Vorübergehend mehr Obdachlose an der Landsberger Jahnstraße:

Baracke und Container bleiben

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Sowohl die Container als auch die nebenstehenden Baracken sollen vorerst stehen bleiben – für eine zusätzliche Belegung und als Zwischenlösung.

Landsberg – Im August hatte es der KREISBOTE bereits angedeutet: Oberbürgermeister Mathias Neuner erwägt, die Baracke und die Container in der Jahnstraße zunächst nicht zu entfernen, sondern zusätzlich zur neuen Obdachlosenunterkunft zu belegen. Auf Nachfrage der Anwohner bestätigte der OB diesen Plan in der Stadtratssitzung am vergangenen Mittwoch. Die Doppelbelegung soll maximal ein Jahr dauern; dann stehen wohl Container im Landsberger Osten zur Verfügung.

Dass es unumgänglich ist, schnell Wohnraum zu schaffen, unterstrich der Referent für ausländische Mitbürger und Asylbewerber, Jost Handtrack (Grüne) direkt im Anschluss an Neuners Ankündigung. Größte aktuelle Herausforderung sei der Familiennachzug. In Landsberg gebe es 150 anerkannte Asylbewerber und Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz, die das Recht und zum großen Teil auch die Absicht hätten, ihre Familien nach Deutschland zu holen. Aufgrund mangelnder Abstimmung der Behörden wisse man noch nicht einmal, wann sie kommen – aus Sicht von Stadt und Kreis stünden sie einfach vor der Tür.

Jost Handtrack plädiert zwar generell für eine schnelle Intensivierung des sozialen Wohnungsbaus, zuerst beim ins Stocken geratenen Projekt „Am Wiesengrund“. Auch er sieht aber die Notwendigkeit zu Zwischenlösungen, zumal Ende 2019 das Problem erneut auf die Stadt zukommt; dann enden die Mietverträge für die Container an der Münchener und der Iglinger Straße. Mathias Neuner berichtete, der Bezirk Oberbayern wolle auf seine Bitte hin ein Grundstück am südlichen Rand des Quartierparks im Landsberger Osten für eine Containernutzung zur Verfügung stellen. Dorthin könnten dann die Obdachlosen aus Baracke und Containern an der Jahnstraße umziehen.

Ohnehin Gesprächsbedarf

Eine Reaktion der anderen Stadträte auf Neuners Ankündigung war nicht möglich; beim Tagesordnungspunkt „Mitteilungen und Anfragen“ sind Diskussionen nicht vorgesehen. Einige von ihnen hatten zuvor auf Fragen von Anwohnern die Doppelnutzung von Alt- und Neubauten in der Jahnstraße noch dementiert; das sei nach ihrem Wissen nicht geplant. Die Anwohner reagierten auf die Ankündigung vom Mittwoch daher irritiert. Sie haben aber ohnehin Gesprächsbedarf; es geht dabei um die Normierung der Zusagen, die Stadtrat und Verwaltung zuvor gemacht hatten.

Die weitere Nutzung der Grundstücke an der Jahnstraße für Obdachlosenunterkünfte hatte Anfang des Jahres zu intensiven Diskussionen geführt. Ursprünglich waren in den Baracken 17 Personen untergebracht. Die Käufer der auf der anderen Straßenseite neu errichteten Reihenhäuser waren aufgrund der Formulierungen im Bebauungsplan davon ausgegangen, dass der Standort mittelfristig wegfällt, mindestens aber nicht vergrößert wird. Nach Protesten einigten sich Vertreter der Anwohner und der Stadt. Die Zahl der Wohnungen für Obdachlose wurde durch den Verzicht auf einen ursprünglich geplanten vierten Baukörper reduziert. In einer Satzung sollte zudem festgelegt werden, dass pro Wohnung nur eine Person oder Familie untergebracht wird. Auch sollte es „so etwas wie einen Hausmeister, einen Kümmerer“ geben, der am Abend präsent ist.

Werner Lauff

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