War was vor der Disco? – Türsteher wegen Schlägerei vor dem "Sommerkeller" angeklagt

Eine Schlägerei, die im Dezember 2007 vor der Discothek Sommerkeller in Igling stattgefunden hat, beschäftigt derzeit das Amtsgericht Landsberg. Angeklagt ist ein 31-jähriger Türsteher, der einen Gast geschlagen, getreten und gewürgt haben soll. Da der Angeklagte die Tat bestreitet und die Zeugenaussagen sich widersprechen, wurde die Verhandlung in der vergangenen Woche unterbrochen, um eine weitere Zeugin zu laden.

Ins Rollen kam das Ganze durch eine 35-jährige Landsbergerin, die am frühen Morgen des 9. Dezember 2007 vor der Discothek auf ein Taxi wartete. Sie will beobachtet haben, wie Simon K. (Name geändert) den betrunkenen Gast über eine halbe Stunde hinweg immer wieder schlug, trat und würgte, um ihn schließlich mit dem Gesicht nach unten in einer Pfütze liegen zu lassen. Ein anderer Türsteher habe den Kollegen von seinem Opfer weggezogen. Er habe dem Angeklagten sogar eine Plastiktüte vor den Mund gehalten, um ihn zu beruhigen. Die Frau meldete sich am nächsten Tag bei der Polizei in Landsberg, nach eigenen Angaben um den Täter nicht ungestraft davonkommen zu lassen. Das Opfer landete mit Kopf- und Gesichtsverletzungen im Krankenhaus, konnte aber selbst unmittelbar nach der Prügelei nicht sagen, wer der Täter gewesen war und wollte auch zunächst keinen Strafantrag stellen. Einige Wochen nach dem Vorfall besuchte die Zeugin mit zwei zivilen Polizeibeamten erneut die Discothek und identifizierte Simon K. als den Schläger. Vor Gericht erkannte sie den als Zeugen geladenen Wilfried P. (Name geändert) als denjenigen wieder, der in die Prügelei eingegriffen habe. „Ohne ihn wäre es anders ausgegangen“, so die Landsbergerin. Die Beschäftigten des Sommerkellers inklusive des Angeklagten bestätigten keine dieser Angaben. Der fragliche Gast habe schon häufiger für Ärger gesorgt und sei auch in dieser Nacht aus der Discothek hinausgeworfen worden. Der Angeklagte Simon K. sagte aus, er habe eine Auseinandersetzung zwischen dem Betrunkenen und einem der anderen Türsteher beobachtet. Dieser wiederum gab an, der Gast sei „immer wieder von hinten“ auf ihn losgegangen. Er habe daraufhin den Betrunkenen zu Boden gedrückt, um ihn ruhig zu stellen. Eine „Begegnung“ zwischen dem Opfer und Simon K. habe er nicht beobachtet. Wilfried P. bestritt ebenfalls, in eine Prügelei zwischen K. und dem Gast eingegriffen zu haben. Er habe Simon K. nicht beruhigen müssen und ihm auch keine Plastiktüte vor den Mund gehalten. Türsteher Peter F. (Name geändert) konnte sich nicht einmal mehr erinnern, ob Simon K. an jenem Abend überhaupt Dienst hatte. Ein weiterer Beschäftigter der Discothek beschrieb den Gast als „hochgradig aggressiv“. Richterin Beate Kreller wies die Zeugen eindringlich auf ihre Wahrheitspflicht hin und folgte schließlich dem Antrag der Verteidigung, eine weitere Beschäftigte des Sommerkellers als Zeugin zu laden. Die Frau soll in einem Telefongespräch den Namen des Täters genannt haben und bestätigen können, dass es sich dabei nicht um den Angeklagten handelt. Der Prozess wird fortgesetzt.

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