Es wird wieder geschraubt

Dießen: Repair Café trotzt Corona

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Beim Repair Café im Dießener Stephanshof versuchen freiwillige Helfer, defekte Geräte wie hier eine Küchenmaschine wieder zum Leben zu erwecken. Initiator Christian Mauderer lädt für den 5. September zum nächsten Repair Café ein.

Dießen – Das im Februar gestartete Repair Café im Denkerhaus wird nach der Corona-Zwangspause wieder aktiv. Da Küchenmaschinen, Rasenmäher, PC-Mäuse und andere Gebrauchsgegen­stände auch in Pandemie-Zeiten ihren Geist aufgeben, bieten Initiator Christian Mauderer und sein Team mit an­gepassten „Spielregeln“ in einer neuen Location weiterhin ihre Hilfe an. Die Generalprobe mit Registrierung, Abstand und Mundnasenschutz im Stephanshof des Marienmünsters ging reibungslos über die Freiluftbühne. Der nächste Repair-Termin steht fest: Samstag, 5. September, von 14 bis 17 Uhr.

Jeder darf nach Voranmeldung mit seinen defekten Gerätschaften kommen. Es wird aber nur angenommen, „was man tragen und in absehbarer Zeit reparieren kann“. Dabei sollen die Besitzer nach Möglichkeit mithelfen, wenn die „Reparateure“ Hand anlegen. „Den meisten Leuten fehlen Mut, Wissen und das richtige Werkzeug. Das alles bringen die freiwilligen Mitarbeiter des Repair Cafés mit“, so Christian Mauderer. Bezahlt werden müssen nur eventuelle Ersatzteile, für die Arbeit gibt man in der Regel eine Spende. Auf keinen Fall wolle man aber örtlichen Handwerksbetrieben und Geschäften Konkurrenz machen. Im Gegenteil – es wird sogar auf sie verwiesen, wenn man im Repair Café nicht weiterkommt.

Beim Testlauf im Stephanshof kamen immerhin 262 Euro an Spenden von dankbaren „Kunden“ zusammen. Von den 25 Reparaturfällen waren 14 erfolgreich. Bei elf klappte die Wiederbelebung nicht, wobei aber zum Teil die passenden Ersatzteile fehlten und noch besorgt werden. Die Fälle waren bunt gemischt. Es ging von Staubsauger, Bügeleisen und Plattenspieler über Lampen (davon eine solarbetrieben) bis zu Fahrrädern, Rasenmäher und einem Linienlaser. Die Reparaturrate lag bei 56 Prozent. Einziger Wermuts­tropfen: Beim Repair Café gab es Hygienegründen weder Kaffee noch Kuchen wie beim Start im Denkerhaus.

Der zeitweise Regen tat dem regen Treiben keinen Abbruch, denn der Stephanshof ist an den Seiten überdacht. Hier hatten die Hobby-Handwerker ihre Tische und Werkzeugkoffer platziert. „Wir sind Pfarrer Josef Kirchensteiner sehr dankbar, dass er uns diese wunderbare Location zur Verfügung stellt“, betont Christian Mauderer, der sich auf viele Anmeldungen für 5. September freut – seine E-Mail-Adresse: cm@repair-cafe-diessen.de.

Gelebter Umweltschutz

Der 32-jährige Elektronik- und Software-Entwickler Mauderer setzt sich aus Überzeugung dem „Wegwerfwahn“ entgegen. Der Dießener hatte schon immer ein Faible für Basteln und Reparieren, pflegt geradezu Nachhaltigkeit im Alltag. Für ihn ist die Verlängerung der Lebensdauer von Geräten und Gegenständen „gelebter Umweltschutz“. Es sei auch ein Beitrag gegen die teilweise „geplante Obsoleszenz“ der Hersteller, Produkte oder Teile davon nach einer gewissen Gebrauchszeit, meist nach Ablauf der Garantie, kaputt gegen zu lassen.
Dieter Roettig

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