Ein Film mit zehn Kapiteln

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Robert Fischer und die Kunstexpertin Anne Blessley bei den Dreharbeiten im Herkomer-Zimmer in Bushey.

Landsberg – Es waren einmal drei Menschen, die sich anlässlich einer Kulturveranstaltung im Historischen Rathaus trafen. Eine, die Kulturbürgermeisterin Sigrid Knollmüller, erzählte von Hubert von Herkomer. Die anderen beiden waren ein renommierter Dokumentarfilmer und eine berühmte Schauspielerin. Da sagte die Schauspielerin zum Filmemacher: „Darüber musst Du einen Film drehen“.

Was wie eine spontane Idee ausschaute, hat Früchte getragen. Die Schauspielerin war Hanna Schygulla, der Filmemacher der in Pürgen lebende Robert Fischer, der sich mit seiner in München ansässigen Produktionsfirma einen Namen für hochwertige und international ausgezeichnete Dokumentarfilme gemacht hat. Fischer, Filmhistoriker und Publizist, ist außerdem Programmer des Filmfestes München. Ein Glücksfall für die Stadt Landsberg und auch Hubert von Herkomer, dass er sich bereit erklärt hat, dem berühmten Bürger ein filmisches Denkmal zu setzen.

„Als ich begann, mir eine Struktur für den Film zu überlegen, wurde schnell klar, dass es ein Film sein muss mit zehn Kapiteln. Jedes Kapitel befasst sich mit einer Tätigkeit Herkomers. Ich war selbst überrascht zu erfahren, dass Herkomer auch Filme gedreht hat“, erzählt Robert Fischer im Gespräch mit dem KREISBOTEN. „Ich habe lange recherchiert und wurde immer faszinierter von Herkomers Persönlichkeit und seinem Leben, seiner Zweisprachigkeit und dem Pendeln zwischen zwei Orten und Ländern“. Das Konzept wurde dem Stadtrat vorgelegt, die Stadt erklärte sich dazu bereit, den Film zu finanzieren, vollständig, denn der Bayerische Rundfunk zeigte unerwarteterweise kein Interesse.

Auf Spurensuche

Mit kleinerem Budget als erwartet und umso größerem persönlichen Einsatz verwirklichte der Regisseur sein Konzept, besuchte Herkomer-Kon- zerte, die Herkomer-Konkurrenz und relevante Orte in England und Wales. „Ich wollte etwas Lebendiges, indem ein- zelne Experten in Landsberg und England etwas zu den jeweiligen Themen erzählen“. So kommen unter anderem Hartfrid Neunzert, Christoph Hartmann und Ulf von Malberg zu Wort. „Was mich am meisten fasziniert hat, war, wie gut sich die Musik Hubert von Herkomers als Filmmusik eignet. Jede Note, die im Film zu hören ist, wurde von Herkomer selbst komponiert.“

So entstand eine 90-minütige Spurensuche, eine Annäherung an eine facettenreiche Künstlerpersönlichkeit. „Ich glaube zwar, dass Hanna Schygulla ein Spielfilm vorgeschwebt hat, aber mir war klar, dass es Jahre dauern würde, dies zu realisieren“, schmunzelt Fischer: „Und außerdem bin ich nun einmal Dokumentarfilmer.“ Die Uraufführung von „Auf eigenen Schwingen: Die Visionen des Sir Hubert von Herkomer“ ist am 5. April um 20 Uhr im Stadttheater.

Patricia Eckstein

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