Drehtage in der Gradl-Villa

Ein romantisches Grundstück am See, eine stattliches altes, mit Holzschindeln eingedecktes Landhaus – das Gradl-Anwesen in der Seestraße zieht häufig bewundernde Blicke auf sich. Nun ist es für den Film entdeckt worden und seit einigen Tagen ist es daher vorbei mit der gewohnten Ruhe und Beschaulichkeit.

Munteres Treiben herrscht auch zum Pressetermin in Haus und Garten. Schauspieler werden, verfolgt von einer Horde Fotografen, im Blitzlichtgewitter auf dem Bootssteg und unter alten Bäumen zur Gruppe drapiert und abgelichtet. Eine Prozedur, die Jutta Speidel, Nadia Hilker, Ingo Naujoks und Michael Roll mit professioneller Gelassenheit über sich ergehen lassen. Sie spielen die Hauptrollen in der ARD-Produktion „Zimmer mit Tante“, für die das Gradl-Anwesen als Kulisse dient. „Wir haben für diesen Film einen Location-Scout losgeschickt. Gesucht wurde ein altes Haus mit Seegrundstück und viel Atmosphäre“, erzählt Producerin Sophia Aldenhoven. Im Film verwandelt sich die Gradl-Villa in das Elternhaus der Künstlerin Johanna Seelig (Jutta Speidel) - eine Pension, deren beste Jahre vorüber sind. Außer ihrem Dauermieter Franz (Ingo Naujoks), einem redseligen Professor im Ruhestand, beherbergt Johanna keine Gäste mehr. Eines Tages wird sie von ihrem Bruder Paul (Michael Roll) gebeten, seine straffällig gewordene Tochter Malu (Nadja Hilker) aufzunehmen. Langsam gewöhnen sich die gegensätzlichen Persönlichkeiten aneinander und beginnen gemeinsame Pläne zu schmieden – doch deren Umsetzung erweist sich als schwierig. Als weitgehend unproblematisch empfindet dagegen Winfried Gradl die Zusammenarbeit mit den Filmleuten: „Die scheinen sich hier alle wohl zu fühlen“, meint der Hausherr, der im Namen der Familie auf dem Set nach dem Rechten sieht. „Der Location-Scout hat uns gerade zur richtigen Zeit erwischt“, erzählt er. Denn vorübergehend ist das Wohnhaus nicht ganz ausgelastet. Und so konnte man zusammenrücken und die Dreharbeiten ermöglichen. Nach neun Drehtagen wundert sich Gradl kaum noch, wenn Scheinwerfer die Nacht zum Tag oder Verdunklungsfolie den Tag zur Nacht machen oder wenn die Regieassistentin händeringend nach einem Haarfön sucht, um einem frischen Käse Patina zu verleihen. Die Villa sei den Umgang mit Künstlern gewohnt, dieses Abenteuer werde sie auch noch überstehen, meint Gradl: Denn schließlich sind auch die Gradls eine lebhafte Künstlerfamilie, die vor gut 100 Jahren aus München und Stuttgart an den Ammersee kam. Max-Joseph Gradl, Gestalter, Innenarchitekt und Architekt erbaute das Haus, das bis heute von seinen Nachkommen, die ebenfalls bevorzugt kreative Berufe gewählt haben, bewohnt wird. Wesentliches hat sich auf dem Gradl-Grundstück und im Haus, das auf der Denkmalliste steht, in 100 Jahren nicht verändert. Die schönen, hohen Atelierfenster im Obergeschoss stammen noch vom Großvater. Nur ein kleines Atelierhaus ist für die heutige Generation als Architekturbüro hinzugekommen. Im dazugehörigen Carport befindet sich nun die Werkstatt, in der die Hauptfigur der heiteren Familiengeschichte, Johanna Seelig, ihre Metallkunstwerke schmiedet. Als letzter Drehtag im Anwesen Gradl ist der 20. Mai angesetzt. Ausgestrahlt wird der Film „Zimmer mit Tante“ voraussichtlich im kommenden Jahr. Bis dahin wird in der Gradl-Villa und im Garten am See wohl wieder die gewohnte Ruhe und Beschaulichkeit einkehren.

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