7 Kandidaten

Vom Bauernhof ins Dießener Rathaus?

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Die parteifreie Marianne Scharr wurde jetzt offiziell von der Gruppierung „Gemeinsam für Dießen“ zur Bürgermeister-Kandidatin für Dießen aufgestellt.

Dießen – Jetzt ist sie ganz offiziell auf den Zug in Richtung Rathaus aufgesprungen: Marianne Scharr, die parteifreie Bürgermeisterkandidatin aus Dettenschwang. Was ihr noch fehlt, sind 180 Unterschriften von wahlberechtigten Dießener Bürgern als Ticket. Die Unterstützungsliste liegt ab sofort im Dießener Rathaus auf.

Auch in den Ortsteilen können sich Unterstützer eintragen: Am 13. Januar 2020 in Dettenschwang (Feuerwehrhaus), am 14. Januar in Dettenhofen (Feuerwehrhaus), am 15. Januar in Obermühlhausen (Dorfstadel) und am 16. Januar in Riederau (Kindergarten).

Im Dießener Kandidatenzug sitzen bereits sechs Bewerber mit dem gleichen Ziel: Hannelore Baur (SPD), Volker Bippus (UBV), Roland Kratzer (CSU), Sandra Perzul (Dießener Bürger), Gabriele Übler (Bündnis 90/Die Grünen) und Florian Zarbo (Freie Wähler).

Im Gegensatz zu ihnen musste Marianne Scharr, da parteifrei, erst eine kommunalpolitische Gruppierung gründen. Die heißt „Gemeinsam für Dießen“ und verfolgt als Zweck „die Förderung der politischen Kultur in Dießen“ und insbesondere „die Förderung eines eigenen unabhängigen Bürgermeister-Kandidaten“. Vorsitzender der Gruppierung ist Christian Scharr, sein Stellvertreter ist Peter Keck. Die Kasse führt Sarah Frank und das Amt der Schriftführerin übernahm Anna Ruch. Bis dato haben sich 18 Mitglieder der Gruppierung angeschlossen.

Nach der ersten Vorstellung von Marianne Scharr Anfang Juni im Landgasthof „Tannenhof“ fand die offizielle Kandidaten-Kür jetzt ohne Gegenstimme in der Wengener Gaststätte „Mara“ statt – von Scharr ganz bewusst gewählt, „denn Dießen besteht nicht nur aus der Mühlstraße“. Damit unterstrich sie bereits, dass sie einen Schwerpunkt ihrer Arbeit neben Dießen auch in den Ortsteilen sieht.

Marianne Scharr (53) ist eine Frau der leisen Töne, die aber aber genau weiß, was sie will: Vom heimischen Bauernhof in Dettenschwang ins Dießener Rathaus wechseln und Herbert Kirsch ablösen, der bekanntlich nach 24 Jahren nicht mehr kandidiert. Wie vielseitig die Kandidatin ist, zeigt sich bei ihrer Vita. Geboren im Weilheim wuchs sie in Dießen-St. Georgen auf, besuchte die Realschule und wurde Arzthelferin. Nach der Übernahme eines Milchviehbetriebes mit Weidehaltung zusammen mit ihrem Mann Thomas lernte Scharr Hauswirtschaftsmeisterin und bildete sich weiter zur Ernährungs- und Agrarbürofachfrau.

Neben der Arbeit auf dem Hof und der Erziehung ihrer vier Kinder absolvierte die Dettenschwangerin diverse Zusatzausbildungen und war als Freie Dozentin für die Andreas-Hermes-Akademie viel unterwegs. Im „vlf-Bezirksverband Oberbayern für landwirtschaftliche Fachbildung“ mit 25.000 Mitgliedern ist sie 1. Vorsitzende

Daneben schlägt ihr Herz für die Kommunalpolitik. Seit zwölf Jahren sitzt Scharr im Dießener Marktgemeinderat als Mitglied im Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss sowie als Breitbandpatin. Hier hat sie das schnelle Internet in Dießen und Umgebung entscheidend mit vorangetrieben. Wer meint, dass Marianne Scharr mit all ihren Aufgaben ausgelastet ist, liegt falsch. Sie radelt gern, geht Schwimmen, wandert auf dem Jakobsweg und spielt in der Theatergruppe „Dettenschwanger Quellgeister“.

Mitgestalten

Als Gemeindechefin möchte Scharr die Bürger bei weitreichenden Entscheidungen mehr ins Boot holen. Sie wisse, dass man als Bürgermeisterin einen langen Atem und ein dickes Fell braucht. Aber sie wolle mitgestalten und fürchte sich nicht vor Herausforderungen. Marianne Scharr möchte die Menschen verbinden, ausländische Mitbürger einbinden, Dießen als Künstlerort fördern und sich für Bildung, Vereine und Sport einsetzen. Das Wohnen mit einem „klimabewussten Energiemanagement“ müsse auch für Einheimische bezahlbar bleiben.

Wichtig seien auch die Entwicklung eines „lebensraumfreundlichen Verkehrskonzeptes“ sowie die Schaffung einer „bürgerfreundlichen digitalen Infrastruktur“. Scharrs Ziel sei es, Dießens wertvolle Lebens- und Wirtschaftsbereiche nachhaltig und behutsam weiterzuentwickeln und achtsam passende Neuerungen einzuführen.

Sollte Marianne Scharr im Mai kommenden Jahres vom Bauernhof ins Rathaus wechseln, führen Sohn Christian und ihr Mann weiter mit der Landwirtschaft. Sie drücken der Kandidatin die Daumen wie auch Sohn Roland sowie die Töchter Lydia und Karina.
Dieter Roettig

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