Der neue Kiosk ist startklar

Kiosk in Dießens Seenanlagen endlich feierlich eröffnet

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Symbolische Schlüsselübergabe beim nunmehr fertig gestellten Kiosk in den Dießener Seeanlagen. Bürgermeister Herbert Kirsch überreichte Pächterin Christine Gottschalk einen Mammut-Schlüssel aus Brezenteig.

Dießen – Was lange währt, wird endlich gut. Sogar sehr gut, wie Spaziergänger in den Dießener Seeanlagen beim Anblick des geöffneten Kiosks feststellten. Punktgenau zum Start der Schifffahrtssaison auf dem Ammersee wurde der neue Kiosk gegenüber dem Dampfersteg fertig. Bürgermeister Herbert Kirsch überbrachte der alten und neuen Pächterin Christine Gottschalk symbolisch einen großen Brezen-Schlüssel und wünschte im Namen des Marktgemeinderates alles Gute.

Der hatte auch extreme Geburtswehen zu überstehen, bis der gut 400.000 Euro teure Bau im Stahlkorsett jetzt in seiner ganzen Pracht steht. Wie berichtet, brannte im Herbst 2014 der alte Kiosk ab, weil jemand am Müllcontainer gezündelt hatte. Als Übergangslösung stellte die Gemeinde einen Imbiss- und Lagercontainer auf. Der schnell geplante Neubau stieß bei vielen Dießenern auf breite Ablehnung.

Nach einem Bürgerentscheid führte die Marktgemeinde einen Architektenwettbewerb durch, wobei nicht der Sieger, sondern der Zweitplazierte mit Planung und Bau beauftragt wurde, nämlich Torsten Kiefer (47), Diplom-Ingenieur aus Radolfzell am Bodensee. Der Gemeinderat lobte seinen Entwurf überschwänglich: „Ein ausgewogenes Konzept, das Funktionalität mit künstlerisch anspruchsvoller Architektur verbindet.“ Hingucker sind die in sich gedrehte Dachkonstruktion und die Außenfassade aus Holz und Corten-Stahl, in den die Bäume der Umgebung appliziert sind.

Teile der Stahlelemente können verschoben werden und den Verkaufsbereich nachts und über den Winter vollständig verschließen. Dahinter ist genügend Stauraum für die Außenmöblierung mit Tischen, Stühlen, Hockern und Sonnenschirmen.

Die Gesamtfläche des neuen Kiosks beträgt rund 90 Quadratmeter, der Innenbereich 54 Quadratmeter. Darin enthalten sind Ausgabe- und Spülküche, Lagerraum, ein öffentliches und barrierefrei zugängliches WC mit Wickelgelegenheit, eine Personaltoilette und ein Raum für den Müllcontainer.

Bürgermeister Kirsch freute sich, den wohl attraktivsten Kiosk im Fünfseenland offiziell eröffnen zu können. Wobei die Bezeichnung Kiosk für dieses architektonische Schmuckstück sehr untertrieben ist. Die Optik des etwas Richtung Bahndamm zurückgesetzten schmalen Längsbaus kopiert nicht den benachbarten unter Denkmalschutz stehenden ADK-Pavillon und die Fischerhütten, sondern harmoniert durch seine in sich gedrehte Dachfläche auf außergewöhnliche Weise. Für Bürgermeister Kirsch, Geschäftsleiter Karl Heinz Springer und Bauamt-Technikchef Gustav Arnold gab es zur Schlüsselübergabe keinen Sekt wie üblich, sondern auf Wunsch den berühmten Espresso und Kaffee von Christine Gottschalk. Sie wird in den ersten Tagen von ihrem Lebensgefährten Marco Maurer unterstützt.

Die beiden sind stolz auf die Neuerung „Coffee-to-go im Pfandbecher“. Der Kunde zahlt einen Euro Pfand für einen BPA- und schadstofffreien Recup-Becher aus recycelbarem Kunststoff. Den kann er nicht nur am Seekiosk zurückgeben, sondern bei tausenden von Recup-Partnern in Deutschland und Europa. Über den App-Store oder Google Play kann man sich die Partnerliste runterladen. Wer seinen Kaffee im Kioskbereich genießt, bekommt ihn natürlich in Porzellantassen.

Bis zum Herbst will Christine Gottschalk ihren Kiosk täglich – je nach Wetterlage – von 9 bis circa 22 Uhr öffnen. Seine Feuerprobe wird der Kiosk vom 30. Mai bis zum 2. Juni 2019 bestehen müssen, wenn zum Töpfermarkt wieder zehntausende von Besuchern die Seeanlagen stürmen.

Dieter Roettig

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