Aufhübschen mit Sitzbänken, Beleuchtung und Bodenplatten

Dießen: Neue Möbel für die Seeanlagen

Seeanlage Dießen mit Bänken
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Die in die Jahre gekommenen Ruhebänke in den Dießener Seeanlagen werden im Zuge der Umgestaltung durch Modelle ersetzt, wie sie schon in der Mühlstraße stehen.
  • Dieter Roettig
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Dießen – Nach unzähligen Sitzungen von Gemeinderat und Bauausschuss, einem Ideenwettbewerb und einem Bürgerbeteiligungsverfahren sowie zuletzt zwei nichtöffentlichen Workshops ist die Marktgemeinde bei der Umgestaltung der Seeanlagen entscheidend vorangekommen. Auch bei der Neumöblierung mit Ruhebänken, Beleuchtung und Bodenplatten gab es ein einstimmiges Votum.

Der Auftrag für den Neubau der maroden Uferbefestigung mit Sitzstufen aus hellem Granit im Boxler-Park zwischen Mühlbach und Strandhotel wurde inzwischen vergeben. Die Bauarbeiten inklusive der neuen und breiteren Rialto-Brücke sind ab März bis zum Herbst geplant. Die Wegeführung durch die Boxler-Anlage wird für Fußgänger und Radler nicht geändert. Minigolfplatz und Kneipp-Wassertretbecken bleiben unverändert. Die Schachfreunde bekommen bei der neuen Mühlbachbrücke ein Open-Air-Feld spendiert, das zum Schutz des Wurzelbereichs der Bestandsbäume ungebunden auf Splitt verlegt wird.

Die Arbeiten im nördlichen Teil der Seeanlagen beim Dampfersteg sollen nach Beendigung der Schifffahrtssaison im Oktober beginnen und zum Beginn der Saison 2022 fertiggestellt sein. Die tristen asphaltierten Wege im Bereich Dampfersteg, ADK-Pavillon und Kiosk werden mit großformatigen Steinplatten aufgehübscht, ähnlich wie vor dem Café Sixt in der Bahnhofstraße. Auch eine neue Beleuchtung wird in den Seeanlagen installiert, allerdings „auf das notwendige Minimum reduziert, dimmbar und insektenfreundlich.“ Abendliche Spaziergänger bräuchten schließlich kein Flutlicht. Außerdem vermittle die indirekte Beleuchtung des Kiosks eine gemütliche Atmosphäre.

Keine Diskussion gab es bei der Auswahl der Möblierung mit neuen Sitzbänken in den gesamten Anlagen. Einstimmig sprachen sich die Marktgemeinderäte für Bänke aus der Modellreihe „Runge Binga“ aus, die bereits bei der Neugestaltung der Mühlstraße zum Zuge kamen. Damit gebe es laut Bürgermeisterin Sandra Perzul ein einheitliches Erscheinungsbild vom Maibaum über die Mühlstraße und den Untermüllerplatz bis runter zum See.

Die Dießener Seeanlagen gehören schließlich zu den beliebtesten Naherholungszielen am Ammersee. Vor allem in der Sommersaison und an den Wochenenden kommen unzählige Tagestouristen in die Marktgemeinde und flanieren durch die Anlagen mit historischen Fischerhütten, Spielplatz und Kiosk sowie den sich anschließenden Boxler-Park mit Minigolfplatz und Tretbootverleih. Auf den Bänken genießen sie den Blick über den See bis nach Herrsching und Andechs. Und bei Großereignissen wie Töpfer- oder Flohmarkt sind hier Zehntausende unterwegs – abgesehen von den derzeitigen coronabedingten Zwangspausen.

Die Entstehung der Seeanlagen ist dem Landgerichtsvorsteher Friedrich Boxler zu verdanken. Er erkannte 1866 das touristische Potential Dießens, das aber zum See hin mit Schilf und sumpfigen Wiesen nicht gerade einladend war. Der 1868 gegründete Verschönerungsverein begann die Schilf- und Sumpflandschaft zu kultivieren, legte Spazierwege an und pflanzte Alleen. An der Stelle der heutigen Ammersee-Segelschule befand sich bis in die 1930er eine Badeanstalt. Um Dießen 1879 für die Dampfschiffe erreichbar zu machen, wurde der Seebereich aufgefüllt und ein Steg gebaut. Zwischen 1906 und 1908 wurden die Promenaden um zehn Meter weiter in den See hinein verschoben. Nochmalige Vergrößerungen erfolgten 1927 und 1951. 1965 präsentierten sich die Seeanlagen und der Boxler-Park schließlich in ihrer heutigen Form.
Dieter Roettig

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