Bau- und Umweltausschuss stimmt gegen Nutzungsänderung

Nur zwölf Konzerte jährlich im Dießener Craft-Bräu

+
Ausgebremst wurde der Antrag von Craft-Bräu Mitinhaber Dr. Martin Hug auf eine Lizenzerweiterung zur „Schank- und Speisewirtschaft mit Musikveranstaltungen“.

Dießen – Es sollte ein neuer musikalischer Hotspot in Dießens Zentrum werden. Mit wöchentlichen Live-Konzerten wollte die Micro-Brauerei Craft-Bräu für eine kulturelle Bereicherung in der Marktgemeinde sorgen. Doch daraus wird – zumindest vorerst – nichts. Der Bau- und Umweltausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich gegen eine Nutzungsänderung der Gassenschänke in eine „Schank- und Speisewirtschaft mit der Durchführung von Musikveranstaltungen“. Ein Trost für die Craft-Bräu-Fans: Zwölf Live-Konzerte im Jahr sind durch die bisherige Gaststättenlizenz erlaubt und werden auch weiterhin in der stylischen Ausschankhalle stattfinden.

Vorausgegangen war die Beschwerde eines direkten Nachbarn, der die bislang veranstalteten Konzerte als zu laut und damit als unzumutbare Belästigung empfand (der KREISBOTE berichtete). Obwohl die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Geräuschpegelmessung nach dem Immissionsschutzgesetz noch nicht vorlagen, gaben die Gemeinderatsmitglieder im Bau- und Umweltausschuss kein grünes Licht für eine Erweiterung der Lizenz. Die Halle des Craft-Bräu liege in einem sogenannten Mischgebiet. Diese dienen laut Gesetz „dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, soweit sie das Wohnen nicht wesentlich stören.“ Zulässig seien auch Schank- und Speisewirtschaften. Ob hierunter jedoch auch ein Lokal mit regelmäßigen Live-Konzerten zähle, müsse vom Landratsamt Landsberg geprüft werden. Ebenso solle die Behörde überprüfen, ob auf Grund der beantragten neuen Nutzung ein höherer Stellplatzbedarf entsteht. Im Klartext: Sollte die Nutzungsänderung doch eines Tages noch genehmigt werden, müssten die beiden Craft-Bräu Inhaber Dr. ­Martin Hug und Claus Bakenecker weitere vier Parkplätze von der Marktgemeinde ablösen. „Diese 40.000 Euro sind für einen Nebenerwerbsbetrieb wie unseren nicht zu stemmen“, so Dr. Martin Hug gegenüber dem KREISBOTEN.

Der Chemiker und Hobby-Bierbrauer findet die ablehnende Haltung des Bau- und Umweltausschusses mehr als schade. „Der Eintritt bei unseren Konzerten ist stets frei. Die Künstler erhalten nur eine sogenannte Hutgage, das heißt gesammelte freiwillige Spenden.“ Dr. Martin Hug und Partner Claus ­Bakenecker (Diplom-Sportlehrer) vertreten die Meinung, dass die Durchführung der bisherigen Veranstaltungen stets innerhalb der durch den Immissionsschutz vorgegebenen rechtlichen Grenzen blieben: „Die Konzerte sind zwar außerhalb unserer Halle wahrnehmbar, aber unserer Ansicht nach nicht störend.“

Wegen den Beschwerden eines Nachbarn habe man ­bereits für Maßnahmen gesorgt wie das Abhängen der Wände mit Schallschutzvorhängen, einer ­Schallschleuse im Eingangsbereich und ständig ­geschlossenen Eingangstüren. Außerdem würden alle Konzerte pünktlich um 22 Uhr enden. Um die Faktenlage auf gesicherte Füße zu stellen, habe man auf eigene Kosten ein unabhängiges Ingenieurbüro mit Schallschutzmessungen vor Ort beim streitbaren Nachbarn beauftragt.

Über die zukünftige Programmgestaltung in der Micro ­Brauerei wollen sich Dr. ­Martin Hug und Claus Bakenecker ­während der kommenden Feiertage ­Gedanken machen und ­eventuell ein neues Konzept erstellen. Ans Aufhören mit dem Brauen ­ihrer unfiltrierten Bierspezialitäten denken sie aber keinesfalls.

Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Zwei- und Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Zwei- und Vierbeinern!
Keine Stille Nacht allein unterm Baum
Keine Stille Nacht allein unterm Baum
Landsberger zahlt Unterhalt mit Drogen
Landsberger zahlt Unterhalt mit Drogen
Vorbildlich: E-Carsharing jetzt in Kaufering
Vorbildlich: E-Carsharing jetzt in Kaufering

Kommentare