Drei Runden für zwei Kilometer – Planung für Quartierspark "Am Kornfeld" fixiert

Angenehmes Laufen oder Spazierengehen verspricht die „Finnenbahn“; ausgelegt mit Holzschnitzeln soll sie bald als Rundweg um den Spitaler Weiher führen. Drei Runden entsprechen zwei Kilometer. Wer’s schneller liebt, schnallt sich die Inliner an und begibt sich auf den Asphaltweg. Und wer’s ruhiger mag, der setzt sich auf eine der Picknickbänke im Obstgarten. Gar vielfältig sind die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung im Quartierspark „Am Kornfeld“. Unter der Überschrift „Generationen-Gemeinsam-Genießen“ investiert die Stadt dafür 450000 Euro.

Vorweg: Mit 12:3 Stimmen hat der Bauausschuss des Stadtrates am Mittwoch die von Landschaftsarchitektin Pia Becker präsentierte Planung abgesegnet – keineswegs widerspruchslos. Der überdimensionale Steg im Nordwesten gefiel vor allem aufgrund seiner Nähe zur Wohnbebauung nicht. Mit 20 Meter Länge, acht Meter Breite und 2,90 Meter Höhe sollte er Biotope verbinden: „vom Land durch die Luft zum Wasser.“ Steg, Sonnendeck, Aussichtsplattform und Überdachung sind die Funktionen des hölzernen Monstrums. Ob es etwa in der Nähe der Sportflächen realisiert werden und als Wetterschutz dienen kann, muss Architektin Becker nun prüfen. Änderungen gab es auch schon zuvor. So habe man, wie OB Ingo Lehmann (SPD) betonte, den aus der Bürgerbeteiligung im April 2008 entwickelten Vorentwurf mehrfach „bereinigt“. Nach einem Planungsgespräch, an dem zwei Anwohner beteiligt waren, fielen der Grillplatz und der Hundespielplatz durch das Raster, die Spielfläche für Kinder verlegte man von der Südwest- in die Südostecke. Nicht zur Disposition stellen wollte Lehmann die drei Meter breite Asphaltbahn, die auch eine direkte Verbindung von Spitalfeldstraße zu Schleifweg darstellt. Der komfortable Belag sei vor allem für ältere Menschen und solchen mit Gehbehinderung wichtig. Dem pflichtete der an den Rollstuhl gefesselte UBV-Stadtrat Jonas Pioch bei. „Superklasse“ sei die Planung, lobte das Mitglied des Jugendbeirates grundsätzlich. Ein Spiel- und Freizeitgelände an dieser Stelle sei überfällig gewesen. Neben- und Miteinander Der Unterversorgung des Landsberger Ostens mit Spiel- und Freizeitflächen möchte man mit dem Quartierspark begegnen. Das von Pia Becker präsentierte „Stück Lebensqualität für alle Generationen“ (Lehmann) fand Gefallen. In gebührendem Abstand zur Wohnbebauung sind im Süden Bolzplatz, Asphaltfläche für Hockey und Basket- ball, Beachvolleyballfeld und Tischtennisplatten vorgesehen, in einer Senke im Südwesten zudem ein „anspruchsvoller Klettergarten“ für die Jugend. Fitness- und Massagegeräte sowie eine Boulefläche finden sich an der Südostecke, wo es für die Kleinen eine große Sandfläche geben soll. Gleich daneben, etwas nördlich, ein Obstgarten mit Picknickbänken. „Durch das Nebeneinander soll ein Miteinander entstehen“, wünscht sich die Landschaftsarchitektin in städtischen Diensten. Zum Denksport wiederum soll im Nordwesten des Weihers der mit Ziergehölzen bestückte „Schachgarten“ einladen. Drei Zugänge Der Zugang zum Quartierspark erfolgt im Westen vom Schleifweg, im Norden vom Wendehammer „Am Kornfeld“ und im Osten von der Spitalfeldstraße. Dort ist übrigens eine Zufahrt mit zwölf Parkplätzen, davon einer behindertengerecht, und zehn Fahrradbügeln vorgesehen. Baubeginn für den Quartierspark ist im Herbst. 9300 Quadratmeter Weg- und Spielflächen müsse man umgestalten, wobei die Arbeiten im Frühjahr 2010 fortgesetzt würden. Im aktuellen Haushalt sind dafür 350000 Euro eingestellt, die restlichen 100000 Euro im Folgejahr. Man müsse die Mittel ja nicht voll ausschöpfen, mahnte CSU-Fraktionschef Helmut Weber mit Blick auf die angespannte Haushaltslage an. Den Grünen, Dr. Andreas Hartmann und Traudl Lüßmann, sowie Wolfgang Buttner (ödp) ist das einfach zu viel des Guten. Sie störten sich unter anderem an dem „unsinnigen Asphaltweg um das Biotop“ und an der zu üppigen Ausstattung im Quartierspark. Sie lehnten die Planung ab.

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