im Fritz-Winter-Atelier am Dießener Forstanger zu bewundern.

Dießen – Der Name „ZEN 49“ ist Kunstliebhabern und -sammlern ein Begriff. Nicht so bewanderte Kunstinteressierte brauchen vielleicht etwas Nachhilfe, damit auch sie sich auf den lohnenden Weg in die Dießener Galerie im Fritz-Winter-Atelier machen. Hier findet noch bis zum 29. März eine besondere Ausstellung unter diesem Namen statt. ZEN 49 steht für einen entscheidenden Abschnitt in der Entwicklung der modernen abstrakten Kunst in Deutschland und Europa.

1949 gründete sich in München die „Gruppe der Ungegenständlichen“, die sich ein Jahr später in ZEN 49 umbenannte. ZEN sollte eine Referenz auf den Zen-Buddhismus sein, mit dem sich zu dieser Zeit viele Künstler auseinandersetzten. Gründungsmitglieder waren Willi Baumeister, Rolf Cavael, Gerhard Fietz, Rupprecht Geiger, Willi Hempel, Brigitte Meier-Denninghoff und eben Fritz Winter, der sich 1961 am Dießener Forstanger 15 a ein Atelierhaus baute. Gute Gründe also für seinen Großneffen, den Galeristen Michael Gausling, mit der aktuellen Ausstellung genau hier einen Einblick in das kreative Vermächtnis der Gruppe zu bieten. Sie hatte das Ziel, die von ihr praktizierte abstrakte Malerei zu verbreiten und verschrieb sich der gegenstandslosen Malerei, die sie im Nachkriegsdeutschland als Ausdruck von Freiheit sah.

Monatelang hat Galerist Michael Gausling Exponate von Leihgebern aus ganz Deutschland zusammengetragen. Zusammen mit in seinem Besitz befindlichen Bildern umfasst seine Ausstellung zum 70-jährigen Jubiläum der ZEN 49-Gründung über 50 Werke abstrakter Kunst. In dem lichtdurchfluteten Atelier kann sich der Betrachter an einzigartigen Arbeiten von Willi Baumeister, Rolf Cavael, Gerhard Fietz, Rupprecht Geiger und natürlich Fritz Winter erfreuen. Und an anderen Exponaten.

Denn ZEN 49 war keine exklusive, sondern eine offene Künstlergruppe. Zu ihren Ausstellungen lud sie stets auch andere Künstler ein. Das Ziel war schließlich, die abstrakte Kunst zu verbreiten und auf internationalem Niveau Gleichgesinnte zu finden. Genau nach diesem Motto ergänzte Michael Gausling seine Ausstellung mit Arbeiten von Hubert Berke, K. O. Götz, Hans und Karl Hartung, Hilla v. Rebay, Emil Scumacher, K. R. H. Sonderborg, Fred Thieler, Theodor Werner und Conrad Westpfahl.

Fritz Winter (1905–1976) zählt zu den herausragenden Künstlern der deutschen Nachkriegsabstraktion. Im Anschluss an seine Ausbildung am Bauhaus bei Kandinsky, Klee und Schlemmer malte Winter ab ca. 1930 nur noch abstrakt. Die Zeit des Nationalsozialismus verbrachte er „in innerer Emigration“ in Dießen, wo er 1937 Malverbot erhielt. Nach Kriegsjahren an der Ostfront und russischer Gefangenschaft kehrte Winter erst 1949 zunächst nach München zurück, wo er Mitbegründer von ZEN 49 wurde. Seit den 1950-er Jahren bekam er bedeutende Kunstpreise und feierte große internationale Erfolge.

Die Ausstellung ist bis zum 29. März jeweils Samstags von 14 bis 18 Uhr und Sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie nach Terminvereinbarung bei freiem Eintritt geöffnet.
Dieter Roettig

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