UBV nominiert Doris Baumgartl

Eine Chefin für Landsberg?

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Hochzufrieden mit dem Ergebnis der UBV-Nominierungsversammlung: OB Kandidatin Doris Baumgartl mit den beiden Vorsitzenden Wolfgang Neumeier (rechts) und Lars Labryga (links) sowie Stadtrats-Fraktionschef Christoph Jell.

Landsberg – Würde sie als Siegerin aus der Kommunalwahl im März kommenden Jahres hervorgehen, dann wäre das ein Novum in der Geschichte Landsbergs: Zum ersten Mal stünde mit Doris Baumgartl eine Frau an der Spitze der Lechstadt. Hinter verschlossenen Türen sprachen sich die Mitglieder der Unabhängigen Bürger für Landsberg (UBV) gestern Abend für die 57-Jährige als Kandidatin für das Oberbürgermeisteramt aus. Damit geht die Bürgermeisterin gegen Amtsinhaber Mathias Neuner (CSU), Moritz Hartmann (Grüne) und Felix Bredschneijder (SPD) ins Rennen um den Chefsessel.

Franz-Xaver Rößle, von 1988 bis 2000 selbst Landsberger Oberbürgermeister, bescheinigte Baumgartl nach deren Nominierung: „Sie hat klare Vorstellungen, Fingerspitzengefühl, Sachverstand und Einfühlungsvermögen und ist deshalb besonders geeignet für diese verantwortungsvolle Aufgabe.“ Rößle gratulierte als erster. Zuvor hatten die Mitglieder der UBV nach Darstellung des Vorsitzenden Wolfgang Neumeier eine „hoch engagierte“ Doris Baumgartl erlebt: „Wir müssen uns entscheiden, welche Richtung Landsberg in Zukunft einschlagen will. Ein ,Weiter so‘ und ,Dennoch irgendwie anders‘, können wir niemandem mehr zumuten. Wir müssen den Zug Landsberg auf das richtige Gleis setzen, zusammen mit allen Landsbergerinnen und Landsbergern.“

In diesem Zusammenhang betonte die frisch gekürte OB-Kandidatin: „Rein spekulativen Investorenprojekten muss der Boden entzogen werden. Was wir dringend brauchen, ist eine städtische, selbstverwaltete Wohnungsbaugesellschaft. Das ist eine Investition in die Zukunft und sichert bezahlbaren Wohnraum, einschließlich des Einheimischenmodells.“ In dem Maße, in dem Landsberg wachse, fuhr Baumgartl fort, nähmen nicht nur die Verkehrstaus, sondern auch die CO2-Emissionen zu: „Wir brauchen nicht 1001 Verkehrskonzepte, sondern eine richtige Lösung.“ Die müsse weitsichtig und klar definiert sein sowie die Mobilitätsmöglichkeiten und individuellen Bedürfnisse berücksichtigen. Carsharing, Busshuttles bei höheren Taktzahlen, der forcierte Einsatz von Apps, Verkehrsleitsysteme unter Einsatz neuester Technologien seien nur erste Maßnahmen und sollten heute eigentlich selbstverständlich sein.

Beim Thema Klima und Umwelt geht es Baumgartl vor allem um die Frage, was die Stadt tun könne, über das Engagement des Einzelnen hinaus. Als Beispiel nannte sie Upcycling bei Baumaterial, Food-Sharing und „Pflanzen statt Versiegeln“, ein Weg, um Grünflächen, Artenschutz und Lebensqualität in der Stadt zu garantieren.

Damit das Leben in der Landsberger Innenstadt weiterhin attraktiv bleibt, fordert Baumgartl, dass alle Beteiligten, Handel wie Gastronomie und Gewerbe, Kunst und Kultur an einem Strang ziehen müssten. So ließe sich für alle eine Win-Win-Situation schaffen. Eine der Voraussetzungen dafür sei ein optimales und effizientes Stadtmarketing. Und die Bürger selbst müssten dabei eine (mit-)entscheidende Rolle spielen.

Zu den großen Herausforderungen gehörten Baumgartl zufolge aber auch Projekte über die Stadtgrenzen hinaus. Die Nachnutzung des ehemaligen Fliegerhorstes Penzing würde Landsberg unmittelbar berühren.

Außerdem legte Baumgartl dar, wie sie sich eine moderne Verwaltung vorstellt: „Serviceorientiert, transparent und bürgerfreundlich. Auf Augenhöhe mit denen, für die sie zuständig ist, nämlich für unsere Landsberger. Die oft hohen und unnötigen Kosten für zusätzliche Gutachten ließen sich einsparen, wenn man verstärkt auf bereits vorhandenes Fachwissen zurückgreift“.

Bei aller Eindringlichkeit habe Baumgartl auf die Frage nach der Bezahlbarkeit und den städtischen Finanzen die Mitgliederversammlung vorher auch zum Lachen gebracht: „Als Diplom-Verwaltungswirtin mit jahrelanger praktischer Erfahrung in Schlüsselstellungen, wie Personal und Organisation, weiß ich, was Haushalten mit Weitsicht und Augenmaß bedeutet – als Mutter von zwei Kindern sowieso.“

Einstimmig nahmen die UBV-­Mitglieder letztlich noch die vom Vorstand vorgeschlagene Liste für die Stadtratswahl an. Sie ist komplett und wird angeführt von Doris Baumgartl.
Toni Schwaiger

UBV-Stadtratsliste

1. Doris Baumgartl, 2. Markus Salzinger, 3. Claudia Basener, 4. Wolfgang Neumeier, 5. Lars Labryga, 6. Pawel Korschunow, 7. Christoph Jell, 8. Franz Daschner, 9. Ephraim Spring, 10. Anita Matthees,

11. Josef Ludwig, 12. Anett Lindner, 13. Karl Greißl, 14. Rudol Robl, 15. Klaus Moritz, 16. Dominik Wagmann, 17. Sieglinde Soyer, 18. Wolfgang Müller-Hahl, 19. Andreas Guldner, 20. Thomas Buhl,

21. Marion Matheis, 22. Jochen Siebel, 23. Werner Lucius, 24. Franz X. Taubert, 25. Brigitte Holler, 26. Alexander Baron, 27. Ali Reza Shorei, 28. Christian Forschner, 29. Paula Buck, 30. Manfred Weiß.

Nachrücker: Dr. Wolfgang Weisensee, Raymonda Hansen, Wolfgang Peter-Soyer.

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