Disco-Schlägerei

Krankenhausreif geprügelt

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Landsberg – Mit schlimmen Verletzungen landete ein 32-Jähriger Anfang 2016 nach einem Disco-Besuch im Krankenhaus. Dafür verantwortlich waren zwei bis dato unbescholtene junge Männer, die jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung vom Amtsgericht Landsberg zu Bewährungsstrafen verurteilt wurden. Ein dritter Angeklagter kam mit einer Geldstrafe davon.

Zugetragen hatte sich der Vorfall in einer Iglinger Discothek. Dort trafen in den frühen Morgenstunden des 3. Januar vergangenen Jahres der Geschädigte und ein 24-Jähriger aus dem südlichen Landkreis aufeinander. Es gab ein Wortgefecht und eine Schubserei, Getränke wurden verspritzt und eine Flasche geworfen, die den 32-jährigen Justizbeamten aber verfehlte. Die Anklage gegen den 24-jährigen Industriemechaniker lautete deshalb nur auf versuchte gefährliche Körperverletzung.

Beide flogen aufgrund des Vorfalls aus dem Lokal, und mit ihnen ein weiterer Gast, der mehr oder weniger unfreiwillig zwischen die Fronten geraten war. Dieser – ein 28-jähriger Forstwirt – beschimpfte draußen den 32-Jährigen. Ob dabei eine Rolle spielte, dass der Geschädigte sich gut mit der damals 17-jährigen Cousine des Forstwirts verstand, blieb eine von Nebenklägervertreter Joachim Feller geäußerte Vermutung.

Jedenfalls begannen die beiden Männer vor der Tür der Diskothek eine Rauferei. Ein 24-jähriger Zimmererlehrling kam hinzu und nahm den 32-Jährigen in den Schwitzkasten, während der 28-Jährige auf dessen Hüfte saß. Dann schlug der 24-Jährige den Kopf des Geschädigten mindestens zweimal auf den kiesbedeckten Boden.

Der 32-Jährige kam erst im Krankenwagen wieder zu sich. Er hatte einen Bruch des Nasenbeins und der Augenhöhle erlitten, verbrachte elf Tage im Krankenhaus und konnte drei Wochen lang nicht arbeiten. Als man sich vor dem Amtsgericht wiedersah, hatten sich die Täter bereits entschuldigt. Auch Entschädigungszahlungen hatten der 24-jährige und der 28-jährige geleistet.

Umso mehr störte es Anklagevertreter Andreas Glas, dass die beiden sich in der Verhandlung nicht voll beziehungsweise überhaupt nicht zu ihrer Schuld bekannten. Der 24-Jährige machte von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch. Der 28-Jährige widersprach dem Vorwurf, er habe gemeinschaftlich mit dem 24-Jährigen gehandelt. „Die beiden identifizieren sich nicht eindeutig mit der Täterrolle“, kritisierte Glas. Feller warf den Angeklagten vor, sich „wischiwaschi durchlavieren“ zu wollen. Die beiden Verteidiger sahen das naturgemäß anders. Florian Ott, der den 28-Jährigen vertrat, betonte, es habe kein „bewusstes und gewolltes Zusammenwirken“ gegeben. Auch die Anwältin des 24-Jährigen, Susanne Pourroy-Assmann, war überzeugt: „Eine gemeinschaftliche Körperverletzung ist nicht nachzuweisen.“

Richterin Stefanie Mader teilte jedoch die Einschätzung von Glas und Feller. „Gemeinschaftlich heißt, dass zwei Tatbeiträge miteinander wirken müssen.“ Dies müsse nicht vorher geplant oder abgesprochen worden sein. Tatsache sei, dass der 28-Jährige noch an der Schlägerei beteiligt war, als der 24-Jährige den Kopf des Opfers in den Kies schlug.

Mader verurteilte den 24-Jährigen zu einer Haftstrafe von einem Jahr und den 28-Jährigen zu acht Monaten, beides auf Bewährung. Außerdem müssen die beiden eine Geldauflage von 3000 beziehungsweise 2000 Euro zahlen. Der 24-Jährige, der die Flasche geworfen hatte, erhielt eine Geldstrafe von 4500 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Ulrike Osman

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