Jungfalke in Eching vor Marder und Fuchs gerettet

Eching: Falke über Bord

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Er hat jetzt einen Adoptivvater: Der in Eching aus dem Nest gefallene Jungfalke wird von Menschen aufgezogen.

Eching – Noch nicht flügge, aber schon eifrig unterwegs: Einen ganz besonderen Besucher mussten die Mitarbeiter der Ammerseewerke bei der Kläranlage in Eching vorletzte Woche verarzten: Ein Jungfalke war aus dem Nest gefallen und wurde von Marder und Fuchs bedroht.

Auf der Betriebsgelände der Kläranlage Ammersee gibt es ein ganz eigenes, völlig intaktes Ökosystem. Innerhalb des etwa sieben Hektar großen Areals können sich viele heimische Tierarten nahezu ungestört bewegen, das Platz- und Nahrungsangebot ist groß.

So verwundert es nicht, dass sich dort in diesem Jahr auch ein Turmfalken-Pärchen niedergelassen hat. Seit dem Frühjahr wird der Horst auf dem Verwaltungsgebäude der Kläranlage ständig angeflogen, um die geschlüpften Jungen zu versorgen. Doch offenbar konnte es einer der jungen Falken gar nicht erwarten, den restlichen Teil der Kläranlage kennenzulernen. Und so sprang der junge Beutegreifer offenbar zu früh aus dem Nest – mit Folgen: Die Mitarbeiter der Ammerseewerke fanden das Tier nach seinem ‚Ausflug‘ auf dem Betriebshof sitzend, mit einem gebrochen Bein und zudem auch noch fluguntauglich. Um den Jungvogel nicht den ebenso auf der Kläranlage ansässigen Füchsen und Mardern zu überlassen, entschlossen sich Mitarbeiter der Ammerseewerke, den kleinen Falken zu retten.

Durch einen schnellen Hilferuf bei Max Bleimaier, Vorstand der Wasser- und Abwasserbetriebe AWA-Ammersee in Herrsching, der zudem auch Jäger ist und somit die notwendigen Kontakte hatte, konnten die Kollegen der Ammerseewerke den Falken an Thomas Stock aus Inning vermitteln. Stock ist ausgewiesener Experte in der Aufzucht von jungen oder verletzten Vögeln und seit Jahren mit Erfolg tätig. Von ihm wird der verletzte Falke nun aufwendig gepflegt und versorgt, sodass er hoffentlich bald wieder ausgewildert werden kann. Dabei muss der Jungvogel natürlich auch das Fliegen lernen – das ihm normalerweise seien Vogeleltern beibringen. Unterstützung erhält Stock bei seinem Vorhaben von einer Ärztin, die den Falken medizinisch versorgt und mit fachlichem Rat die Reha des kleinen Falken begleitet.

Die Mitarbeitern der Ammerseewerke waren von der Unterstützung und dem Einsatz von Stock so beeindruckt, dass sie sich kurzerhand entschlossen, ihn mit einer Spende zu unterstützen. So konnten innerhalb kurzer Zeit rund 500 Euro an Spenden eingesammelt und von Christian Pachernigg und Thomas Obermeier von den Ammerseewerken an Stock übergeben werden. Man wolle sich damit für das Engagement rund um den „jüngsten Kläranlagler“ bedanken. Hoffentlich zieht der Falkennachwuchs bald seine ersten Kreise über der Kläranlage.

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