In der Mühlstraße haben Flaneure Vorrang

Am Samstag startet in Dießen die Fußgängerzone

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Die Aufstellung der neuen Verkehrsschilder für die probeweise Fußgängerzone in der Mühlstraße wurde von Bürgermeister Herbert Kirsch und Ordnungsamtschefin Birgit Thaller begutachtet.

Dießen – Was wurde darüber diskutiert, gestritten und protestiert. Half alles nichts: Am Samstag startet die erste Fußgängerzone am Ammersee-Westufer. Der Dießener Marktgemeinderat blieb bei seinem Beschluss vom 12. März, die Mühlstraße ab dem Maibaum bis runter zum Untermüllerplatz an den Wochenenden von Samstag 14 Uhr bis Sonntag 20 Uhr sowie an Feiertagen für den Durchgangsverkehr zu sperren. Und zwar testweise bis September, wie Bürgermeister Herbert Kirsch bei der Aufstellung der neuen Hinweisschilder ausdrücklich betonte.

Denn darin liegt das große Missverständnis zwischen Anwohnern, Gewerbetreibenden und der Gemeinde. Es sei nicht geplant, die Fußgängerzone permanent geschweige denn auch unter der Woche zu installieren. Es gehe jetzt darum, die Aufenthaltsqualität von Anwohnern, Kunden und Gästen in den Sommer- und Ferienmonaten zu erhöhen. Man werde durch die beauftragte Planungsgesellschaft Stadt-Land-Verkehr genau beobachten und prüfen lassen, wie weit die Erprobung bei den Bürgern und Besuchern ankommt.

In einem Flyer, den die Marktgemeinde an alle Haushalte verteilen lässt, wird die neue Beschilderung erklärt. Die Fußgängerzone ist demnach eine Verkehrsfläche, auf der Fußgänger Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern haben. Für Autos und Motorräder ist der Bereich tabu, sogar Radfahrer müssen absteigen und schieben. Auch das Parken innerhalb der Fußgängerzone ist verboten. Anwohner mit Zufahrtsberechtigung – bislang haben sie 83 beantragt – dürfen mit Schrittgeschwindigkeit zu ihren Grundstücken oder Stellplätzen fahren.

Geschäftsinhabern, die ein „Sterben der Mühlstraße“ befürchteten, rät die Marktgemeinde zu längeren Öffnungszeiten am Samstag. Auch die Gastronomie habe die Möglichkeit, ihre Freiraumflächen an den Wochenenden ohne Extragebühren zu vergrößern. Geschäftsleiter Karl Heinz Springer kann sich sogar Straßenfeste, Flohmärkte oder Straßenmusiker vorstellen, um die Mühlstraße zusätzlich aufzuwerten. Das gerade fertiggestellte Tosbecken mit „erlebbarem Wasser“ werde durch die Fußgängerzone noch attraktiver.

Die Gewöhnungsphase

Falls jemand befürchtet, dass ihm die Gewohnheit ein Schnippchen schlägt: Bürgermeister Herbert Kirsch betonte bei der Aufstellung der Schilder, dass man Verkehrsverstöße an den ersten Wochenenden sehr kulant behandeln und nicht bestrafen werde. Denn die ungewohnte Fußgängerzone müsse sich ja erst einspielen. Viele Dießener Familien freuen sich schon auf die Wochenenden, wo sie mit ihren Kindern ungestört von Autos und Motorradgeknatter durch die Mühlstraße flanieren können. 

Dieter Roettig

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