Durchsichtiges stört den Vorlauf – Bühlers Plan für Edeka

Edeka. Dieses Wort dürfte in Kaufering wohl noch lange nachhallen. Während die Gegner der Ansiedlung des Logistikzentrums zwischen Kaufering und Landsberg ob der Absage des Stadtrates schon die Sektkorken knallen ließen, war Bürgermeister Dr. Klaus Bühler (UBV) bereits auf der Suche nach dem Plan B. Dieser sieht vor, die Bahnlinie Landsberg-Kaufering so nach Osten zu verschieben, dass genügend Platz für Edeka ist. Die Reaktionen aus der Lechgemeinde könnten unterschiedlicher nicht sein.

So reibt sich die GAL-Kaufering des neuerlichen Vorstoßes wegen verwundert die Augen. Dem Sektgenuss folgt Katerstimmung. Laut GAL-Sprecherin Gabriele Triebel sei auch der neue Standort innerhalb einer nach Osten verschobenen Gleiskurve für die Ansiedlung des Logistikzentrums für den Markt Kaufering völlig ungeeignet. „Alle Argumente gegen den bisherigen Standort treffen auch auf diesen neuen zu.“ Für Gemeinderat Johann Drexl (parteilos) gehen die Pläne „an der Realität“ vorbei. Auch als BBV- Ortsobmann befindet er den „massiven Flächenverbrauch“ als zu hoch, die Kulturlandschaft werde zerstört. Der Gemeinderat fordert „endlich mit den alten Spielchen aufzuhören, Landsberg eins auswischen zu wollen, nur weil der Stadtrat sich gegen die gemeinsame Lösung entschieden hatte“. Statt- dessen sollten Stadt und der Markt an einem Strang ziehen, damit Edeka in den Frauenwald kommt, und die Arbeitsplätze in der Region bleiben. Rückendeckung erfährt Bühler aus eigenen Reihen. Norbert Sepp (UBV) steht dieser Lösung positiv gegenüber, wenngleich noch „gewisse Dinge abgeklärt werden müssten, etwa die Zukunft einiger Schrebergärten, der Kostenfaktor oder die Verlegung der Stromleitungen. Nicht verstehen könne er indes die Anfeindungen und Äußerungen gegen das Gemeindeoberhaupt, die aktuell in der Öffentlichkeit kursieren. So lange Edeka sich nicht für einen Standort entschieden hat, sei es doch nur legitim, dass Dr. Bühler zum Wohle seiner Gemeinde kämpfe. „Schade, dass dies von gewissen Personen und Parteien nicht akzeptiert werden kann“, bedauert Sepp. Auch Bühler selbst kann nicht verstehen, warum bereits im Vorfeld Pläne torpediert werden, deren Machbarkeit es noch zu prüfen gilt. Immerhin, das hätten erste Sondierungsgespräche mit Bahn und Edeka ergeben, sei die neue Variante technisch machbar und auch finanzierbar. Eine Edeka-Abordnung war in dieser Sache übrigens am 26. Februar mit Dr. Bühler vor Ort in Kaufering. Jede größere Planung benötige einen zeitlichen Vorlauf, um die Machbarkeit abzuklären. „Diese Zeitspanne wurde der neuen Variante aus ,durchsichtigen Gründen‘ nicht gewährt“, übt Dr. Bühler im Gespräch mit dem KREISBOTEN Kritik. Vor allem der Vorwurf einiger Gemeinderäte, der Zeitpunkt der Information sei zu spät gewesen, wurmt den Ratshauschef. „Wenn aus diesen Punkten heraus eine Ablehnung konstruiert wird, dann haben manche nicht mehr den Spruch im Gedächtnis, der in unserem Sitzungssaal hängt: ,Suchet der Stadt Bestes …‘. Und das Suchen kann langwierig und schwer sein!“ Ob sich eine Mehrheit für ein Projekt findet, werde immer noch im Marktgemeinderat entschieden und nicht in der Öffentlichkeit. Auch wehrt sich der Rathauschef gegen Vorwürfe, er habe über einen Antrag der CSU auf der jüngsten Sitzung „hinweggesehen“. Die CSU wollte erreichen, dass die mit 16:4 gefasste Grundsatzentscheidung zu Edeka ebenso zurückgenommen wird, wie der Beschluss für das Ratsbegehren und damit den Bürgerentscheid. Nach dem „Nein“ Landsbergs war eine gemeinsame Lösung nicht mehr realisierbar. „Es war somit richtig, den Beschluss zum Bürgerentscheid zurückzunehmen; das heißt aber nicht, dass daraus eine Ablehnung von Edeka geworden wäre“, betonte der Rathauschef. Auch für die neue Variante würde er dem Gemeinderat vorschlagen, die Kauferinger über einen Bürgerentscheid zu beteiligen. Edeka-Signal im März Auf der Gemeinderatssitzung am heutigen Mittwochabend (20 Uhr) wird Dr. Bühler Plan B der Edeka-Ansiedlung in nicht öffentlicher Sitzung vorstellen. Viel Zeit für eine Entscheidung bleibt nicht mehr, denn laut Dr. Bühler wolle sich Edeka schon Mitte März zur Standortfrage „Frauenwald Landsberg oder Kaufering?“ äußern. Und dann wissen einige Schrebergartenbesitzer im Kauferinger Plangebiet vielleicht auch schon, ob sie sich bald auf einen Umzug einstellen müssen. In unmittelbarer Nähe stünden laut Dr. Bühler bereits Ersatzflächen zur Verfügung, so dass eine „Änderungskündigung“ ausgesprochen werden könne.

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