Die Planungen laufen an

Dießen baut ein würdiges Museum für Carl Orff

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So soll das neue Carl-Orff-Museum am Ziegelstadel in St. Georgen aussehen. Wohn- und Arbeitshaus von Carl Orff werden durch einen Zwischenbau und ein drittes Gebäude ergänzt.

Dießen – Jetzt geht es zügig voran mit dem neuen Carl-Orff-Museum direkt bei seinem Wohn- und Arbeitshaus am Ziegelstadel 1. Der Marktgemeinderat gab jüngst einstimmig sein Okay für die Aufstellung eines Bebauungsplanes zur Schaffung des Baurechts. Bis Mitte kommenden Jahres soll die Planung rechtskräftig sein, so dass ab 2021 gebaut werden kann.

Judith Janowski, die rührige Generalsekretärin der Carl-Orff-Stiftung, erläuterte den Gemeinderäten nochmals das Konzept der Meck Architekten aus München. Sie waren als Sieger des Gestaltungswettbewerbs von Gemeinde und Orff-Kuratorium hervorgegangen. Da die Jury keinen ersten, sondern zwei zweite Plätze vergeben und eines der Architekturbüros seinen Vorschlag zurückgezogen hatte, kommen jetzt die Meck-Architekten zum Zuge.

Das Arbeitszimmer des Komponisten Carl Orff wird originalgetreu im Museum nachgestaltet

Sie gingen respektvoll und sensibel bei ihren Planungen vor, da das Orffsche Wohn- und Arbeitshaus am Ziegelstadel 1 in St. Georgen unter Denkmalschutz steht. Carl Orff (1895 - 1982) hatte das Anwesen 1954 mit seiner damaligen Ehefrau, der Schriftstellerin Luise Rinser, gekauft und umbauen lassen. Orff wollte bei der Umgestaltung der Gebäude ein durch eine überdachte Pergola verbundenes Wohn- und Arbeitshaus schaffen, in dessen ersten Stock er sich seine „Werkstatt“ einrichtete und das Erdgeschoss für seine Instrumentensammlung nutzte. 27 Schaffensjahre sollten ihm hier vergönnt sein.

Die Meck-Architekten verbinden jetzt Wohn- und Arbeitshaus (insgesamt 600 Quadratmeter) sowie die Pergola mit einem eingeschossigen Flachbau und einem dritten Haus. Der Eingang des Museums befindet sich dabei an der Nordostseite. Der zwischen die drei Hauptbaukörper geschobene eingeschossige Zwischenbau nimmt das Foyer, einen Lichthof, das Schulwerk, die Ausstellung mit 200 Instrumenten, das „Arbeitszimmer 2.0“ und ein Museums-Café auf. Die Wettbewerbsjury urteilte: „Die Balance zwischen Stärkung des Bestandes und der Entwicklung einer eigenständigen Museumsidentität ist gelungen.“ Das dritte Gebäude erhält ein gegenläufiges Tonnendach aus Kreis und Bogen, abgeleitet vom „Rad der Fortuna“ im Garten des Anwesens.

Schauen, zuhören, tun

Gemäß dem Orff-Kuratorium mit Bürgermeister Herbert Kirsch an der Spitze soll am Ziegelstadel ein „würdiges Museum“ entstehen, das Leben und Werk des Carmina Burana-Komponisten zum Schauen, Zuhören, Lesen und Tun präsentiert. Es richtet sich nicht nur an Besucher aus der Region, sondern auch an ein überregionales Publikum aus Kultur- und Musikinteressierten sowie an die internationale Gemeinschaft der Orff-Experten.

Laut Generalsekretärin Judith Janowski versteht sich das Museum als „generations- und kulturübergreifende sowie familienfreundliche Institution für Bildung und Kommunikation“. Sogar Tagungen und Workshops sind geplant. Eine der Besucher-Zielgruppen sind Schulklassen, die die Fahrt nach Dießen mit einem Wandertag kombinieren könnten.

Während direkt am neuen Museum 16 Besucherparkplätze, davon einer für Menschen mit Behinderung, vorgesehen sind, sollen Omnibusse beim nahen Marienmünster parken. Schulklassen dürfen dann zum rund einen Kilometer entfernten Orff-Museum wandern. Sollte an bestimmten Tagen, wie zum Beispiel beim jährlichen Carl-Orff-Fest, viel Andrang bestehen, könne man auch einen Shuttle-Betrieb einrichten, so Bürgermeister Kirsch.

Es war laut Kirsch ein Herzenswunsch der Orff-Witwe Liselotte (1930 - 2012), irgendwann das 1991 eröffnete Carl-Orff-Museum in der Hofmark auf das Orff-Anwesen am Ziegelstadel in St. Georgen zu verlegen. Dieser Wunsch könnte rund zehn Jahre nach ihrem Ableben in Erfüllung gehen.
Dieter Roettig

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