Dank Sparstift

Dießener Haushalt ohne neues Darlehen

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Die Eingangstüre des Dießener Rathauses wird behindertengerecht ausgetauscht, der Glockenturm im Altbau muss ebenso wie der Parkplatz saniert werden und im Einwohnermeldeamt werden aus Datenschutzgründen Glastrennwände eingebaut.

Dießen – Max Steigenberger, Herr der Zahlen im Dießener Rathaus, konnte bei den Beratungen zum Verwaltungshaushalt wieder mit einer erfreulichen Nachricht aufwarten: Im 16. Jahr in Folge muss die Marktgemeinde keine Darlehen aufnehmen. Der Schuldenstand betrug zum Ende des letzten Jahres gerade mal 405.000 Euro, was aber ausschließlich das gebührenfinanzierte Wasserwerk betrifft.

Noch mehr erfreuliche Zahlen gab der Kämmerer in seinem letzten Haushaltsentwurf – er geht demnächst in den Ruhestand – bekannt. Die Steuerkraft des Marktes stieg um 107,88 Euro auf 987,21 Euro je Einwohner. Die Umlagekraft, nach der sich die Kreisumlage berechnet, stieg auf 11.959.290 Euro, was ein Plus von 1.644.693 bedeutet. Die Einnahmen aus dem Bereich der Einkommens- und Umsatzsteuer wurden im Haushalt mit insgesamt 8.420.000 Euro veranschlagt. Das sind 720.000 Euro mehr als im Vorjahr. An Gewerbesteuereinnahmen werden heuer 3,3 Millionen Euro erwartet, was gegenüber dem Ansatz des Vorjahres 300.000 Euro mehr sind. Insgesamt rechnet Dießen 2019 inklusive Grundsteuer, Zweitwohnungssteuer, Schlüsselzuweisung etc. mit Einnahmen von 14.761.000 Euro. Wobei die Schlüsselzuweisungen im Haushaltsentwurf mit nur 1,1 Millionen Euro geschätzt sind, also 921.500 weniger als im Vorjahr.

Die an den Landkreis Landsberg abzuführende Kreisumlage beziffert sich trotz einer Senkung des Hebesatzes von 54,0 Punkten auf 53,0 Punkte auf 6.338.500 Euro – das sind wegen der gestiegenen Umlagekraft 768.600 Euro mehr als im Vorjahr. Jeder Punkt der Kreisumlage kostet die Marktgemeinde heuer 119.592,90 Euro.

Der Gesamthaushalt der Marktgemeinde Dießen beträgt für das neue Jahr 33.042.000 Euro, wobei der Verwaltungshaushalt Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 21.894.000 Euro enthält und der Vermögenshaushalt 11.147.500 Euro. Darin enthalten sind unter anderem die Ausgaben für den Sozialwohnungsbau in Neudießen mit 3,1 Millionen Euro und auch Grunderwerbskosten inklusive Nebenkosten für unbebaute Grundstücke mit rund zwei Millionen Euro. Der Entwurf des Haushaltsplanes kann mit einer Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 7.665.300 Euro in Einnahmen und Ausgaben abgeglichen werden. Die Rücklagen des Marktes sind dann bis auf die gesetzlich vorgeschriebene Mindestrücklage von 270.000 Euro aufgebraucht.

Punkt für Punkt gingen die Mitglieder des Finanzausschusses die einzelnen Posten im Haushaltsentwurf in Hinblick auf mögliche Einsparungen durch. Dabei ergab sich eine Diskussionen über den geplanten Etat für die Feuerwehren der Gemeinde Dießen. Hinterfragt wurde die Notwendigkeit eines neuen Kommandofahrzeuges, das wegen der hohen Anschaffungskosten nicht unbedingt ein BMW sein müsse. Abgeschmettert wurde hingegen gleich eine Brandmeldeanlage für das Dießener Feuerwehrhaus. Bei der Carl-Orff-Schule sah man die Notwendigkeit eines extra Beach-Volleyball-Platzes nicht ein, ebenso wenig wie den Kauf eines Aufbackautomaten der Spitzenklasse für den Pausenkiosk der Schule. Wenig Verständnis hatte man für den Wunsch des Seniorenbeirats, alle zwei Jahre eine teure Briefwahl durchzuführen. Wegen einer Ausweitung der Wahlperiode wollte sich Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch mit dem Seniorenbeirat ins Benehmen setzen.

Beim Strandbad St. Alban stellte Kirsch die für 2019 errechneten Einnahmen von 142.400 Euro in Frage. Sollten sich aufgrund der verlängerten Öffnungszeiten wegen der Schlüsselrückgabe (der KREISBOTE berichtete) keine Badeaufseher finden, müsse man eventuell Rutsche und Badeinsel abbauen und als Naturbad auf Eintrittsgelder verzichten.

Dieter Roettig

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