Lärm ums stille Örtchen

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Die Toiletten am Bahnhof werden seit einigen Monaten von einer Spezialfirma gereinigt und sind kostenlos.

Dießen – Mehrheitlich wurde am Montagabend ein Antrag aus der Dettenschwanger Ortsversammlung abgelehnt. Die Dettenschwanger hatten sich im März im Gasthof Stangl per Handzeichen dafür ausgesprochen, dass der Gemeinderatsbeschluss vom 22. Februar 2016 zur Einstellung der Förderung der Aktion „Nette Toilette“ aufgehoben werden soll. Der Gemeinderat bekräftigte stattdessen seinen Beschluss mit einer fast einstimmigen Mehrheit. Für die „Nette Toilette“ sprach sich allein Michael Hofmann (Bayernpartei) aus.

Seit 2011 hatten in Dießen mehrere Gastronomiebetriebe ihre Toiletten für Besucher ohne Konsumzwang geöffnet und bekamen dafür von der Gemeinde einen Zuschuss zur Reinigung. Die Aktion entstand auf Initiative des Dettenschwangers Hofmann, der sie in der jüngsten Gemeinderatssitzung einmal mehr leidenschaftlich aber erfolglos verteidigte. Es bleibt dabei, mit der „Netten Toilette“ ist zum Jahresende endgültig Schluss.

Die Notwendigkeit von öffentlichen Toiletten sei in der Dettenschwanger Ortsversammlung sicher anschaulich geschildert worden, meinte Hanni Baur (SPD). Aber das Angebot in Dießen habe sich in den letzten Jahren verbessert. So dass auch die Dettenschwanger nach Anreise aus ihrem Ortsteil in die Stammgemeinde nicht in Nöte kommen müssten. Seit zwei Jahren gäbe es wieder neue öffentliche Toiletten am Bahnhof und bald komme eine weitere Toilette am neuen Seekiosk hinzu. Außerdem sind auch die Toiletten im Rathaus zu den Öffnungszeiten frei zugänglich, ebenso wie die Toiletten im Pfarrzentrum am Klosterhof. Susanne Plesch (CSU) betonte, dass es auch eine öffentliche Toilette auf dem Friedhof St. Johann gäbe, die häufig vergessen werde.

Volker Bippus (UBV) betonte in seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender des MTV Dießen, dass die Toiletten des Vereinslokals in der Jahnstraße auch weiterhin ohne gemeindlichen Zuschuss für Spaziergänger offen stünden. In dasselbe Horn stieß auch Martin Brink (Freie Wähler): „Toiletten zur Verfügung zu stellen ist die ureigenste Aufgabe jedes Gastronomiebetriebes, jedes Unternehmens, jeder Tankstelle. Wer Leute nicht aufs Klo lässt macht Negativwerbung“, so der Unterbräu-Wirt. Auch Antoinette Bagusat hielt eine finanzielle Unterstützung für Gastronomen für nicht notwendig: „Ich durfte bislang jede Toilette benutzen“. Fazit von Brink: „Wir sind alle für die ‚Nette Toilette‘, aber ohne Zuschuss“.

Die Förderung, die es bislang für die „Nette Toilette“ gab, sei zukünftig sinnvoller in die Reinigung der Bahnhofstoilette investiert, meinte Petra Sander (Grüne). Vor Kurzem hat die Gemeindeverwaltung die Reinigung der Bahnhofstoiletten, die ursprünglich dem Pächter der Bahnhofslokalität oblag, an eine Reinigungsfirma vergeben. Seitdem, so Bürgermeister Herbert Kirsch, seien ihm keine Beschwerden mehr wegen Verschmutzungen oder Vandalismus zu Ohren gekommen. „Stattdessen bekommt die Gemeinde etwas mehr Pacht für das Lokal“.

Ursula Nagl

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