Wohnen am Sportplatz?

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Das Bürger- und Vereinezentrum mit den Sportanlagen wird im Osten der Ortschaft nah an der Wohnbebauung errichtet. Daher ist der Schallschutz zwangsläufig ein Kriterium.

Denklingen – Beim Denklinger Großprojekt, dem Bürger- und Vereinezentrum, kommt dem Schallschutz große Bedeutung zu. Dazu hat das Landsberger Landratsamt nach der ersten Untersuchung von 2015, als der Architektenwettbewerb lief, ein zweites Gutachten eingefordert. Es liegt mittlerweile vor. Wegen der Nähe zur Wohnbebauung müssen bestimmte Auflagen eingehalten werden. Lärm auf dem Sportplatz südlich des Vereinezentrums bis spät in die Nacht – das geht gar nicht.

So ist das: Beim jetzigen Standort des kleinen, veralteten Sportheimes und der Freiflächen Am Forchet redet kein Mensch vom Schallschutz. Weil sich das Areal 400 Meter südlich von Denklingen befindet. Anders ist das beim Großprojekt am Buchweg, das im Osten nah an die Wohnbebauung heranreicht. Da hat das Landratsamt klar gefordert, dass im Zuge des Bebauungsplanes „die Belange des Immissionsschutzes mit einem ergänzten Gutachten im Detail nachzuweisen sind“.

Aus Sicht der Landesplanung ist die Nähe zur Ortschaft nur positiv zu bewerten. So können viele Bewohner, die das Bürger- und Vereinehaus bzw. die Sportflächen ansteuern, zu Fuß oder mit dem Rad kommen. Das wird auch in der Gemeinde so gesehen. Die Kehrseite ist freilich der Immissionsschutz. Wegen der Nähe zur Wohnbebauung müssen bestimmte Dezibelwerte und auch bestimmte Zeiten eingehalten werden.

Johann Hartmann, der geschäftsleitende Beamte im Denklinger Rathaus, sieht die Vorgaben aber nicht als große Beeinträchtigung für den laufenden Betrieb, wenn mal die Sportplätze und der Gebäudekomplex fertiggestellt sind. Der Lärm, der von einem Fußballspiel am Sonntagnachmittag ausgehe, sei kein Thema. Kritischer würde dagegen das permanente Geräusch beurteilt, falls auf einem Tennisplatz jemand mit dem Schläger den Ball treffe.

Der Hinweis auf den Schallschutz ist in der letzten Gemeinderatssitzung eher mit Humor und leichter Boshaftigkeit aufgenommen worden. So sagten manche mit einem Schmunzeln, dass der Schiri wohl nicht so laut pfeifen dürfe oder sich der Torjubel in Grenzen halten müsse.

Wie ist das Feedback aus der Bürgerschaft zum Bürger- und Vereinezentrum innerhalb des Verfahrens zum Bebauungsplan? „Da kam relativ wenig zurück“, bekundete Bürgermeister Michael Kießling in der Jahresschlusssitzung.

Wer sich zu Wort meldete, war Kreisheimatpflegerin Dr. Heide Weißhaar-Kiem. Sie verweist auf die Nähe des Großprojektes zu einem Baudenkmal an der Birkenstraße. Der Abstand beträgt nur gut 100 Meter. Es solle Sorge dafür getragen werden, dass dieses Bauernhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert weiterhin als charakteristischer Bau am Ortsrand wahrgenommen werde. Der Hinweis wird in den Bebauungsplan eingearbeitet.

Eine Kleinigkeit ist, dass wegen der Freiflächen beim Bürger- und Vereinezentrum ein Stadel versetzt werden muss. Die Gemeinde habe dies mit dem Eigentümer bereits geregelt. Dies werde über eine Pauschale abgegolten.

Johann Hartmann vom Denklinger Rathaus blickt voraus, dass Flächennutzungsplan und Bebauungsplan demnächst zur Genehmigung eingereicht werden. Auf der Bürgerversammlung im November hatte Rathauschef Michael Kießling gesagt, dass ein Baubeginn im dritten Quartal 2017 angestrebt werde.

Das Büro aus Gauting, das nach dem Architektenwettbewerb 2015 den Zuschlag erhielt, ist derzeit mit der Vorplanung befasst. Die nächsten Schritte sind die Entwurfsplanung, die Genehmigung und die Ausschreibung der Gewerke. Bis dahin wird es noch oft einen Jour fixe geben im Architekturbüro.

Johannes Jais

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