Abi 2017 am DZG Landsberg

Macht es wie die Pinguine!

+
Das DZG klotzt, statt zu kleckern. Gleich fünf beste Abiturienten teilen sich die Treppchen: Raphael Karl, Eva Thoma, Bianca Bauer, Samuel Grimm und Daniel Böhler.

Landsberg – Ob Gebirgstour oder Seefahrt, wichtig ist ankommen: Am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium haben 86 Abiturienten den sicheren Hafen der Hochschulreife erreicht. Oder den Mount Everest der schulischen Ausbildung. Mehr als ein Viertel davon können sich über eine Eins vor dem Komma freuen. Gipfelstürmerin ist Eva Thoma, die ein Abi mit 1,2 hinlegte. Belohnt wurde sie dafür mit dem Manfred Hirschvogel Preis in Höhe von 1.000 Euro. Studieren ist für Eva erst einmal zweitrangig. Sie beginnt im Herbst eine Ausbildung zur Logopädin.

Raphael Karl will Physik studieren. Reine Physik, nicht auf Lehramt. Lieber will er in die Forschung gehen, „so ein irrer Professor werden“, grinst er. Sein Abischnitt von 1,3 sichert ihm ein Jahr lang die Mitgliedschaft in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Raphaels langjährige Tätigkeit als Schulsanitäter wurde von der VR-Bank Landsberg Ammersee mit dem Bester-Preis ausgezeichnet. Der Platz des Drittbesten wird gedrittelt: Bianca Bauer, Daniel Böhler und Samuel Grimm haben das Abitur mit 1,4 bestanden.

Bianca und Samuel planen, Mathematik zu studieren. „Ich schreib mich auch für Wirtschaft ein, auf Lehramt“, plant Bianca. Beides seien ihre Lieblingsfächer gewesen, zusammen mit Italienisch. Samuel will sich der reinen Mathematik widmen, „ja nicht auf Lehramt!“. Die Deutsche Mathematische-Vereinigung zeichnet ihn mit dem Deutschen Mathematikerpreis für „exzellente Leistung“ aus, der auch eine einjährige Mitgliedschaft einschließt. Daniel wird vorerst nicht an die Uni gehen, sondern beginnt eine Ausbildung bei BMW. Noch ein Einser-Abiturient, der nicht an die Uni geht? „Ausbildung ist offensichtlich der neue Trend“, lacht er.

Schulleiter Oberstudienrat Bruno Bayer – er verglich das Abitur mit einer Hochgebirgstour – ist mit dem Jahrgang zufrieden. Die einen hätten sich bei dem Weg auf den Gipfel verausgabt, bei den anderen sei noch „Luft nach oben“ gewesen, aber „alle haben gezeigt, dass sie sich in etwas verbeißen können. Und dafür habt ihr meine aufrichtige Anerkennung.“ Dabei seien kundige Bergführer wichtig gewesen, betont Bayer und dankt dem Lehrerkollegium. Nun ginge es darum, Kraft für den nächsten Gipfel zu sammeln: „Setzt eure Schritte überlegt, zügig und ohne Hast, habt Vertrauen in euch und in eure Begleiter.“ Wichtig sei, auf den anderen zu achten, denn große Aufgaben löse man nur gemeinsam: „Helft mit, dass die Welt sich positiv entwickelt.“

Stadtrat Jonas Pioch war als Botschafter des Landrats unterwegs. Für Inspiration zu seiner Rede habe er einen Bekannten gebeten, bei den Abiturienten per WhatsApp nachzuhaken, was denn so angesagt wäre. „Ich soll mal unauffällig nach Themen fragen. Zwinkersmiley“, tippte der. „Wir sind kein Jahrgang mit guten Noten, eher chaotisch und wild! Grinsesmiley“, antwortete einer. Viele wüssten nicht was sie wollten. „Eher Welt entdecken als Thema, Zwinkersmiley.“ Ausbildung und Beruf wären auch nett. Pioch entschied sich für den Lebensratschlag: „Macht es wie die Pinguine!“ Unbeholfen an Land, aber wahre Künstler im Wasser. „Und deshalb findet euer Element. Sucht, was euch glücklich macht.“ Abschließend überreichte er Daniel Böhler noch eine Flasche Limonade für die unbeabsichtigte Hilfe bei seiner Rede: „Keine Sorge, spätestens morgen früh sind antialkoholische Getränke wieder in.“

Oberstufenkoordinator Walter Kastenmeyer entschied sich für die Seefahrt. Stilgerecht mit Kapitänsmütze. Am Anfang habe keine Traumschiffatmosphäre geherrscht. „Starke Krängung, fast gab es eine ausgewachsene Meuterei.“ Die Kommunikation sei schwierig gewesen, doch der Schulsprecher habe ihn beruhigt: „Ich geb’s weiter“. Der Sternenkundelehrer scheint sich heute noch zu wundern, aber „dann hat es tatsächlich geklappt“. Es falle ihm nach der langen Zeit des Miteinanders schwer, aber „ich lege meine Seemannsmütze zur Seite und gebe das Steuer in eure Hände.“ Und auf den Weg gibt’s Einstein: „Es gibt zwei Wege, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres!“ Seine Mannschaft dankt ihm. Mit tosendem Applaus und Standing Ovations.

Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Finning in zwölf Bildern
Finning in zwölf Bildern
Fünf Top-Azubis mit "sehr gut"
Fünf Top-Azubis mit "sehr gut"
24 Ehrenamtliche für langjährige Verdienste ausgezeichnet
24 Ehrenamtliche für langjährige Verdienste ausgezeichnet
ADAC investiert in Landsberg
ADAC investiert in Landsberg

Kommentare