"Ihr müsst die Samen säen"

Dießener Frauenbund feiert seinen 95. Geburtstag

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Der Dießener Frauenbund wird heuer 95!
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Der Dießener Frauenbund wird heuer 95!

Dießen – Die Gäste sind aus allen Himmelsrichtungen in den Klosterhof in Dießen geströmt. Denn es gab Großes zu feiern: Auf stolze 95 Jahre kann der Dießener Frauenbund mittlerweile zurückblicken. Die Frauen aus Vorstand und Ausschuss haben über Monate für „ihr Geburtstagskind“ ein fulminantes Fest vorbereitet. Man wollte feiern, aber auch auf die Erfolgsgeschichte Revue passieren lassen. Vor allem Emilia Müller, Landesvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes, machte in ihrer Rede auf die Bedeutung des Vereins aufmerksam.

Eröffnet wurden die Feierlichkeiten von Dießens Pfarrer Josef Kirchensteiner im Marienmünster. In seiner Ansprache im Dießener Barockjuwel erzählte der Pfarrer zunächst eine kleine Geschichte. Sie handelte von Frauen beim Shopping. Wurde hier etwa die Kliescheékeule ausgepackt? Keineswegs. In einer Nobelboutique treffen sie einen Engel hinter der Ladentheke, der höflich nach ihren Wünschen fragt. „Einmal wollen wir bessere Ausbildung, dann interessieren wir uns für beste gesellschaftliche Bedingungen für Frauen, wir wollen gleichen Lohn für Frauen und Männer, die Mütterrente, und dann wollen wir noch, dass Frauen in der Kirche mehr zu sagen haben …“ –“Stopp“, unterbricht der Engel: „Wir verkaufen hier nur den Samen, säen müsst ihr ihn schon selber.“

Und genau das tut der Dießener Frauenbund jetzt schon seit fast einem Jahrhundert. Vor 95 Jahren hat Frauenbundgründerin Käthe Englaro den Samen in Dießen gesät – vieles sei seither gewachsen, betonte Kirchensteiner und überreichte der Landesvorsitzenden Emilia Müller ein Säckchen voller Samen als Symbol für die Kraft, die in dem Zukunftsmotto der Andacht und der Frauenbundarbeit allgemein steckt: „Wachsen und Gedeihen“. Am Portal des Marienmünsters verabschiedeten Pfarrer und Ministranten die Kirchenbesucher mit kleinen Säckchen voller Samen. Sie sind von den Vorstandsfrauen in liebevoller Feinarbeit gefüllt und verschnürt worden. 200 Stück.

Dass der Frauenbund jetzt schon so lange seine Arbeit erfolgreich verrichten kann, ist keine Selbstverständlichkeit. „Weder für uns Menschen noch für Vereine ist es ein Kinderspiel, 95 Jahre alt zu werden – und dann noch so lebendig zu bleiben wie Ihr Zweigverein“, freute sich Landesvorsitzende Müller bei ihrer Festtagsrede im Traidtcasten. Dies geschehe nur mit guter Pflege und mit dem Engagement aller Frauen. Auch die Entscheidung, mit einer Geburtstagsfeier nicht weitere fünf Jahre zu warten bis das Jahrhundert voll ist, „finde ich hervorragend. Der Zeitpunkt, ein klares Signal für die Bedeutung der Frauenbewegung – gestern, heute, morgen – zu setzen, könnte nicht besser gewählt sein.“

Die Gründe: 2018 ist das Jahr, in dem Bayern 100 Jahre Frauenwahlrecht feiert. 2018 ist aber auch das Jahr, in dem der Frauenanteil bei der Bayerischen Landtagswahl auf 27 Prozent gesunken ist. Grund und Anlass, weiter zu kämpfen und Ressourcen zurückzuholen auf dem Polit-Parkett. 2018 äußert sich der Frauenbund klar zum großen Reformbedarf in der Kirche.

„Dennoch“, fährt Müller fort: „Der Frauenbund bleibt in Bewegung. Das ist nicht Kür, das ist Pflicht.“ Müller möchte in der nächsten Zeit die Attraktivität des Vereins steigern und gleichzeitig die Aktivitäten und Erfolge besser nach außen transportieren. Abschließend machte die Landesvorsitzende nochmals die Bedeutung des Frauenbundes deutlich: „Wir gestalten Gesellschaft, Politik und Kirche. Ohne Frauen, die sich vor Ort einsetzen, geht nichts. Seien sie stolz darauf, was sie bewegen!“

Im Anschluss an die leidenschaftliche Rede Müllers wurde schließlich ordentlich gefeiert. Denn dafür war man ja schließlich zusammen gekommen. Dazu lebhafte Begegnungen, gute Gespräche und Musik von der Frauenbund-Combo „Spätlese“. Na dann, auf die nächsten 95 Jahre!

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