gwt greift nach dem Westufer:

Den Fremdenverkehr in Dießen ankurbeln?

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Sie hoffen auf einen Zusammenschluss mit der „gwt Starnberg GmbH“ unter dem Logo „StarnbergAmmersee“: Fremdenverkehrsreferentin Hannelore Baur, Werner Schmid (gwt), Rosemarie Ripper (Tourist-Info), Dießen-Geschäftsleiter Karl Heinz Springer, Tourist-Info-Vorsitzende Ulrike Hawel, Barbara Mastaller-Gastl (Tourist-Info) und Klaus Götzl (gwt).

Dießen – Ist der Fremdenverkehrs- und Luftkurort Dießen für die touristische Zukunft gewappnet und kann er dem geänderten Buchungs- und Reiseverhalten der Urlauber gerecht werden? Um diese Frage ging es bei der Jahreshauptversammlung des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins Dießen, der die „Tourist-Info“ im Bahnhofsge­bäude betreibt. „Nein, wir als kleiner Verein mit Mini-Jobbern schaffen das nicht mehr“, so die klare Aussage der Vorsitzenden Ulrike Hawel.

Ihr Lösungsvorschlag: Die Tourist-Info vom Verein abkoppeln und sich den Profis von „StarnbergAmmersee“ anschließen, der bewährten Plattform der „gwt Starnberg GmbH“, Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung im Landkreis Starnberg. Sie hat nicht nur den Tourismus am Starnberger See auf Vordermann gebracht, sondern mit ihrer Geschäftsstelle in Herrsching bereits das Ammersee-Ostufer fit für die Zukunft gemacht.

Bevor die Vereinsmitglieder, darunter Hoteliers, Gastwirte und private Vermieter von Ferienwohnungen, das Für und Wider eines Zusammenschlusses diskutierten, gab Ulrike Hawel die Statistik des vergangenen Jahres bekannt. Erfasst wurden hier freilich nur die Zahlen der dem Verein angeschlossenen Vermieter. So gab es im Markt Dießen 1.250 Buchungen beziehungsweise Anreisen mit 10.506 Übernachtungen, bezogen auf die Personenzahl insgesamt 37.055 Übernachtungen. Auffällig sei dabei die zunehmende Zahl von Gästen mit E-Bikes gewesen. Die Gastgeberverzeichnisse, Broschüren und Prospekte in der Tourist-Info im Bahnhof seien sehr gefragt gewesen, auch der Ticket-Vorverkauf für Münster-Konzerte, Seebühne Utting etc. oder der Postkarten und Souvenir-Verkauf. Jetzt freue man sich auf die neue Imagebroschüre von Dießen, die in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde zusammengestellt wurde. Laut Geschäftsleiter Karl Heinz Springer, der die Gemeindeverwaltung vertrat, werde sie in diesen Tagen ausgeliefert.

Trotz des positiven Resümees sei „noch viel Luft nach oben“, warb Ulrike Hawel für eine künftige Zusammenarbeit mit der „gwt Starnberg GmbH“. Die wurde ausführlich von Vize-Geschäftsführer Klaus Götzl und Marketingchef Werner Schmid vorgestellt. Allein die Frequenz im Tourist-Büro Dießen ließe sich durch längere und kunden­freundlichere Öffnungszeiten und attraktivere Zusatzangebote wie etwa die Einbeziehung von München-Ticket erhöhen. Und bei Personalausfällen könnten Mitarbeiter vom Büro Herrsching einspringen. Natürlich würden die Dießener Vermieter in das Gastgeberverzeichnis von StarnbergAmmersee aufgenommen, wobei sie auch auf ihren Ort bezogene Auszüge als Sonderdruck ordern könnten.

Allein schon die Dießen-Präsenz auf nationalen und internationalen Touristik-Messen würde einen Schub neuer Interessenten bringen. Auf www.starnbergammersee.de bekäme Dießen einen gleichwertigen Platz wie Herrsching am Ostufer. Ein ganz entscheidender Vorteil aber sei das elektronische Buchungssystem der gwt, die auch mit Portalen wie HRS zusammenarbeite. Dießener Vermietern, die sich hier anschließen wollen, gewährt die gwt 20 Prozent Rabatt im ersten Jahr.

Dass ein Zusammenschluss mit gwt den Vermietern etwas mehr kostet als bisher, gefiel einigen Vereinsmitgliedern nicht. Hawel hielt dagegen, dass neben den Leistungen Fachwissen und Manpower seitens der gwt nicht zu unterschätzen seien. Hannelore Baur, Fremdenverkehrsreferentin im Marktgemeinderat, appellierte für den Zusammenschluss: „Wir müssen für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft umstrukturieren. Die Gemeinde zahlt für den Unterhalt der Tourist-Info viel Geld und möchte den Schritt in die Zukunft nicht verpassen.“

Gemeinderat entscheidet

Über den Zusammenschluss und das „realistische Kostenangebot“ der gwt wird der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am 20. Mai abstimmen. Bürgermeister Kirsch ist absolut dafür, wie er gegenüber dem KREISBOTEN betonte. Und Vorsitzende Ulrike Hawel hofft, dass im Falle einer Zustimmung alle Dießener Vermieter mitmachen: „Wir müssen uns den geänderten Gegebenheiten anpassen. Der Tourismus ist schließlich mitentscheidend für die wirtschaftlich gute Lage Dießens.“ Bei einem Ja des Gemeinderates würde die Zusammenarbeit mit der gwt zum 1. Januar 2020 beginnen.

Dieter Roetig

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