Es heißt wieder mal warten

Beschluss über Bürgerentscheid für Dornstettener Baugebiet vertagt

+
Auch wenn es auf der Bürgerversammlung nur eine Wortmeldung dazu gab – vor dem Bürgerentscheid wird das Baugebiet Am Lech wieder zum beherrschenden Thema.

Unterdießen/Dornstetten – Vertagt haben die Unterdießener Gemeinderäte Ende März den „Beschluss über die Durchführung eines Bürgerentscheides“. Dabei geht es um den Bebauungsplan für das Gebiet Am Lech in Dornstetten. Das Thema wird voraussichtlich in der Sitzung am kommenden Dienstag behandelt. Termin für den ersten Bürgerentscheid in der Gemeinde Unterdießen wird wohl der letzte Sonntag im Mai sein, wenn die Europawahlen stattfinden.

Wie berichtet, hatten vier Vertreter der Bürgerinitiative Dornstetten Ende März eine Liste mit 153 Unterschriften für das Bürgerbegehren „Stopp der Bauleitplanung in Dornstetten Am Lech“ bei der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal abgegeben. Zugegen waren der geschäftsleitende Beamte Gerhard Schmid und Unterdießens Bürgermeister Alexander Enthofer.

Die Überlegung bei der Gemeinde Fuchstal ist nun, dem Bürgerbegehren der Initiative aus Dornstetten in einem so genannten Ratsbegehren auf dem gleichen Stimmzettel eine zweite, andere Fragestellung zu formulieren. Dafür soll erst noch der genaue Text ausgearbeitet werden.

Die Unterschriften, die auf der abgegebenen Liste der Bürgerinitiative stehen, wurden mit dieser konkreten Fragestellung gesammelt. „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Unterdießen das Verfahren zur Erstellung des Bebauungsplanes Dornstetten Am Lech einstellt und die Planungen nicht weiter verfolgt.“

Die Unterschriftenliste wird bei der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal formal überprüft. Zudem wird die Fragestellung auch der kommunalen Rechtsaufsicht am Landratsamt Landsberg vorgelegt. Das Quorum, dass mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten beim Bürgerbegehren ihre Unterschrift geleistet haben, werde „wohl erreicht“, erklärte VG-Geschäftsleiter Schmid im Unterdießener Gemeinderat. Auch die Fragestellung sehe danach aus dass sie in Ordnung ist, sagte er in einer ersten Einschätzung.

Über das Landratsamt werde man beim bayerischen Innenministerium eine Ausnahmegenehmigung beantragen, damit der Bürgerentscheid zum Baugebiet zeitgleich mit den Europawahlen stattfinden kann. Dem sollte nichts im Weg stehen. Denn der Bürgerentscheid, in dem es um die Frage des Baugebietes mit 14 Grundstücken geht, habe keine „europarechtliche Relevanz“. Mit einer Bürgermeister- und Gemeinderatswahl dürfte dieser Bürgerentscheid aber zeitlich nicht gekoppelt werden, da evtl. über Personen entschieden werde, die auch wesentliche Akteure bei dem Thema des Bürgerentscheides sind.

Die Bürgerinitiative möchte das Vorhaben auf der Lechterrasse in Dornstetten verhindern. Darum hat sie das Bürgerbegehren angestrengt, nachdem bei einem Ortstermin mit zwei Landtagsabgeordneten des Petitionsausschusses im Februar Bürgermeister Alexander Enthofer nicht auf einen Kompromissvorschlag der BI eingegangen war, die Bebauung von 14 auf sieben Einheiten zu verringern.

Im Gegensatz zum März 2018, als bei der Bürgerversammlung in Unterdießen die Wellen wegen des Baugebietes in Dornstetten hochschlugen, blieb es diesmal in der Mehrzweckhalle ruhig. Die einzige Wortmeldung des Abends, die sich auf dieses Thema bezog, ließen Besucher aus Dornstetten unkommentiert.

Es war Johann Echtler aus Unterdießen, der nach dem Bericht Enthofers schließlich um das Mikrofon bat. Nördlich seines Grundstückes sei 2005 trotz eines Feuchtbiotopes bei der alten Wasserreserve am Schlossberg und trotz Erdkröten ein Bauplatz verkauft worden, sagte er mit Blick auf Dornstetten, wo die Gegner einer Bebauung auf den Artenschutz und im Speziellen auf das Vorkommen der Gelbbauchunke verweisen.

Zudem sei auf den Feldern, die zum Baugebiet werden, bis vor vier Jahren noch Gülle ausgebracht worden, fuhr Echtler fort. Außerdem seien die Vögel am Lech einem Feuerwerk ausgesetzt, das Bewohner Am Lech an Silvester zünden.

Auch bei ihm in Unterdießen werden am Kirchweg sieben Bauplätze geschaffen. Ihm werde die freie Sicht genommen, schilderte Echtler. Doch er begrüße das Vorhaben, weil auf diese Weise junge Leute aus der Gemeinde ein Grundstück bekämen.

Freilich interessieren sich in Unterdießen nicht nur Bewohner aus der eigenen Gemeinde für Bauplätze. Auf der Bürgerversammlung war u.a. eine 29-jährige Frau anwesend, die aus der Nähe von Landsberg stammt und derzeit in Buchloe wohnt. Warum sie zur Bürgerversammlung nach Unterdießen kam? Auch sie hat Interesse an einem Baugrundstück in Dornstetten.

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Über 100 Pferde beim Uttinger Leonhardi-Ritt gesegnet
Über 100 Pferde beim Uttinger Leonhardi-Ritt gesegnet
Petition für barrierefreien Umbau des Kauferinger Bahnhofs
Petition für barrierefreien Umbau des Kauferinger Bahnhofs

Kommentare