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Dießener Badefloß wird zum Rettungsfloß

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Von: Dieter Roettig

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Schwimmfloß St. Alban - Dießen - 2019
Das alte Schwimmfloß in St. Alban wurde 2019 von der Wasserwacht mit Hilfe vom damaligen Bürgermeister Herbert Kirsch an Land gezogen und entsorgt. Jetzt gibt es Hoffnung auf ein neues „Rettungsfloß“ zur nächsten Saison. © Roettig

Dießen – Als im Frühjahr 2019 das gemeindliche Strandbad St. Alban zu einem „Freizeit­gelände mit Badestelle“ ohne Eintritt und Aufsicht umgewidmet wurde, musste man die Rutsche und das Schwimmfloß beim Wasserwacht-Steg entfernen. Grund war eine mögliche strafrechtliche Haftung der Marktgemeinde nach Unfällen. Jetzt könnte es zum Start der Bade­saison 2023 ein Floß-Comeback geben.

Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und CSU stellten in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Antrag auf Wiedereinrichtung eines Badefloßes. Allerdings nach vorheriger „Einschätzung der Gefahrensituation durch einen sachkundigen Experten“. Gegebenenfalls sollte man die bestehende Freizeitanlagensatzung durch eine Hausordnung ersetzen. Die Fraktionen beriefen sich dabei auf den Leitfaden „Verkehrssicherungspflicht an Badegewässern.“

Laut Geschäftsleiter Karl Heinz Springer gelte es, dieselben Risiken wie vor der Entfernung zu bewerten. Damals hatte sich beispielsweise ein Jugendlicher beim Kopfsprung von der Plattform eine Platzwunde zugezogen, weil das Wasser unter dem Floß aufgrund des niedrigen Seepegels nicht mehr ausreichend tief war. Außerdem hätten sich Jugendliche einen Spaß daraus gemacht, durch Hüpfen das Floß zum Schaukeln zu bringen.

Springer: „Um die ausreichende Wassertiefe unter dem Floß zu gewährleisten, müsste der Pegel regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf das Floß weiter in den See hinausgezogen werden.“ Daraus folgere, dass erstmal geklärt werden müsse, wer Kontrolle, Versetzen und Verankern des Floßes zuverlässig übernehmen könnte. Unabhängig davon verlange die Einbringung eines neuen Floßes die Genehmigung der Schlösser- und Seenverwaltung. Diese habe eine entsprechende Anfrage noch nicht beantwortet.

Bürgermeisterin Sandra Perzul ergänzte, dass sich ihr Amtskollege in Weilheim von einer Münchner Anwaltskanzlei sowie der Kommunalen Haftpflicht­versicherung bezüglich eines Sicherheitskonzeptes beraten ließ. Danach konnte im Dietlhofer See ein Rettungsfloß und ein Rettungskreuz eingebracht werden. Mit der neuen Bezeichnung wurde aus dem Badefloß ein Rettungsfloß für Schwimmer, die sich ausruhen müssen…

Nach dem einstimmigen Beschluss des Marktgemeinderates wird sich die Verwaltung jetzt ebenfalls fachkundig beraten lassen, um eventuell schon zur nächsten Saison ein Rettungsfloß zu installieren.

Für Vögel ungeeignet

Das alte acht Tonnen schwere Floß wurde im Mai 2019 von der Wasserwacht mit tatkräftiger Hilfe des damaligen Bürgermeisters Herbert Kirsch an Land gezogen und im Bauhof fachmännisch zerlegt und entsorgt. Die Gemeinde hatte noch versucht, das Floß mit einer ganz anderen Zweckbestimmung zu erhalten: Als Brutfläche für Vögel im Naturschutzbereich. Mit einem ablehnenden Bescheid der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt und des Landesbunds für Vogelschutz. Die fünf mal fünf Meter große Plattform biete brütenden Vögeln weder Schutz noch Tarnung für Beutegreifer.

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