Wirtin mit Mordslust am Schreiben

Autorin Persson: vom Berliner Politzirkus auf die Schatzbergalm

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Vor den Bildern der Dießener Fotokünstlerin Sabine Jakobs (links) las Schatzbergalm-Wirtin Inga Persson aus ihren Debütroman „Tod am Ammersee“. Der Bogen des Krimis zieht sich vom politischen Berlin bis nach Oberbayern.

Dießen – Wer das beliebte Ausflugslokal „Schatzbergalm“ in Dießen St. Georgen mit Blick über den Ammersee bis zur Zugspitze besucht, sollte künftig vorsichtig sein mit dem, was er erzählt. Denn Frau Wirtin hat ihre Ohren überall und schaut den Gästen „aufs Maul“, wie Inga Persson bei der Premierenlesung ihres Debütromans verriet. Typen, Geschichten und bayerische Redewendungen speichert sie im Kopf ab und es kann durchaus sein, dass sich der eine oder andere Gast in einem Roman wiederfindet.

Wie in ihrem Debüt-Roman „Tod am Ammersee“, aus dem sie im Fotoatelier von Sabine Jakobs Kostproben zum Besten gab. Sylvia Wörner, Unternehmensberaterin und Freundin der schreibenden Wirtin, entlockte ihr zu Beginn einige noch nicht bekannte Hintergrund-Details. So sollte ihr im politischen Milieu angesiedelter Krimi eigentlich „Der Listenplatz“ heißen, was dem Verlag aber missfiel. Krimis mit Heimatkolorit verkaufen sich schließlich besser, also entschied man sich für „Tod am Ammersee“.

Inga Persson, Wirtin mit Doktor-Titel, hat nach ihrem Germanistik-, Kunstgeschichte- und Philosophie-Studium viele Jahre als Redenschreiberin und PR-Dame im Bundestag gearbeitet und kennt sich aus hinter den Kulissen der politischen Arena. Mit Hauen und Stechen gehe es da manchmal zu, gerade wenn das Gerangel um den Listenplatz für die nächste Wahl ansteht. „Freund, Feind, Partei-

freund“ sei die Steigerung im politischen Intrigantenstadel.

Am Ammersee ist die Schleswig-Holsteinerin der Liebe wegen gestrandet und hat in die Schatzbergalm „quasi eingeheiratet“. Von ihrem Mann, Beruf Zimmerer, kam schließlich der zündende Funke für den Roman. „Er hatte im ersten Firstziegel eines Vordachs eine in Öltuch eingewickelte Pistole gefunden“, erzählte Persson. Bei der Grübelei, ob damit ein Verbrechen verübt wurde, habe sich die Idee zu ihrem Roman entwickelt.

Als Wirtin habe sie einen hektischen Job, wo „alle 15 Sekunden etwas anderes funktionieren muss“. Da war es für sie eine echte Erholung, in jeder freien Minute am Schreibtisch zu sitzen und sich in ihren Debütroman zu vertiefen. Hier ließ sie ihre Erfahrungen im politischen Berlin in Form der Figur Carola Witt einfließen. Die ehrgeizige norddeutsche Powerfrau muss für ein paar Wochen zwecks Listenplatz-PR für ihren Chef nach Weilheim und an den Ammersee. Sie wird in Fischen in einen Mordfall verwickelt und fängt trotz der unerwarteten Ereignisse an, Gefallen an Oberbayern zu finden. Bei „Tod am Ammersee“ wird es nicht bleiben. Persson arbeitet bereits am nächsten Fall ihrer Protagonistin Carola. Für die kriminalistischen Details hat Persson als Beraterin wie beim ersten Roman eine echte Kriminalkommissarin. Und die saß bei der Premierenlesung inkognito im Publikum. 

Dieter Roettig

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