Ein Vorbild sein und helfen

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In Dießen soll es bald eine organisierte Nachbarschaftshilfe geben: (von links) Katrin Dyballa hatte zum Infoabend Referentin Dr. Gaby von Rhein eingeladen. Unterstützung wurde auch seitens der Gemeinde, vertreten durch Bürgermeister Herbert Kirsch und Antoinette Bagusat (Gemeinderätin und Seniorenreferentin) zugesagt.

Dießen – „Nägel mit Köpfen“ möchte Bürgermeister Herbert Kirsch in Sachen Nachbarschaftshilfe machen. Noch im Oktober soll in der Marktgemeinde die Gründungsversammlung stattfinden.

Schon zum Info-Vortrag im Gasthof „Drei Rosen“ hatte sich rund 30 Interessierte versammelt. Als Referentin hatte Katrin Dyballa (Koordinationsstelle Engagierter Bürger im Landratsamt Landsberg) Dr. Gaby von Rhein von der Freiwilligen Agentur im Landkreis Regensburg gewinnen können.

„Die Nachbarschaftshilfe möchte dort einspringen, wo es Hilfe über den Gartenzaun nicht gibt und professionelle Dienste zu hoch gegriffen sind“, erklärte von Rhein. In ihrem Landkreis gab es im Jahr 2009 in drei Gemeinden eine organisierte Nachbarschaftshilfe, mittlerweile sind es bereits 18 Gemeinden, Tendenz steigend.

Bedarf für organisierte Nachbarschaftshilfe gäbe es aus demoskopischen Gründen bei den Senioren, aber auch Alleinerziehende oder Familien können Unterstützung gebrau-chen, so die Referentin. Je nach Bedarf bieten Nachbarschaftshilfen zum Beispiel Fahrdienste, Spaziergänge mit Rollstuhlfahrern oder Senioren, Krankenbesuchs- und Einkaufsservice sowie Kinderbetreuung oder Hausaufgabenbetreuung an.

Kirsch berichtete, dass er häufig insbesondere von älteren Bürgern gefragt werde, wo man unkompliziert Unterstützung finden könne. Unter anderem berichtete er von einer 90-jährigen Seniorin. Zu ihr nach Hause schickte der Bürgermeister eine Mitarbeiterin aus dem Rathaus, weil die alte Dame alleine war und Hilfe beim Ausfüllen von Formularen benötigte. „Viele Senioren sind allein und wollen trotzdem zu Hause bleiben. Und Alleinsein braucht Hilfe“, betonte von Rhein.

Hinsichtlich der Organisationsform von Nachbarschaftshilfen sind der Kreativität der ehrenamtlichen Macher kaum Grenzen gesetzt. Eine private Initiative mit Zettelkasten sei ebenso möglich wie die Kooperation mit Kirchen und Vereinen oder eine Vereinsgründung. Wichtig sei auch ein gutes Miteinander mit professionellen Hilfsdiensten. Eine kleine Aufwandsentschädigung bis 6,50 Euro sei ein Weg auch Jugendliche einzubinden, die sich ein kleines Taschengeld hinzuverdienen möchten.

Zu den Aufgaben des Landkreises, gehöre es, so die Referentin, für die Idee Nach-barschaftshilfe zu werben, Projekte anzuschieben, auszubauen, zu vernetzen und Netzwerke zu pflegen. Die Gemeinden seien gefragt, wenn es darum gehe, potentielle Akteure an einen Tisch zu holen, oder Fragen zu klären wenn es um die Organisationsform, die Trägerschaft oder die Versicherung der ehrenamtlichen Mitarbeiter gehe.

Grundsätzlich, so von Rhein, gelte die Regel „from the bottom to the top“, was bedeutet das Gemeinde und Landkreis nicht die Rolle von „Bestimmern“ sondern von Unterstützern einnehmen sollten. Bürgermeister Kirsch favorisierte die Gründung eines Vereins und betonte: „Die Ge­meinde würde selbstverständlich Mitglied werden“.

Ansprechpartner ist die k.e.b. im Landratsamt Landsberg, Telefon 08191/129478. oder bei Bürgermeister Herbert Kirsch, Telefon 08807/929425.

Ursula Nagl

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