Drei Dirndl machen das Rennen

Moderator Mandy Lotter (links) mit den Schönen aus Dießen (von rechts): Sarah Kanz (2.), Miss Dießen 2012 Anna Schelle, Karina Scharr (3.) und Yasmin Steigenberger. Fotos: Bentele

Sie ist nicht aus Kolumbien, Ecuador oder München – die Miss Dießen 2012 lebt in Dießen-St. Georgen und arbeitet in Schöffelding: Im vergangenen Jahr Vize, schaffte Anna Schelle heuer den Sprung auf Platz 1 und die Marktgemeinde lag ihr Mittwochnacht zu Füßen. Die 17-jährige blonde Landwirtin mit den Gardemaßen jubelt auf der Bühne: „Es ist eine Ehre, die 30. Miss Dießen zu sein.“ Strahlende Gesichter auf dem Podest: Auf Platz 2 Modistin Sarah Kanz (17) und Platz 3 eroberte die Schülerin Karina Scharr (18) aus dem Ortsteil Dettenschwang.

Seit 30 Jahren ist die Wahl der Miss Dießen der Höhepunkt des Seefestes. Das dürfte einer der dauerhaftesten Schönheitswettbewerbe (außer der Miss Germany) im Lande sein. Wen wundert’s, dass die „Erfinder und Macher“ alle da waren und auf der Bühne gefeiert wurden. Gemeinderat Franz Steigenberger, der in diesen Tagen 79 wird, gab 1983 den Startschuss und führte die Wahl jahrelang selbst durch. Werner Schmid (Tourist-Info Starnberger FünfSeen-Land), heuer Assistent der Moderation, leitete die Wahl neun Jahre lang, dazwischen gab es zweimal eine Profi-Agentur (was den Dießenern nicht so gefallen hat), Florian Vief vom Trachtenverein hat schon mitgemacht und dieses Jahr stand erneut Mandy Lotter, diesmal mit seinen Swinging Bavarians und im lila-chanchierenden Jackett, vorne dran. Überhaupt gilt die Miss-Wahl auch als Fashion-Barometer. Dass in diesem Sommer Hot Pants der letzte Schrei sind, ist niemand entgangen – aber noch mehr Sympathie gilt dem feschen Dirndl, und im Publikum hatten die Lederhosen die Jeans weit überholt. Heimat ist „in“ – und die drei Erstplatzierten scharmützelten alle charmant im Dirndl. Zehn Madln im Alter zwischen 15 bis 20 Jahren wagten heuer den Sprung auf die Bühne. Neben den sieben Dießenerinnen bewarben sich junge Frauen aus Finning, Windach und Utting um die Gunst des Publikums. Mit witzigen Dialogen stellten sie sich vor und wurden alle mit überreichlich Applaus und Jubel bedacht. Im Vorfeld klar abgegrenzt haben sich nur die drei Erstplatzierten, danach lagen alle Ergebnisse so knapp beieinander, „dass heute alle Siegerinnen sind“, rief Helmut Mayr, der Keyboarder der Swinging Bavarians, ins Publikum. Bunter Streifzug Die Miss Dießen-Wahl 2012 war fest in Dießener Hand. „Das ist schon was Besonderes“, stellt Moderator Mandy Lotter fest, und erinnert an die 30-jährige „Tradition“. Sein Streifzug durch die „best besuchte Veranstaltung beim Seefest“ hat viele Erinnerungen geweckt. Der Schönheitswettbewerb lockte im Laufe seiner langen Geschichte nicht nur die Ammersee-Beauties an, sondern zog auch Touristinnen und Gäste aus dem Ausland ins Festzelt. Von der Samba-Tänzerin vor fünf Jahren wird immer noch geschwärmt, die Kanadierin von der Jahrtausendwende ist vielen im Gedächtnis und vor zwei Jahren wurde eine Mitbürgerin aus England Miss Dießen. Über die Geschichte, wie sich Lautsprecher-Designer Norbert Gründel einst als Mädchen verkleidet unter die Riege der Schönen schmuggelte, dabei auch noch ein tolles Ergebnis erzielte, wird heute noch gelacht. „Aber heuer“, rief Mandy Lotter ins Festzelt, „feiern wir noch einen anderen Triumph: Selten war ein Festzelt so dicht besucht, nie säumten so viele Gäste den Biergarten. Die Miss Dießen-Wahl 2012 ist ein Riesenerfolg!“ Lotter meinte angesichts des bis dato kargen Seefest-Besuchs, dass Dießen doch noch eine Chance haben könnte, sein Volksfest in die Zukunft zu retten, „wenn die Besucher auch an den anderen Tagen vom Seefest angezogen werden – daran arbeiten wir“, sagte er als Gemeinderat. Als Chef der Swinging Bavarians, die auch seit 30 Jahren (und manche noch länger) auf der Bühne stehen, feierte auch Lotter Erfolge. Eine Veranstaltung mit weit über 1200 Besuchern, davon schätzungsweise 90 Prozent Jugendliche, aus Anfangsklippen und vor dem Hintergrund eines bisher schlecht besuchten Seefestes, nach kurzer Zeit in ein brodelndes Party-Zelt zu verwandeln, das bedarf großer Erfahrung. Mit Helmut Mayr, Franz Bauer (Francesco Blue) und Arno Haselsteiner (als junger Musiker bereits Weltmeister am Schlagzeug) brannte am südlichen Ammersee nicht nur „da Huat“, vielmehr trieb der Mix aus Satisfaction, Highway to Hell, bairischen Songs und Tradi­tions­schunkelmusik, Faschingsschlagern und hartem Rock die Jugend auf die Tische – durch­gehend bis Mitternacht.

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