Heute Abend Serienstart von „Kanzlei Berger“ im ZDF

»Es ist schon sehr pittoresk in Landsberg!«

Kanzlei Berger - ZDF-Serie - Drehort Landsberg
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„Es hat genau drei Sekunden gedauert, dann mochten wir uns.“ Nele Kiper (rechts) und Eva-Maria Reichert beim Dreh in der Lechstadt. Das „Amtsgericht Landsberg“ ist im wirklichen Leben das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Landsberg.

Landsberg – Zwei ungleiche Schwestern, ein Anwaltsbüro und viele Konflikte – das ist der Stoff, aus dem die Geschichten der neuen ZDF-Serie „Kanzlei Berger“ gestrickt sind. Gedreht im vergangenen Jahr in Landsberg. In den Hauptrollen: Nele Kiper (37) und Eva-Maria Reichert (38). „Kanzlei Berger“ läuft immer mittwochs um 19.25 Uhr im ZDF –heute Abend zum ersten Mal. Stefanie Thyssen verabredete sich vorab mit den beiden Schauspielerinnen coronakonform zum Interview via Skype.

Hallo zusammen!

Nele Kiper: „Die Situation hier erinnert mich sehr an unser Casting, oder, Eva? Das lief auch über Zoom.“

Eva-Maria Reichert: „Ja genau, das stimmt.“

Sie kannten sich vorher nicht und mussten dann ein Casting über Zoom machen. Das stell’ ich mir kompliziert vor.

Kiper: „Das war schon aufregend und interessant, das kann man sagen. (Lacht.) Eine echte Herausforderung. Auf der einen Seite haben wir uns gefreut, dass gecastet wurde und wir überhaupt arbeiten durften. Das ist in der momentanen Lockdown-Situation ein großes Geschenk. Aber nicht wirklich live miteinander zu spielen, nicht zu spüren, ob man eine Energie hat, das war schon seltsam.“

Reichert: „Ich muss dazu sagen, dass ich technisch überhaupt nicht versiert bin. Für mich war das deswegen vor allem im Vorfeld total aufregend, ich habe meine Freunde nerven müssen nach dem Motto: Könnt ihr mit mir mal dieses Zoom probieren. (Lacht.) Ich war tatsächlich wegen der technischen Komponente aufgeregter als vor dem Casting an sich. Dabei ging es ja schon um was! Aber es hat toll geklappt, und Nele und ich haben schnell gemerkt, dass das mit dem Zusammenspielen super funktioniert.“

Kiper: „Es hat genau drei Sekunden gedauert, und schon mochten wir uns.“

Und Sie haben dann via Zoom richtig geprobt? Szenen gespielt?

Kiper: „Ja. Der Produzent war dazugeschaltet, die Casting-­Agentin auch, das war schon ziemlich abgefahren, zumal man sich ja selbst auch noch in so einem kleinen Fensterchen am Bildschirm sieht. Das habe ich irgendwann zugeklebt, weil es mich so irritiert hat.“

Man spielt ja sonst auch nicht vor einem Spiegel.

Reichert: „Nein, das sollte man auf keinen Fall tun. Denn dann fängt man an, darüber nachzudenken, wie man aussieht, wenn man spielt. Und das will man nicht. (Lacht.)“

Was macht die Serie für Sie aus? Warum lohnt sich das Einschalten?

Reichert: „Wir sind eine moderne Familienserie, wir sind kein Krimi, wir sind kein Krankenhaus. Wir sind einfach etwas Besonderes.“

Kiper: „Ich finde, was die Serie ausmacht ist, dass die Geschichten so aus dem Leben gegriffen sind. Da steckt ganz viel Authentizität drin. Und viel Humor! Es gibt Momente, die haben was von Loriot. Ich mag diese feine Ironie sehr gerne.“

Reichert: „Ich denke, dass sich eigentlich alle Zuschauer in dieser Serie irgendwie wiederfinden können. Es menschelt. Das ist das Schöne.“

Kiper: „Und es stehen zwei Frauen an der Spitze und im Mittelpunkt der Geschichten. Zwei, die sich auf Augenhöhe begegnen. Das ist im deutschen Fernsehen auch nicht so selbstverständlich.“

Sie spielen zwei ungleiche Schwestern, die dazu gezwungen werden, zusammenzuarbeiten und sich irgendwie zusammenraufen müssen. Die Blonde ist die Zicke, die auf High Heels beim Referendar einen starken Kaffee bestellt und die Männer vernascht. Die Dunkelhaarige ist die Gutmütige, Familiäre. Ist das nicht ein bisschen viel Klischee?

Kiper: „Ich weiß, was Sie meinen, aber ich finde, die Charaktere sind in sich sehr schlüssig, und deswegen gefallen sie mir beide. Ob die Karrierefrau, die ich spiele, blond oder brünett ist, macht keinen Unterschied. Ich hätte auch die braunen Locken haben können und trotzdem auf High Heels durch Landsberg stöckeln können.“

Reichert: „Und dieses Stöckeln verdient übrigens sehr viel Respekt – Landsberg hat so viel Kopfsteinpflaster. (Lacht.) Es war auch gar nicht so klar der Plan, dass Nele die Niki Berger spielt. Ich hatte ganz zu Anfang auch ein Casting für diese Rolle. Aber ich habe dann schnell gespürt, dass mich mit der Caro Berger schon mehr verbindet.“

Kiper: „Du bist einfach die perfekte Caro! Man hätte die Rolle gar nicht anders besetzen können als mit dir.“

Sie haben Landsberg als Drehort schon angesprochen. Ist das was anderes, ob man in einer Stadt wie Berlin, Köln oder München vor der Kamera steht oder im eher beschaulichen Landsberg?

Kiper: „Ich finde schon. Die Menschen in Landsberg haben sich so gefreut, dass wir bei ihnen gedreht haben, die waren alle ganz herzlich und aufgeschlossen. Ich hatte das Gefühl, dass die das großartig finden, dass man jetzt in einer Serie auch mal ihre schöne Stadt sieht. Es ist aber auch wirklich sehr pittoresk.“

Reichert: „Ja, das stimmt. Die Menschen haben uns, so man das in diesen Zeiten sagen kann, ,mit offenen Armen empfangen‘“.

Sie haben zwölf Folgen gedreht bislang. Geht es weiter?

Reichert: „Das liegt komplett in der Hand der Zuschauerinnen und Zuschauer. Deswegen: Bitte einschalten!“

Kiper: „Die Hoffnung ist natürlich groß, dass es weitergeht. Ideen sind da für eine zweite Staffel, es gibt noch viel zu erzählen…“

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