Gegen Fußgängerzone und für mehr Parkplätze

Dießener Mühlstraße: Gewerbetreibende mucken auf

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Mit Bannern und Plakaten kämpfen die Gewerbetreibenden in der Dießener Mühlstraße für mehr Parkplätze und gegen eine Fußgängerzone.

Dießen – Zu wenig Parkplätze in der Mühlstraße und die Pläne für eine temporäre Fußgängerzone an den Sommer-Wochenenden sorgen wieder mal für konträre Diskussionen. Während sich die einen freuen, bald autofrei durch die „gute Stube“ der Marktgemeinde flanieren zu können, befürchten die Gewerbetreibenden noch mehr Umsatzeinbußen. Mit einer Plakat- und Banneraktion unter dem Motto „Unsere Mühlstraße darf nicht sterben!“ fordern sie jetzt „für mehr Leben im Herzen von Dießen“ zusätzliche Parkplätze für Gäste und Kunden sowie keine Fußgängerzone, auch nicht testweise.

Mit dieser Privatinitiative wollen die Gewerbeanlieger auf die ihrer Meinung nach gerechtfertigten Befürchtungen aufmerksam machen und sich bei Bürger­meister Herbert Kirsch und den Gemeinderäten Gehör verschaffen. Man verzeichne jetzt schon durch die zu wenigen Parkplätze und die strenge Parkraumüberwachung merkliche Umsatzeinbußen, heißt es unisono. „Bei Sonnenschein laufen die Leute vom großen Bahnhofsparkplatz schon in die Mühlstraße“, meint Unterbräu-Wirt Martin Brink. Und das auch nur, wenn sie Glück haben und Platz finden. Denn von Frühjahr bis Herbst würden die Segler den Großteil der Parkplätze belegen. „Aber bei schlechtem Wetter dodelt es in den meisten Geschäften“, – ein Grund, warum viele Gewerbetreibende bei der Aktion mitmachen, darunter die Fischereien Rauch und Marstaller-Gastl, die Boutique Culturemood, das Friseurstudio Haarwerk, Uhren-Optik Lempik oder das Ammersee-Küchenstudio.

„Warum brauchen wir gerade hier eine Fußgängerzone, wenn unmittelbar anschließend in den Seeanlagen ein autofreies Freizeitparadies besteht?“ fragt Martin Brink, der kürzlich unter anderem wegen der Parkplatz-Problematik zurückgetretene Marktgemeinderat und Vorsitzende der Freien Wähler in Dießen. Bei den durchschnittlich hundert Sonnentagen laufe seine Gasthof hervorragend. Aber bei schlechtem Wetter habe auch er wie seine Mitstreiter Probleme. „Da kommt keiner rein, wenn er fünfmal gekurvt ist und keinen Parkplatz gefunden hat.“

Auch wenn die Fußgängerzone nur testweise für ein oder zwei Sommersaisonen eingeführt werden soll, traut die Initiative den Planers nicht so ganz. „Die wenigen Parkplätze in der Mühlstraße wurden auch nur probeweise markiert und jetzt sind sie plötzlich endgültig festgelegt“, meint Brink. Und selbst um deren Abschaffung sorgt er sich, wenn doch noch das Bürgerbegehren zustande kommt. Wie im KREISBOTEN berichtet, hat eine Parkgegner-Initiative um Irmi und Peter Hofheinz genügend Unterschriften gesammelt, um ein Bürgerbegehren in die Wege zu leiten. Das sei zwar nach besänftigenden Gesprächen vom Tisch, wie Bürgermeister Herbert Kirsch Martin Brink gegenüber beteuerte. „Aber die Unterschriften gelten ein Jahr“, so Brink. „Wer weiß schon, was den Leuten in letzter Minute noch einfällt, um die Mühlstraße Auto- und Parkplatzfrei zu machen.“

Was den Gewerbetreibenden in der Mühlstraße besonders aufstößt, sei die Tatsache, dass sie zu ihren Sorgen und Befürchtungen von Seiten der Gemeinde angeblich nicht gehört werden. Man hoffe durch die derzeitige Aktion auf einen runden Tisch und Sondierungsgespräche, wie man das „Sterben unserer Mühlstraße“ verhindern könne.

Dieter Roettig

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