In der Lachener Straße:

Sicherer radeln auf Dießens neuem Schutzstreifen

+
Jetzt ist es amtlich: Auf der verkehrsreichen Lachener Straße in Dießen werden beidseitig Schutzstreifen für Radfahrer aufgebracht. Initiatorin ist die grüne Gemeinderätin Petra Sander (rechts), hier beim Ortstermin mit „Radlpapst“ Prof. Ernst Roeckl vom ADFC.

Dießen – Im zweiten Anlauf hat sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Dießener Marktgemeinderat durchge­setzt: Entlang der Lachener Straße (St2055), von der Einmündung Bahnhof-/Neudießener-Straße Richtung Ammersee-Gymnasium, wird es beidseitig einen Schutzstreifen für Radfahrer geben. Er soll sich bis zur Fußgängerampel und dem dort beginnenden gemeinsamen Geh- und Radweg erstrecken.

Allerdings fiel das Votum nicht einstimmig zu Gunsten der Schutzstreifen und Radfah­rer aus. Acht Gemeinderäte stimmten mit „Nein“; sie glauben nicht daran, dass damit die Autofahrer langsamer und vorsichtiger fahren werden. Für die Schüler des Ammersee-Gymnasiums schlug man sogar alternative Routen vor, obwohl Radler bekanntlich stets den kürzesten Weg nehmen. „Die Schutzstreifen in der Lachener Straße sind wegen der straßennahen Bebauung die einzig machbare Lösung. Radwege sind hier leider nicht möglich“, so Petra Sander auf den Vorschlag, hier durchgehend Radwege zu bauen.

Sander, Initiatorin des Antrags, bekam Schützenhilfe von Boris Netschajew und Christian Sedl­mayr von der Polizeiinspektion Dießen, die auf Einladung von Bürgermeister Herbert Kirsch an der Sitzung teilnahmen. Netschajew, stellvertrender Inspektionsleiter, berichtete von seinen eigenen positiven Erfahrungen als Radler in Andechs-Erling, wo die Autofahrer wegen der Schutzstreifen achtsamer unterwegs seien. Das Bewusstsein der Autofahrer für die Zweiradler werde verstärkt.

Christian Sedlmayr, Verkehrssachbearbeiter in der Polizeiinspektion Dießen, schränkte allerdings ein, die Radler dürften sich nicht in „Scheinsicherheit“ wiegen. Die Schutzstreifen seien keine Radwege. Sie gelten als Bestandteil der Fahrbahn und sind nicht ausschließlich den Radfahrern vorbehalten. Die unter­brochenen Linien können im Bedarfsfall von anderen Fahrzeugen überfahren werden. Gleichwohl aber werden durch die unübersehbaren Markierungen mit dem Radpiktogramm den Radfahrern Schutz und ein gewisses Vorrecht eingeräumt.

Ein Argument für die Einrichtung der Schutzstreifen waren auch die auf Gehwegen verbotenen E-Roller, die demnächst die Straßen in Dießen erobern werden. Für Schüler des Ammersee-Gymnasiums eine echte Alternative zum Fahrrad.

Warum der Antrag im ersten Anlauf nicht abgesegnet wurde, war das im Raum stehende absolute Halte- und Parkverbot entlang der Lachener Straße. Man sah Probleme für Anlieger, Lieferdienste, Handwerker und die Müllabfuhr. Hier konnte Christian Sedlmayr jetzt Entwarnung geben. Eine derartige Beschilderung sei vom Staatlichen Bauamt Weilheim zwar empfohlen, aber nicht zwingend vorgeschrieben. Wenn man, wie in Andechs-Erling, auf die Schilder verzichtet, könne man bis zu drei Minuten halten. Das Parken auf den Schutzstreifen sei allerdings verboten.

Über das Okay des Markgemeinderates freute sich neben den Grünen vor allem „Radl­papst“ Prof. Ernst Roeckl im Publikum. Als aktives Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hatte er Sander bei der Antragstellung beraten und unterstützt.

Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Das sind die 10 Finalistinnen des Kreisbote TrachtenMadl 2019
Das sind die 10 Finalistinnen des Kreisbote TrachtenMadl 2019
Etablierte Landsberger Anwaltskanzlei bietet Räume an
Etablierte Landsberger Anwaltskanzlei bietet Räume an
Ein Kamerateam im Klinikum - was ist da los?
Ein Kamerateam im Klinikum - was ist da los?
Gabriele Uitz will nicht mehr als Bürgermeisterin kandidieren
Gabriele Uitz will nicht mehr als Bürgermeisterin kandidieren

Kommentare