Sanierung abgeschlossen

Dießener Marienmünster erstrahlt im neuen Glanz

Pfarrer Josef Kirchensteiner und Kirchenpflegerin Barbara Mann.
+
Ein letzter Besuch hoch oben bei der frisch renovierten Turmuhr des Marienmünsters, bevor das Gerüst abgebaut wird: Pfarrer Josef Kirchensteiner und Kirchenpflegerin Barbara Mann.
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
    schließen

Dießen – Seit September ist der Kirchturm des Marienmünsters bis zur Zwiebelkuppe mit einem 25 Etagen hohen Rundum-Gerüst samt Lastenaufzug und Staubschutznetzen verhüllt. Bis zum Jahresende sollte die Sanierung eigentlich abgeschlossen sein, die sich aber wegen Corona-bedingten Arbeitsausfällen, langer Frostperiode und unvorhergesehenen Schäden an der Turmuhr um gut vier Monate verzögert hatte. Jetzt konnten alle Arbeiten abgeschlossen werden und der Abbau des 54 Meter hohen Gerüsts erfolgt in diesen Tagen. Vorher aber kam noch „hoher Besuch“ und wurde dank Sondergenehmigung mit dem Lastenaufzug hoch nach oben gefahren.

Altes Münster, neuer Turm

Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig
Marienmünster Dießen nach der Sanierung
Die Sanierung des Dießener Marienmünsterturms ist abgeschlossen. © Roettig

Hausherr und Pfarrer Josef Kirchensteiner konnte zur Begutachtung der Sanierung Ex-Kultusminister Dr. Thomas Goppel, Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil vom Landesamt für Denkmalschutz sowie Dießenes Bürgermeisterin Sandra Perzul begrüßen. Sie feierte an diesem Tag ihren 41. Geburtstag und betrachtete die grandiose Aussicht über den Ammersee bis weit ins Gebirge als exklusives Geschenk.

Fachmännische und schwindelfreie Führer rund um die Turmspitze waren zwei Frauen: Architektin Verena Selmigkeit vom zuständigen Staatlichen Hochbauamt in Weilheim und Kirchenpflegerin Barbara Mann, die Dr. Goppel und Prof. Pfeil für ihren Einsatz bei der zügigen Umsetzung der Sanierung dankte. Die beiden Damen zeigten sich übrigens sportlich und absolvierten den Aufstieg zum Zwiebelturm über die 250 Stufen des Gerüsts zu Fuß.

Die Sanierung des Kirchturms war überfällig geworden, nachdem Wind und Regen vor allem an der Westseite erhebliche Verwitterungsschäden verursacht hatten. Nach der Ausbesserung des Putzes trugen die Maler auf der 2.400 Quadratmeter großen Turmfassadenfläche zwei Farbtöne in jeweils drei Farbschichten auf. Neben den lädierten hölzernen Schallläden wurde auch die „Glockengang-Nebenausgangstüre“ instand gesetzt.

Aufgrund der Höhe konnten die Turmuhr-Schäden wie verbogene Zeiger oder Abplatzungen der Goldauflage an der Fassung des Ziffernblatts erst nach dem Aufbau des Gerüsts festgestellt werden. Die nicht unerheblichen Kosten der Schönheitsreparatur muss die Pfarrgemeinde Dießen selbst übernehmen, während für die Turmsanierung seit der Säkularisierung der Freistaat Bayern zuständig ist. Laut Daniel Günther, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Weilheim, liegen diese Kosten glücklicherweise weit unter dem ursprünglich genehmigten Rahmen von 700.000 Euro. Über die Endabrechnung samt der Turmuhr will Kirchenpflegerin Barbara Mann zu gegebener Zeit berichten.

Die beteiligten Handwerksfirmen wie Maler, Spengler oder Schreiner mussten bei der Ausschreibung ihre Qualifizierung und Erfahrung bei ähnlichen Arbeiten durch entsprechende Referenzen belegen. Der Kirchenturm des Marienmünsters ist zwar nicht denkmalgeschützt, aber er liegt in einem „denkmal-historischen Umfeld“.

Altes Münster, junger Turm

Der Turm als weithin sichtbares Wahrzeichen von Dießen ist wesentlich jünger als das ehrwürdige Marienmünster, das 1739 als Stiftskirche der Augustiner Chorherren festlich eingeweiht wurde. Mit der Säkularisierung wurde sie 1809 Dießens Pfarrkirche und schließlich 1989 vom Augsburger Bischof Josef Stimpfle zum Münster geadelt. Der Oberteil des ursprünglichen Glockenturms wurde 1827 durch Blitzschlag und Schwelbrand zerstört, schmucklos wieder aufgebaut und anschließend mit einer neugotischen Spitzhaube besetzt.

Erst 1985 wurde der jetzige Turm durch den Münchner Architekten Richard Zehentmeier nach den ursprünglichen Plänen von Baumeister Johann Michael Fischer (1692 - 1766) errichtet. Finanziert vom Freistaat Bayern, der Diözese Augsburg und der Dießener Kirchengemeinde, die viele Spenden von der Bevölkerung einsammeln konnte. Der Turm mit einem Grundriss von 8,5 mal 8,5 Metern ist ein Stahlbetonbau mit einer Wandstärke von bis zu einem Meter. Inklusive Zwiebelkuppe und Kreuz misst er stolze 80 Meter. Die massive Bauweise hat ihren Grund: Allein die acht Glocken im Gestühl wiegen fast 16 Tonnen.

Für Pfarrer Josef Kirchensteiner hat der Turm allerdings eine ganz besondere Bedeutung. Am Tag seiner Priesterweihe, dem 29. Juni 1986, wurde der Neubau eingeweiht. Auf dem Weg nach Augsburg hatte er in Dießen vorbeigeschaut, wo die mächtige Zwiebelkuppe bereit zur Montage am Boden stand. Er berührte sie noch andächtig, bevor sie hochgehievt und aufgesetzt wurde. Nicht ahnend, dass er eines Tages die Pfarrei des Marienmünsters übernehmen wird.

Für die Besucher des Münsters gibt es auch während des Gerüst-Abbaus keinerlei Behinderungen, da die Arbeiten über den Klostergarten angrenzend an den kleinen Park der Psychosomatischen Klinik ausgeführt werden. Bei der Fahrt im Lastenaufzug konnten die Gäste auch das sorgsam zur Klinik sanierte ehemalige Kloster St. Vinzenz bewundern. Der Abbau des Turmgerüstes wird einige Tage in Anspruch nehmen, da parallel zum Rückbau die Gerüstankerlöcher geschlossen werden müssen.roe

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Landsberg: Weiterer Landkreisbewohner an COVID-19 gestorben
Corona im Landkreis Landsberg: Weiterer Landkreisbewohner an COVID-19 gestorben
Ammersee-Schifffahrt startet am Montag
Ammersee-Schifffahrt startet am Montag
Landsberger Stadtratssitzung im Grünen
Landsberger Stadtratssitzung im Grünen
Polizei Landsberg klärt Katalysator-Klau
Polizei Landsberg klärt Katalysator-Klau

Kommentare