Historische Details und Hintergründe

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Heimat auf fast 1000 Seiten: Gemeinsam präsentierten Ex-Landrat Walter Eichner und Landsrat Thomas Eichinger, der bayerische Generalkonservator Mathias Pfeil und Sparkassen-Direktor Thomas Krautwald (von links) im Landratsamt die neue Denkmaltopagraphie von Stadt und Landkreis Landsberg.

Landsberg – Zusammen 982 Seiten stark und fünf Kilo schwer sind die beiden Bände der neuen Denkmaltopographie über Stadt und Landkreis Landsberg. Rund 1100 Bau. und 600 Bodendenkmäler sowie drei Ensembles sind darin beschrieben. Das umfangreiche Werk präsentierten Kommunalpolitiker und Denkmalpfleger jetzt mit großer Freude im Landratsamt der Öffentlichkeit.

Noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts habe man auf Aufzeichnungen von 1895 zurück- greifen müssen, wenn man über die Denkmallandschaft im Landkreis Landsberg Näheres habe erfahren wollen, erinnerte Landrat Thomas Eichinger. Erst 2007 beschloss der Kreistag, eine aktuelle Bestandsaufnahme und Beschreibung der Bau- und Bodendenkmäler in Auftrag zu geben.

Obwohl über die Stadt Landsberg zu diesem Zeitpunkt bereits eine wesentlich aktuellere, nämlich 20 Jahre alte Denkmaltopographie in vier Bänden existierte, gab auch der Stadtrat grünes Licht für eine Beteiligung. „Und das war die richtige Entscheidung“, wie Oberbürgermeister Mathias Neuner rückblickend sagte. „Denn das neue Werk beschreibt, was unsere Stadt so liebens- und erhaltenswert macht.“ Und zwar nicht nur auf der Basis dürrer Zahlen und Fakten, so Generalkonservator Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Vielmehr lieferten die reich bebilderten Bände auch viele historische Details und Hintergründe. „Das gibt den Denkmälern ihren Stellenwert und setzt sie in den Kontext ihrer Umgebung.“

Die Stadt, die unter den Einflüssen von München und Augsburg eine ganz eigenständige kulturelle Entwicklung vollzogen habe, nimmt breiten Raum ein in dem zweibändigen Werk. Doch auch die Region kommt nicht zu kurz. Die Topographie behandelt unter anderem den Denkmalbestand an historischen Sakralbauten – von der romanischen Jakobskirche in Unterschondorf über die Rokoko-Kirche Johann Michael Fischers in Dießen bis hin zur neugotischen Abteikirche von St. Ottilien.

Pfarrhöfe und Schlösser, die Landhäuser wohlhabender Großstädter, bürgerliche und bäuerliche Anwesen werden ebenso vorgestellt wie Denkmäler der Technikgeschichte, die Welterbestätten in Pestenacker und Unfriedshausen sowie zahlreiche Grabhügelfelder, keltische Viereckschanzen, römische Straßen und Siedlungen, mittelalterliche Wälle und Gräben. Angesichts der Fülle an Objekten überrascht es nicht, dass die beiden Autoren Karl Gattinger und Grietje Suhr über vier Jahre mit dem Werk beschäftigt waren.

Zur Präsentation der Denkmaltopographie war auch der frühere Landrat Walter Eichner aus dem Ruhestand an seine ehemalige Wirkungsstätte gekommen. Er hatte sich seinerzeit nicht nur mit Nachdruck für die Publikation eingesetzt, sondern auch einen Sponsoren für das Projekt gesucht – und ihn dann in der Sparkasse Landsberg-Dießen gefunden.

Das Werk soll in den Bauämtern der Gemeinden, von Heimatpflegern und Ortschronisten genutzt werden – ihnen wurde je ein Gratisexemplar überreicht. Ansonsten erhält man die zwei Bände „Denkmäler in Bayern – Landsberg am Lech, Stadt und Landkreis“ ab sofort im Buchhandel oder direkt beim Verlag Friedrich Pustet (www.verlag-pustet.de).

Ulrike Osman

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