Im Dschungel der Finanzwelt

Woher kommt das Geld?“ H.G. Butzko gibt Antwort. Foto: Eckstein

Wer die verschlungenen Wege der internationalen Finanzpolitik an­- nähernd verstehen will, kann sich durch die einschlägige Fachliteratur arbeiten, brav alle Wirtschaftmagazine im Fernsehen verfolgen oder aber das aktuelle Programm von H.G. Butzko besuchen – und über Dinge lachen, die eigentlich alles andere als zum Lachen sind…

„Wenn man sich mit den wirklich Mächtigen beschäftigen will, sollte man sich nicht mit Politikern aufhalten.“ Zu dieser Erkenntnis kam der Gelsenkirchener Kabarettist H.G. Butzko während der Finanzkrise 2008. Und so sind die klassischen Figuren des politischen Kabaretts bei ihm nur Randerscheinungen: Angela Merkel, Helmut Kohl und Co. Vielmehr wetzt er seine Machete aus scharfem Intellekt und Wortwitz und schlägt einen Weg in den undurchdringlichen Dschungel der Finanzwelt. Erklärt den Immobiliencrash in den USA, den Unterschied zwischen der „Reise nach Jerusalem“ und dem Eurorettungsschirm („da ist der letzte nicht der Gewinner, sondern der Ge-A…te“), die Zusammenhänge zwischen Dollarkurs und der OPEC („unheilvolle Liaison zwischen Uncle Sam und Fata Morgana“) und geht der Frage nach: „Woher kommt das Geld?“ – Antwort: aus Krediten. Dabei muss er nicht mal Anekdoten erfinden, der real existierende Wahnsinn liefert dem Kabarettisten jede gewünschte Steilvorlage. Doch damit das Publikum nicht allzu verstört nach Hause gehen muss, gibt Butzko noch eine kleine Zugabe seines „Alter Ego“ Chris di Motten, der so wunderbar philosophischen Fragen nachsinnt, was Schmetterlinge im Bauch haben, wenn sie verliebt sind, oder „Wie kommt das Betreten-Verboten-Schild mitten auf eine Rasenfläche?“ Ein im besten Sinne „altmodisches“ Politkabarett, mit präziser Recherche und intelligenten Wortspielereien im Gegensatz zur Mainstream-Comedy und ein passender Auftakt des Programms des „s’Maximilianeums“, nicht zufällig am „Tag der Deutschen Einheit“.

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