Von der Stiftskirche zum Münster

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Große Namen haben sich im Dießener Marienmünster verewigt – allen voran der berühmte Münchner Barockbaumeister Johann Michael Fischer.

In Dießen darf in diesem Jahr gefeiert werden: 275 Jahre Bestehen des Marienmünsters und 25 Jahre Münstererhebung. Letztere vermutet Kirchenpfleger Peter Keck, lasse sich auf die besondere Geschichte der Kirche zurückführen und darauf, dass kurz zuvor der „Fischerturm“ rekonstruiert wurde.

Das Marienmünster wurde von 1732 bis 1739 als katholische Stiftskirche Mariae Himmelfahrt der Augustiner-Chor-herrengemeinschaft Dießen erbaut. Seit der Säkularisation ist das Gotteshaus Pfarrkirche des Marktes Dießen. Mehrere große Namen haben sich in dem Bau verewigt. Allen voran der berühmte Münchner Barockbaumeister Johann Michael Fischer. Anregungen für den Bau hatten sich Fischer und sein Auftraggeber Propst Herkulan Karg auf einer ausgedehnten Besichtigungstour durch Bayern und Tirol geholt. Der Hochaltar wurde von Francois Cuvilliés entworfen, die Deckengemälde von Johann Georg Bergmüller. Am 8. September 1739 wurde die Kirche feierlich geweiht. 

Die Feierlichkeiten zum 275-jährigen Bestehen würde Kirchenpfleger Keck gern schon zum Patrozinium Mariae Himmelfahrt im August begehen. „Aber wir sind mit den Planungen noch ganz am Anfang“, gesteht er. Der Rahmen steht im Detail noch nicht fest, es soll Konzerte geben und auf jeden Fall ein gemeinsames Mittagessen für alle Besucher und kostenlose Kirchenführungen. 

Fast 100 Jahre älter als die Kirche ist der zum Ensemble gehörende „Marstall und Traidt-casten“. Die Idee, das damals leer stehende Gebäude 1978 abzureißen, wurde glücklicherweise verworfen und wich dem Gedanken, den ehemaligen Stall in eine beheizbare Winterkirche umzubauen. Bischof Josef Stimpfle weihte die der neuen Nutzung sensibel angepassten Räume von St. Stephan im Juni 1981 ein. 

Neueren Datums ist der Kirchturm. Er wurde erst 1985 rekonstruiert und ersetzte einen neugotischen Spitzturm, der nicht von Baumeister Fischer errichtet worden war und sich nicht einfügte. Dieser ursprüngliche Turm war 77 Meter hoch mit einer kunstvollen Zwiebelhaube obenauf. Das Bauwerk war durch einen Blitzschlag zerstört worden. Als 1968 auch die Spitze des neugotischen Bauwerks abgetragen wurde, gab es lange keinen Turm, bis sich ein „Kuratorium Diessener Kirchturm“ gründete und den Bau eines neuen Turms nach alten Entwürfen vorantrieb. Dieser Turm wurde 1986 eingeweiht. Dies, glaubt Keck, sei möglicherweise ausschlaggebend dafür gewesen, dass der damalige Bischof Josef Stimpfle die Kirche zum Münster erhob. Sicherlich habe aber auch der damalige Pfarrer Monsignore Heinrich Winterholler darauf hingewirkt.

Ursula Nagl

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