In die zweite Reihe

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Jasmin Dameris, die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, bei ihrem Vortrag im Rotter Pfarrheim.

Rott – „Änderung der Leitungsstruktur“ war ein Tagesordnungspunkt bei der Jahresversammlung der IG Dorfentwicklung Rott relativ unverfänglich überschrieben. Dahinter verbarg sich aber mehr als die rund 40 Anwesenden, darunter einige Gemeinderäte und Bürgermeister Quirin Krötz, im Pfarrheim erwarteten. Das Führungsquartett aus Rainer Schwämmle, Josef Habersetzer, Konrad Erhard und Markus Koch will aufhören und „aus beruflichen, gesundheitlichen und Altersgründen“, so Koch, in die zweite Reihe zurücktreten.

„Wir würden den Prozess aber weiter begleiten“, ergänzte Koch, der wie die anderen aus der Führungscrew für eine Vereinsgründung plädierte. „Mit einer anderen Organisationsstruktur können wir effizienter arbeiten“, meinte Koch nicht nur mit Blick auf den Ratschlag von Musiker Hans Well, der bei seinem Vortrag bei der IG vor einem halben Jahr vehement für einen Verein warb. Unter den Anwesenden gab es zur möglichen Vereinsgründung aber auch kritische Stimmen. „Die Erstellung einer Satzung ist Knochenarbeit“, berichteten Mitglieder der Nachbarschaftshilfe Rott, die den eigentlich nicht gewollten Weg einen Verein zu gründen, bereits gegangen sind.

Es gab aber auch vehemente Befürworter des Plans. „Dann wird man auch besser wahrgenommen und hat die Möglichkeiten Fördermittel zu bekommen“, meinte ein Rotter Neubürger. Mit dem Thema will sich die seit rund zwei Jahren bestehende IG Dorfentwicklung nun bei einer weiteren Versammlung im Frühjahr auseinandersetzen. Einen potenziellen Vereinschef gibt es dann auch schon. Hermann Dempfle, der davor die Ergebnisse des Arbeitskreises Dorfmitte vorstellte, erklärte sich bereit für den Chefposten zu kandidieren. Darüber hinaus gab es bei der Zusammenkunft weitere Berichte aus den verschiedenen Arbeitskreisen und über den erfolgreichen Herbstmarkt.

Zu Beginn der Versammlung hielt Jasmin Dameris, die Klimaschutzmanagerin des Landkreises ein längeres Referat über ihr Aufgabengebiet und das Energiesparen. Sie stellte dabei interessantes Zahlenmaterial vor, wie sich der Strom- und Wärmeverbrauch zwischen Privathaushalten und dem Gewerbe/Industrie verteilt. Beim Strombedarf haben letztgenannte mit zwei Dritteln klar die Nase vorne, während sich die Anteile beim Heizen etwa die Waage halten. „In 2011 hat der Landkreis 550 Millionen Euro für Energie aufgewendet und das geht alles aus dem Landkreis raus“, sieht Dameris hier großes Potenzial die regionale Wertschöpfung zu steigern. Als Lösung etwas gegen den Klimawandel zu tun, plädiert sie für den „Energiedreisprung“. Der setzt sich zusammen aus Energiebedarf senken, Effizienz steigern und Ausbau der erneuerbaren Energien.

Um hier weiterzukommen ist im Landkreis eine „Energiekarawane“ geplant, bei der die Bürger vor Ort, sprich zuhause, eine Energieberatung bekommen. „Und auch die Schulen sollen noch stärker eingebunden werden, um das Bewusstsein zu schärfen“, erklärte Dameris. Auch für die IG Dorfentwicklung ist die Energiewende ein wichtiges Thema, auch im nächsten Jahr und dann vielleicht als Verein.

Roland Halmel

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