Politisches Urgestein

Echinger Bürgermeister Siegfried Luge will in die fünfte Amtszeit

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Zur Nominierung Siegfried Luges als CSU-Bürgermeisterkandidat für Eching gratulierte als erste seine „First Lady“, die Ortsvorsitzende Liane Luge.

Eching – „Das Alter ist kein k.o.-Kriterium für meine erneute Kandidatur!“ Damit nahm Siegfried Luge, Bürgermeister von Eching, allen Skeptikern den Wind aus den Segeln, die ihn mit seinen 76 Jahren als zu alt für eine weitere Legislaturperiode empfanden. „Konrad Adenauer ist erst mit 73 Bundeskanzler geworden“, fügte Luge scherzhaft hinzu und hatte die Lacher auf seiner Seite im voll besetzten Gasthof Eberhardt.

Luge betonte nicht ohne Stolz, er könne auf einen 42-jährigen Erfahrungsschatz als Kommunalpolitiker zurückgreifen. 1978 wurde er in den Gemeinderat gewählt, von 1990 bis 1996 war er zweiter Bürgermeister und seit bald 24 Jahren ist er erster Bürgermeister. Und das wolle er für weitere sechs Jahre bleiben, wie das CSU-Urgestein in seiner Aufstellungsrede ausführte: „Mich für unsere Heimatgemeinde einzusetzen, ist jeden Tag eine herausfordernde, spannende, schöne und anspruchsvolle Aufgabe.“ Die 23 stimmberechtigten CSU-Mitglieder sahen das auch so und wählten ihn mit 22 abgegebenen Ja-Stimmen zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten. Das Fehlen einer Stimme zu einem hundertprozentigen Ergebnis wurde nachträglich von Wahlleiter Rainer Jünger geklärt. Gastwirt Klaus Strobl, CSU-Mitglied und damit stimmberechtigt, musste dringend in die Küche und verschwitzte so sein Kreuzerl für Luge. Der nahm das Votum dankend an und versprach, im Falle seiner Wahl am 15. März weiter „als Impulsgeber für den Gemeinderat und Visionär für die Belange der Bevölkerung und Vereine“ einzutreten. Erste Gratulantin war Luges Ehefrau Liane, Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Eching.

Siegfried Luge gab in seiner Rede einen Rückblick auf das Geleistete in seiner langjährigen Amtszeit als Bürgermeister. So tragen seine Handschrift der Neubau des Feuerwehrhauses, das Einheimischenmodell „Steinäcker“, die Errichtung des Kinderhauses oder „der Kampf mit den Behörden um die Führung der Autobahntrasse mit der Tunnellösung für Eching“. Ein Highlight seiner Amtszeit sei der Bau der Sport- und Mehrzweckhalle, um die Eching von vielen Gemeinden beneidet werde. Luge selbst habe hier mit rund dreitausend Arbeitsstunden als Vorplaner und Bauleiter der Gemeinde ca. 60.000 Kosten gespart.

Als weiteres zukunftsorientiertes Projekt nannte Luge die Hochwasserfreilegung der Windach und den entgegen aller Widerstände erfolgreich durchgesetzten Bau des Einkaufszentrums mit Geschäften wie REWE oder kick sowie dem Gesundheitszentrum mit Ärzten, Physiotherapeuten und einer Apotheke. „Das hat sich inzwischen zu einem echten Magneten für das ganze Ammersee Nord- und Westufer entwickelt“ freute sich Luge.

Das Jahr 2015 nannte Siegfried Luge „besonders schicksalsträchtig für die Gemeinde“. Mit dem Zustrom von Asylbewerbern „schwebte die Beschlagnahme der Sport- und Mehrzweckhalle als Unterkunft wie ein Damoklesschwert über uns“. Um das abzuwenden, baute Luge in nur sechs Wochen die Alte Schule um. Das Landratsamt konnte hier 27 Flüchtlinge unterbringen. In diesem Zusammenhang dankte Luge dem Echinger Helferkreis für seine Unterstützung und Arbeit.

Projekte abschließen

Ein Kriterium für seine erneute Kandidatur sei für Luge die Weiterführung etlicher Projekte, die er und der Gemeinderat auf den Weg gebracht haben. Dazu gehörten unter anderem die Erweiterung der Aussegnungshalle, das Begegnungszentrum, die Fußgängerbrücke über die Windach, der Bau eines Speiseraums im Kinderhaus und der Anbau an der Sport- und Mehrzweckhalle. Eines seiner Ziele sei die Gestaltung eines Familien-, Kinder- und Jugendfreundlichen Ortes und die Einbindung der Senioren mit der Verwirklichung eines gemeindeeigenen „Senioren-Servicehauses“ auch mit Tagespflege.

Für Siegfried Luge sei das Bürgermeisteramt „kein Teilzeitjob“. Durch die Vielzahl der Projekte sei die ständige Präsenz des Bürgermeisters absolut unumgänglich. Zum einen, um die Bauvorhaben fachmännisch zu überwachen, zum anderen, um die Kosten im Auge zu behalten. Das habe er in den letzten fast 24 Jahren vielfach unter Beweis gestellt.
Dieter Roettig

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