Ein Sofa mit Raffinesse

+
Letzte Handgriffe sind noch notwendig, bevor der Issinger Künstler Franz Hartmann die Chaise­longue am Freitag auf dem Hauptplatz aufstellen wird.

Landsberg/Issing – Drei Monate hat der Issinger Künstler Franz Hartmann an der roten Chaiselongue gearbeitet – am Freitag kann sie nun ihren Platz auf dem Hauptplatz einnehmen. Dort soll sie bis November stehen. Durch Lesungen und viele weitere Raffinessen erinnert die auffallende Kunstinstallation an Dominikus Zimmermann. Der KREISBOTE fördert die Aktion.

Das Dominikus-Zimmermann-Jahr, das 2016 zu Ehren des 250. Todestags an den bedeutenden Bürger und Künstler erinnert, hält eine Reihe an Veranstaltungen und Aktionen parat. Eine davon wird mitten auf dem Hauptplatz kaum zu übersehen sein: Eine überdimensionale rote Chaiselongue – ein Stilmöbel aus der Zeit Zimmermanns – wird ab kommenden Freitag neben dem Brunnen stehen.

Entstanden ist die rote Couch in der Werkstatt von Franz Hartmann in Issing. Bereits im letzten Sommer kam die Idee für diese Kunstinstallation auf. Dass es eine Chaiselongue werden sollte, da waren sich Künstler und Kulturbüro der Stadt schnell einig. Bei der Umsetzung hatte der Künstler aber freie Hand. Recht schnell hatte Hartmann dann auch die Idee, wie sie aussehen sollte, erzählt der Künstler.

Die Couch sollte stilisiert dargestellt werden, auch die Asymmetrie, die zu einer Chaiselongue nun einmal gehört, wollte Hartmann natürlich beibehalten. Die Überdimensionalität war für den Künstler besonders wichtig: „Sie muss größer sein, damit sie draußen auch wirkt“, erklärt der Issinger Künstler. Doch das rote Möbelstück hält auch einige Überraschungen bereit, die noch nicht verraten werden sollen. „Insgesamt ist es ein recht verspieltes Objekt“, verrät der Künstler.

Unter anderem befindet sich in der Lehne eine Schublade, die mit Büchern bestückt werden soll. Die weiteren Raffinessen des Möbelstücks bleiben noch bis zur offiziellen Aufstellung auf dem Hauptplatz am Freitag ein Geheimnis. Doch Franz Hartmann verrät: Einiges an Tüftel-Arbeit war nötig. „Die technischen Details waren für mich eine echte Herausforderung.“

Damit meint Hartmann nicht nur die Schublade, die so konstruiert werden musste, dass sich daran niemand verletzen kann. Auch muss das Möbelstück witterungsfest sein. Das fängt beim Material an: Das Grundgestell besteht aus Stahl, der Rest ist aus Siebdruckplatten und Kunstleder gefertigt. Aber auch die Konstruktion an sich muss so geschaffen sein, dass Regenwasser abläuft und eben nicht die ausgeklügelte Technik zerstört.

Anfang des Jahres hat der Künstler mit dem Projekt begonnen, jetzt sind nur noch einige wenige Handgriffe nötig, bis die Chaiselongue am Freitag auf dem Hauptplatz aufgestellt werden kann. So werden an der Rückseite noch die Logos der Sponsoren – unter anderem auch der KREISBOTE – angebracht. Auch ein Programm soll auf der Rückseite noch Platz finden: Im Juli werden nämlich regelmäßig Lesungen auf und an der Chaiselongue stattfinden.

Bevor sie am Freitag ihre Reise nach Landsberg antreten kann, muss sie aber zerlegt werden. Denn um sie im Ganzen zu transportieren, ist sie zu schwer. Der Künstler selbst schätzt das Gewicht auf etwa 300 Kilogramm. Auf dem Hauptplatz wird sie dann am Brunnen wieder aufgebaut und dort etwa ein halbes Jahr stehen. Außer es regnet am Freitag, so Hartmann, dann muss die Chaiselongue doch mithilfe eines Krans am Stück nach Landsberg transportiert werden. Sonst wird es für die eingebaute Technik zu riskant.

Astrid Erhard

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Töpfermarkt am Limit
Töpfermarkt am Limit
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus
Polizei bremst führerloses Auto auf der B17 bei Denklingen aus

Kommentare