Dreimal so hoch wie der Funkturm

In die Nähe dieses Funkturms würde die Windkraftanlage kommen – nur wäre sie etwa dreimal so hoch. Foto: Osman

Im Wald in der Nähe der Geltendorfer Ortsteile Walleshausen und Petzenhofen soll eine 196 Meter hohe Windkraftanlage entstehen. Ein entsprechender Antrag liegt dem Landratsamt vor, das innerhalb von sechs Monaten entscheiden muss. In der Gemeinde reagiert man mit Besorgnis auf das Vorhaben. „Daneben wird der Funkturm aussehen wie ein Zahnstocher“, befürchtet SPD-Gemeinderat Hans-Walter Rose aus Walleshausen.

Der Mobilfunkmast im Wald nördlich von Petzenhofen hatte 1997 zu Protesten und sogar einem Bürgerentscheid geführt, verhindert werden konnte er jedoch nicht. Auf der gleichen Flurnummer soll nun auch noch eine Windkraftanlage entstehen. „Sie wäre fast dreimal so hoch wie der Funkturm“, so Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU). Antragsteller ist offenbar der Eigentümer der Fläche. Nun erstellt der Landkreis bekanntlich derzeit einen Teilflächennutzungsplan Windkraft, der Konzentrationsflächen ausweisen soll. Dieser ist jedoch noch in Arbeit. Der vorliegende Antrag zwinge nun die Gemeinde, vorab selbstständig tätig zu werden und den eigenen Flächennutzungsplan entsprechend zu überarbeiten, wie Lehmann im Gemeinderat sagte. Er will am 4. April eine Sondersitzung zu dem Thema einberufen, zu der auch ein Vertreter des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum erscheinen soll. Zunächst will man Zeit gewinnen. Der Gemeinderat beschloss, beim Landratsamt Landsberg einen Aufschub für die Abgabe einer Stellungnahme zu beantragen. Ursprünglich hätte diese bis zum 31. März abgegeben werden müssen, nun soll die Frist bis zum 31. Mai verlängert werden. Josef Weiß (CSU) kritisierte in diesem Zusammenhang, dass das Schreiben des Landratsamts bereits Anfang März in der Verwaltung eingegangen sei, der Gemeinderat aber erst jetzt informiert wurde. „Das hätte eher passieren müssen“, so Weiß. Anton Reiser (CSU) bezweifelte, dass die Zuwegung mitten im Wald möglich sei. „Die Anbindung ans Stromnetz wird auch problematisch“, ergänzte Lehmann. Horst Kürschner (Grüne) kritisierte, dass die Erstellung des landkreisweiten Teilflächennutzungsplans sich so lange hinzieht. „Man wollte damit Wildwuchs verhindern. Genau der wird aber kommen, wenn das alles so lange dauert.“ Einzig Robert Sedlmayr (ÖDP) wünschte sich in der Gemeinde eine positive Stimmung gegenüber der Windkraft. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, beim Landkreis die Fristverlängerung bis Ende Mai beantragen. Mit zwei Gegenstimmen wurde außerdem entschieden, dass die Sonder­- sitzung am 4. April öffentlich stattfinden soll.

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