Auf der Suche nach Weihnachten

Dießener Trachtenjugend begeistert mit ihrem Adventstheater

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Die Dießener Trachtenjugend auf der Bühne und später beim Feiern im Unterbräu.
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Die Dießener Trachtenjugend auf der Bühne und später beim Feiern im Unterbräu.

Dießen – Die Dießener Trachtenjugend hat sich mit ihrem Adventstheater für dieses Jahr in die Weihnachtsferien verabschiedet hat: 50 Mitwirkende auf der Bühne und hinter dem Bühnenvorhang haben mit der Inszenierung „Auf der Suche nach Weihnachten“ – einem modernen Krippenspiel von der Theaterautorin Isolde Lommatzsch – den heutigen Festtagsrummel mit Kaufrausch und Hektik kritisch unter die Lupe genommen. Dazwischen präsentierte der Heimat- und Trachtenverein d‘ Ammertaler Dießen – St. Georgen feine adventliche Klangwelten mit d‘ Saitenschinder, den Alphornbläsern, mit Sepp und Seppi und dem Duo Magnus & Johannes.

Es war ein mutiges und vor allem arbeitsintensives Unterfangen, das sich Jugendleiterin und Regisseurin Melanie Schranner für das Jahresende 2018 ausgesucht hat. Nahezu drei Generationen nahm sie unter ihre Fittiche: Mit den Trachtenzwergen (ab zwei Jahren) über die Trachtenjugend bis zu den Erwachsenen hat sie seit dem Ende der Sommerferien konsequent gearbeitet. Flankiert von den Jugendleiterinnen Regina Hinterbichler und Nadja Lindner. Mit dabei die Vereinsmusiker und eine Truppe starker Männer fürs Handwerkliche und die Bühnengestaltung. Nahezu alle Aktiven des 250 Mitglieder umfassenden Vereins hatten Aufgaben übernommen, damit das umfangreiche Räderwerk gut ineinandergreifen konnte.

Mutig aber auch der Inhalt der modernen Weihnachtsgeschichte, die durchaus immer wieder Bezüge zum Matthäus Evangelium herstellte. Im Blickpunkt Frauen aus drei Generationen, die alle Maria heißen: Miriam, ein junges Mädchen fragt, was Weihnachten ist. Die Krippenspieler erzählen ihr die Weihnachtsgeschichte und beziehen sie kurzerhand als Maria ein. Mariana ist Asylbewerberin und mit ihrem Neugeborenen auf der Suche nach ihrem Mann. Marianne, eine alleinlebende alte Frau, sehnt sich nach einem Weihnachtsfest in der Familie. Darüber kann sie nur mit ihrem Weihnachtsstern sprechen, einer Pflanze, die sie umsorgt und pflegt. Alle drei machen sich auf den Weg: Joseph führt Mariana und das Kind nach Ägypten, Marianne reist mit ihrem Sternchen zur Enkeltochter – und Miriam versteht.

Gut gelöst auch die unterschiedlichen Spielorte und die Verquickung zwischen biblischer Handlung und der Gegenwart. Auf den Hauptpodesten hielten 18 kleine Engelchen über eine Stunde durch. Sie agierten solistisch und chorisch – und hatten ihre Rollen bestens im Griff. Gegenüber befand sich der Block von erwachsenen Engeln und Evangelisten. Dazwischen entstanden Nebenbühnen für kleine Szenen mit eigenen Kulissen. Hier „lebte“ die alte Frau in ihrer Stube, hier trat der Volkszähler des Herodes auf, oder der zuständige Beamte für aktuelles Asylgesetz. Das herkömmliche Krippenspiel befand sich vor dem Bühnenvorhang ebenso der „HTV-Turbo“, ein roter Smart für die gestresste Mutter, die im weihnachtlichen Kaufrausch die Orientierung zwischen Kindern und Küche verlor. Insgesamt eine gelungene Regie, die durch die vielen Situationen von gestern und heute navigierte.

Nach zwei Stunden Spiel und den Zwischenspielen mit den Vereinsmusiken ist – wie es der Brauch so will – im Unterbräu kräftig gefeiert und das Trachtenjahr fröhlich und mit guten Gedanken „Auf Weihnachten zua“ ausgeklungen.

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