Von Papst Franziskus ernannt

Prälat Dr. Bertram Meier ist neuer Bischof von Augsburg

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Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier wird neuer Bischof von Augsburg.

Kaufering – Manch einer mag sich gefragt haben, warum am Mittwoch vergangener Woche von 12 Uhr an 15 Minuten lang die Kirchenglocken läuteten. Der Grund: Papst Franziskus hat für Augsburg einen neuen Bischof ernannt: Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier (59).

„Als ich die Nachricht vom Apostolischen Nuntius erhielt, dass Papst Franziskus mich zum Bischof von Augsburg ernannt hat, war ich zunächst überrascht, aber auch erfreut“, schildert Meier seine erste Reaktion. Er sei dem Heiligen Vater dankbar für das Vertrauen, das er sowohl in ihn als auch in die Diözese setze. „Mein Hauptanliegen wird es sein, der Einheit zu dienen“, betonte der ernannte Bischof. Dabei sei er kein Einzelkämpfer. „Wir brauchen einander.“

Der neu ernannte Bischof, geboren am 20. Juli 1960 in Buchloe und in Kaufering aufgewachsen, studierte Theologie in Augsburg und Rom und wurde 1985 am Päpstlichen Kolleg Germanicum zum Priester geweiht. Im Bistum Augsburg wirkte er als Kaplan, Jugendseelsorger, Hochschulseelsorger, Stadtpfarrer, Dekan und Regionaldekan, bevor er 1989 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom promovierte. Von 1996 bis 2002 leitete er im Vatikanischen Staatssekretariat die deutschsprachige Abteilung. Zudem lehrte er an der Gregoriana Dogmatik und Ökumenische Theologie und war Vizerektor im Priesterkolleg am Deutschen Friedhof im Vatikan.

Hoher Besuch beim Jubiläumsgottesdienst 280 Jahre Marienmünster in Dießen. Pfarrer Josef Kirchensteiner (links) empfing den damaligen Diözesanadministrator Dr. Bertram Meier, der jetzt zum Bischof ernannt wurde.

Auch auf diözesaner Ebene war er seit 2000 als Domkapitular und Domdekan, Bischofsvikar, Stellvertretender Generalvikar und seit 2014 als Hauptabteilungsleiter für das Bischöfliche Seelsorgeamt tätig. Überdiözesan wirkte und wirkt er in Leitungsaufgaben unter anderem für das Landeskomitee der Katholiken, die Konferenz der Ordensreferenten sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Am 8. Juli 2019 wurde er vom Domkapitel zum Diözesanadministrator gewählt.

Meier folgt auf Bischof Dr. Konrad Zdarsa und ist damit der 62. Nachfolger des heiligen Bischofs Ulrich. Zdarsa hatte Papst Franziskus an seinem 75. Geburtstag im letzten Jahr seinen altersbedingten Rücktritt angeboten, der ihm am 4. Juli gewährt wurde. Seitdem war der Augsburger Bischofsstuhl vakant.

Laut Kirchenrecht muss Prälat Meier nun „in kanonischer Form von seiner Diözese Besitz ergreifen“. Dazu wird er mit Hirtenstab und Mitra ausgestattet auf dem Bischofsstuhl im Hohen Dom zu Augsburg Platz nehmen und von seiner Diözese symbolisch Besitz ergreifen – und zwar am Samstag, 21. März, im Rahmen einer Eucharistiefeier, die zugleich mit seiner Bischofsweihe verbunden ist.

Dabei wird er dem Augsburger Domkapitel sein päpstliches Ernennungsschreiben vorlegen. Ein formaler Akt, den der neue Bischof laut Kirchenrecht innerhalb von vier Monaten nach Erhalt des Schreibens vollziehen muss. Erst dann ist die Vakanz des Bistums beendet. Bis dahin leitet Meier das Bistum Augsburg wie in den vergangenen Monaten als Diözesanadministrator.

Das Bistum Augsburg

Augsburg ist eines der ältesten Bistümer Deutschlands. Kaiser Augustus gab ihm bei der Gründung seinen Namen. Erste Hinweise auf eine christliche Gemeinschaft gibt es für das frühe 4. Jahrhundert: Die heilige Bistumspatronin Afra erlitt der Legende nach im Jahr 304 auf einer Lechinsel bei Augsburg den Märtyrertod. Durch den Dichter Venantius Fortunatus ist bereits im 6. Jahrhundert eine Wallfahrt zu ihrem Grab belegt. Ab wann es in Augsburg einen Bischofssitz gab, ist nicht bekannt. Belegt sind jedoch bedeutsame Bischöfe wie die Bistumspatrone Simpert und Ulrich im neunten und zehnten Jahrhundert.

Heute zählt das Bistum mit mehr als 1,2 Millionen Katholiken zu den größten Bistümern Deutschlands. Es reicht von der Pfarreiengemeinschaft Feuchtwangen in Mittelfranken bis nach Benediktbeuern im bayerischen Oberland und von altbayerischen Gebieten östlich des Lechs bis ins Allgäu und zum Bodensee. Damit deckt das Bistum einen Großteil des Regierungsbezirkes Schwaben sowie Teile Oberbayerns und Ausläufer Mittelfrankens ab.
Julian Schmidt



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