17 Neue beim Töpfermarkt am See

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Kohei Hahn (Mitte) präsentiert seine Arbeiten zum diesjährigen Töpfermarkt im Taubenturm. Auf Einladung von Marktleiter Wolfgang Lösche (links) und Bürgermeister Herbert Kirsch präsentierte er bereits ein Exponat zur Pressekonferenz im Rathaus.

Dießen – Die Marktgemeinde ist startklar: Nur noch drei Wochen, dann werden traditionell von Christi Himmelfahrt (9. Mai) bis 12. Mai am See rund 150 ausgewählte Keramikwerkstätten aus 13 europäischen Ländern ihre Waren anbieten.

„Wir sind froh, dass wir uns vor 13 Jahren entschieden haben, den Dießener Töpfermarkt in die Seeanlagen zu holen. Der Standort ist optimal und mit Marktleiter Wolfgang Lösche an der Spitze ist der Markt immer ein großes Ereignis“, betonte Bürgermeister Herbert Kirsch bei der Pressekonferenz. Hier wurden die Höhepunkte der diesjährigen Keramikschau vorgestellt, die mit ihrer Strahlkraft und Exklusivität Jahr für Jahr rund 60 000 Besucher, darunter auch Fachpublikum aus aller Welt, an den Ammersee lockt.

Auch heuer spielt neben den Geschirr-Klassikern die zeitgenössische Moderne – die moderne Sachlichkeit – mit künst­- lerisch gestalteter Keramik, mit Unikaten für Sammler und Freunde der extravaganten Formen, Glasuren und Dekorationstechniken eine große Rolle. 17 Werkstätten sind neu mit dabei. Jahr für Jahr werden allerdings auch sehr viele Bewerber abgelehnt, denn die Mess­- latte hängt hoch und jeder Neuzugang, so Lösches Devise, soll den Markt „noch besser machen“.

Zum ersten Mal gehört in diesem Jahr Michael Cleff aus Mühlheim/Ruhr zu den Ausstellern. Der 51-Jährige wurde in den letzten 20 Jahren mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Gezeigt wurden seine Gefäßkeramiken, die bildende und angewandte Kunst verbinden, unter anderem in der Clark Gallery in New York.

Folgt man dem Dießener Keramikweg, der den See, das Münster und zahlreiche heimische Werkstätten verbindet, gelangt man auch zum Tauben­turm (Station 3). Hier zeigt Kohei Hahn keramische Arbeiten und Zeichnungen. Seine häufig fast vollkommen geschlossenen Gefäße verkörpern eine wundervolle Symbiose aus alter asiatischer Kunst und zeitgenössischer Moderne. „Ich versuche, meine japanische Iden­tität mit meinem europäischen Leben zu verbinden. Meine Gefäße sind ein Symbol für etwas, das man umschließt, wie in einer Höhle oder einem Mutterkörper. Im Prinzip ein Haus für den Geist“, erklärt der junge Keramiker aus München.

Begehrte Auszeichnung

Mit Spannung wird auch heuer wieder die Verleihung des Dießener Keramikpreises am Abend des ersten Markttages im Traidtcasten erwartet. Für die Branche, so Marktleiter Wolfgang Lösche, sei diese Auszeichnung längst „ein begehrtes Marketing-Instrument“. Das anspruchsvolle Thema des Wettbewerbs: „Die Gruppe – ein keramisches Stillleben“.

Die preisgewürdigten Keramiken werden, wie jedes Jahr, von der Marktgemeinde erworben. Schon heute, so Bürgermeister Kirsch, repräsentiere diese Sammlung, die im Foyer des Rathauses gezeigt wird und irgendwann einmal „der Grundstock für ein Museum“ sein könnte, einen stattlichen Querschnitt des europäischen Keramikschaffens.

Filmisch kann man sich am Samstag, 5. Mai, in der BR-Sendereihe „Zwischen Spessart und Karwendel“ auf den diesjährigen Töpfermarkt einstimmen lassen. Regisseur Michael Bauer zeigt am Beispiel des Marktes 2012 die gelungene Verquickung von gehobener Gebrauchsware aus Ton und Porzellan mit Kunstgewerbe und dem „Nur-Schönen“. Eine Mischung die den Dießener Töpfermarkt, umgeben von traumhafter Uferlandschaft, einzigartig macht.

Töpfermarkt-Tipp

Mit grünen und blühenden Kräutern macht der Dießener Töpfermarkt heuer Lust auf den Sommer. Für viele Besucher ist der Ausstellungspavillon am Dampfersteg der erste Anlaufpunkt. Dort zeigen große und kleine Pflanzgefäße exemplarisch den Stil der ausstellenden Keramikwerkstätten auf und weisen mittels einer Nummerierung zugleich den Weg zu den dazugehörigen Ständen. Wer seine Pflanztöpfe vor Ort mit frischen Kräutern bestücken möchte, besucht den Stand der Baumschule Wörlein. Das traditionsreiche Familienunternehmen aus Dießen wird heuer 100 Jahre alt und lockt Feinschmecker und Kräuterhexen mit einer blühenden Insel aus Gewürzen und Heilkräutern mitten ins Marktgeschehen.

Ursula Nagl

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