Wahl der Beiratsmitglieder steht noch aus

Dießener Jugendbeirat steht in den Startlöchern

Die Initiatoren des Dießener Jugenbeirats
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Die Initiatoren des Dießener Jugenbeirats: Lea Schürer, David Hemsing, Ella Streefkerk, Lorenz Leitner und Stefanie Sanktjohanser (v.l.) im Jugendzentrum in der Johannisstraße.
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Dießen – Jetzt könnten die Initiatoren des Dießener Jugendbeirats endlich loslegen, werden aber durch die Corona-Einschränkungen ausgebremst. Nachdem der Marktgemeinderat in seiner aktuellen Sitzung die Satzung einstimmig abgesegnet hat, stünden die Wahlen der Beiratsmitglieder und der Vorstandschaft an, sind aber Pandemie-bedingt nicht möglich. Sobald Versammlungen wieder zugelassen sind, will man das unmittelbar nachholen.

Wie berichtet, hat der Gemeinderat im November letzten Jahres der Einrichtung eines Jugendbeirats zugestimmt. Die Verwaltung wurde mit der Ausarbeitung einer tragfähigen Satzung beauftragt, die jetzt vorgestellt wurde. Laut Präambel repräsentiert der Jugendbeirat die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde und vertritt deren Interessen. Er versteht sich als Bindeglied zum Markgemeinderat und wird ihn, seine Gremien sowie die Verwaltung in grundsätzlichen Fragen der Jugendarbeit beraten. Damit soll auch eine breite Beteiligung der Dießener Jugend an den sie betreffenden Entscheidungen ermöglicht werden.

Der Jugendbeirat kann auf eigene Initiative Stellungnahmen zu Jugendfragen an den Gemeinderat, die Verwaltung und auch an die Öffentlichkeit abgeben. Diese sollen innerhalb von drei Monaten von den zuständigen Gemeindeorganen behandelt und einer Entscheidung zugeführt werden.

Fünf bis maximal neun gewählte Jugendliche, Jugendreferent Frank Fastl sowie Bürgermeisterin Sandra Perzul bilden den Jugendbeirat, wobei nur die Jugendlichen stimmberechtigt sind. Die Jugendbeiratsmitglieder werden im Rahmen einer Jungbürgerversammlung auf die Dauer von zwei Jahren gewählt. Wahlberechtigt sind Jungbürger mit Hauptwohnsitz Dießen im Alter von 15 bis 27 Jahren. Aus ihrer Mitte wiederum wählt dann der konstituierte Jugendbeirat seinen Vorsitzenden, einen Stellvertreter und einen Schriftführer.

Damit darf künftig die Jugend der Marktgemeinde ein Wörtchen mitreden bei den sie betreffenden kommunalpolitischen Prozessen. Die beiden Initiatorinnen, die sich mit ihrem Anliegen direkt an Bürgermeisterin Sandra Perzul gewandt hatten, sind die Studentin Lea Schürer (20) und die Abiturientin Ella Streefkerk (20). Unterstützung für ihr Anliegen bekamen sie von Jugendreferent Frank Fastl (Freie Wähler) und Simon Brieger, dem Leiter des Jugendzentrums „Juz“ in der Johannisstraße. Dort fand nach dem grundsätzlichen Okay des Gemeinderats eine erste Pressekonferenz statt, wo sich auch die Mitstreiter der ersten Stunde vorstellten: Tätowiererin Stefanie Sanktjohanser (26), Abiturient David Hemsing (21) und Mechatroniker Lorenz Leitner (27).

Angeregt zur Gründung eines Jugendbeirats wurde Dießens Jugend bereits vor den Kommunalwahlen 2020, als alle sieben Bürgermeisterkandidaten im Juz Rede und Antwort standen. Ernst wurde es schließlich damit im Spätherbst mit dem aus Sicherheitsgründen bedingtem Abbau der Skateranlage auf dem Gelände des MTV, bei dem sich die Jugend komplett übergangen fühlte. Dass ihr beliebter Treffpunkt quasi über Nacht verschwunden ist, wollten sie nicht so einfach hinnehmen. Mit massivem Protest in den sozialen Medien und vielköpfigem Besuch der das Thema behandelnden Gemeinderatssitzung wurde erreicht, dass die Rampen nach einer Reparatur durch den Bauhof wieder aufgestellt wurden. Zudem erhöhte der Gemeinderat das Budget für Sanierung und Erweiterung des Skateranlage auf 60.000 Euro.

Dieses Ergebnis habe den Jugendlichen gezeigt, dass man trotz Gegenwind mitwirken und etwas bewegen kann. Man habe so die kommunalen Strukturen und die richtigen Ansprechpartner kennengelernt. Und es habe die Kompromissbereitschaft der Marktgemeinde gezeigt, zusammen mit der Jugend eine Lösung zu finden.

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