Dramatische Begegnungen

Bei der Deutschen Meisterschaft im Floorball griffen die Kauferinger Red Hocks (rote Trikots) beherzt an und sicherten sich schließlich Silber auf nationaler Ebene. Fotos: Fidelak/Höfelmeyer

Fast ist dem Floorball-Herrenteam Red Hocks im VfL Kaufering die perfekte Saison geglückt. Nach dem Bayerischen und Süddeutschen Meistertitel ist das Team seit Kurzem Deutscher Vizemeister auf dem Kleinfeld. Bei der DM in Lilienthal bei Bremen boten die jungen Spieler ein großartiges Niveau und kämpften sich bis zum Finale, wo sich sich nur knapp dem Gastgeber geschlagen geben mussten.

Die Rahmenbedingungen für die Deutsche Meisterschaft waren zunächst nicht optimal für die Red Hocks, da das Team neben dem Verzicht auf wichtige Spieler auch noch der deutlich schwereren Vorrundengruppe zugelost worden war. Dennoch lautete die Zielvorgabe, am Ende der Gruppenphase auf einem der ersten beiden Plätze zu landen, um am Folgetag im Halbfinale zu stehen. Im Auftaktspiel gegen Tetenbüll glückte auch gleich der Einstand mit einem 10:4-Sieg. Im zweiten Gruppenspiel wartete mit der DJK Holzbüttgen ein Geheimfavorit. Doch die Kauferinger ließen sich davon nicht beirren und siegten deutlich mit 9:2. Nachdem auch Gastgeber Lilienthal seine beiden Auftaktspiele gewonnen hatte, standen die beiden Halbfinalisten der Gruppe A bereits fest. Nun ging es darum, im direkten Vergleich den Gruppensieg perfekt zu machen. Am Ende der spannenden Partie stand mit einem 13:6 nicht nur der erste Sieg gegen Lilienthal überhaupt, sondern auch der Gruppensieg, fest. Tags darauf wartete mit dem TV Südkamen der zweite Westvertreter im Halbfinale auf die Red Hocks. Der Gegner aus dem Ruhrgebiet war mit einer dünnen Personaldecke angetreten, das wackere Häuflein wehrte sich jedoch verbissen. In die zweite Hälfte mussten die Red Hocks sogar mit einem Rückstand starten. Das Blatt sollte sich allerdings noch wenden: Eine Minute vor Abpfiff war es Daniel Szirbeck, der das schlussendlich entscheidende 7:5 erzielte. Trotz eines erneuten Gegentreffers zogen die Red Hocks erstmals in das Finale um die deutsche Kleinfeldmeisterschaft der Herren ein. Dort traf man erneut auf den TV Lilienthal, der seine Halbfinalaufgabe souverän gelöst hatte. Entgegen des hohen Sieges am Vortag war klar, dass die Red Hocks zwar mit breiter Brust, doch keinesfalls als Favorit gegen den Bundesligisten ins Endspiel gehen würden. In der dritten Minute fand ein verdeckter Distanzschuss den Weg ins Kauferinger Gehäuse, doch weiterhin agierten beide Teams auf Augenhöhe. Erst spät in der ersten Hälfte markierte Stefan Weh den Ausgleich, nach mehreren verpassten Möglichkeiten fand sein Schuss die Lücke vorbei am norddeutschen Schlussmann. In der zweiten Halbzeit waren es erneut die Wölfe, die vorlegen konnten, ehe abermals Stefan Weh einen Bogenlauf erfolgreich abschloss. Doch wie schon mehrmals im Turnierverlauf nahmen sich die Red Hocks nun erneut die Butter vom Brot: Vom Bully weg wurde der Gegner nicht entschlossen genug gestört, der Ausgleich hatte nur drei Sekunden Bestand. Und wieder war der abgebrühtere Gegner zur Stelle, die Red Hocks lagen 2:4 zurück. Gegen Ende setzte Kauferings Trainergespann alles auf eine Karte und nahm Schlussmann Daniel Bürgle zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers heraus. Wenige Sekunden waren gespielt, als dieses Risiko belohnt wurde: Tobias Hutter hämmerte einen Schlagschuss aus dem Halbfeld in die Maschen und noch waren eineinhalb Minuten zu spielen. Die Red Hocks machten weiter Druck, doch ein Fehler im Aufbauspiel ermöglichte Lilienthal das 3:5 ins verwaiste bayerische Tor. Acht Sekunden vor Spielende konnten die Red Hocks nochmals zuschlagen und den Anschluss herstellen, nun wurde es dramatisch: Noch 0,8 Sekunden auf der Uhr und das Tor fiel für Kaufering. Kapitän Marco Tobisch zog ab, der Ball schlug im Lilienthaler Netz ein, doch die Schiedsrichter verwehrten dem Ausgleich die Anerkennung. Schlussendlich wohl zurecht, das Spielgerät hatte sage und schreibe 0,2 Sekunden zu spät die Linie passiert, die Red Hocks mussten sich mit dem Titel des Vizemeisters begnügen. Trotz zunächst hängender Köpfe stellt dieser zweite Platz einen weiteren Erfolg sowie gleichsam den Schlusspunkt einer langen und mehr als gelungenen Kauferinger Saison dar. Nach einer kurzen Verschnaufpause wird in den kommenden Wochen das Sommertraining wieder aufgenommen und die Vorbereitung für die erste Saison in der zweiten Bundesliga beginnt – bereits vor einigen Wochen hatten sich die Red Hocks den Aufstieg auf dem Großfeld gesichert.

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